Friday, 27. August 2010
Commodity Internet: Warmwasser, Heizung, Strom, KabelTV - und Internetanschluss?
von Fredy Künzler
Jeder kennt es: beim Umzug ist es oft die einzige grosse Sorge, dass am neuen Wohnort der Internet-Anschluss nicht funktioniert. Es gab (gibt) genügend Horror-Stories, wo genervte Breitbanduser wochen- oder gar monatelang nicht aufs Netz konnten. Bei anderen existenziellen Diensten hingegen käme kaum jemand auf die Idee, dass sie nicht funktionieren würden: nach dem Kistenschleppen nimmt man ganz selbstverständlich das kalte Bier aus dem Kühlschrank, betätigt die Klospülung, wäscht sich die Hände und genügend warm ist die neue Stube auch. Warmwasser, Heizung, Strom, KabelTV - alles Commodity und im Mietzins oder in den Nebenkostenabrechnung inklusive (abgesehen vom Stromverbrauch - der Anschluss ist jedoch vorhanden). Deshalb ist es eigentlich verwunderlich, dass der Internetanschluss auch 10 Jahre nach Erfindung von Breitband noch fast nirgens im Mietvertrag inklusive ist. Liegt das am Desinteresse der Liegenschaftenbesitzer? Oder gibt es immer noch zuviele Menschen in der Schweiz, die ohne Netzanschluss leben?
Es wäre so bequem: Cat-5 Kabel einstecken, v4 und v6 Adressen via DHCP, läuft, schnell. Kein Formularkrieg mit dem Provider, keine nervigen Anrufe mit dem überlasteten Callcenter, keine individuelle und vergleichsweise hohe Rechnung für ein popeliges ADSL mit Upstreambandbreite, die den Namen nicht mal verdient, kein blödes Cablemodem, das am falschen Ort in der Wohnung steht, keine Mahnung vom Provider, weil die Rechnung wieder mal untergegangen ist ...
Billiger würde Commodity-Internet übrigens auch - sogar massiv billiger, denn für den Serviceprovider entfällt die individuelle Rechnungsstellung, und damit sinkt der administrative Aufwand massiv. Das bereits erwähnte Referenzprojekt von uns kostet CHF 17.45 pro Port und Monat (netto). Wobei: ein "Port" ist FastEthernet, symmetrisch. Also 100000/100000, um in der Breitband-Terminologie zu bleiben. Das Gebäude ist mit FTTB (Fibre to the Building / Gigabit-Ethernet) ohne Überbuchung erschlossen, und damit befindet der Flaschenhals nicht mehr beim Internetanschluss, beim beschränkten Upstream oder beim Serviceprovider, sondern beim WLAN Accesspoint oder der Firewall ohne Wirespeed Durchsatz...
Sieht so Commodity-Internet der Zukunft aus?
P.S. Anfragen von Liegenschaftenverwaltungen, Hotels, Wohnbaugenossenschaften etc. sind willkommen.
Jeder kennt es: beim Umzug ist es oft die einzige grosse Sorge, dass am neuen Wohnort der Internet-Anschluss nicht funktioniert. Es gab (gibt) genügend Horror-Stories, wo genervte Breitbanduser wochen- oder gar monatelang nicht aufs Netz konnten. Bei anderen existenziellen Diensten hingegen käme kaum jemand auf die Idee, dass sie nicht funktionieren würden: nach dem Kistenschleppen nimmt man ganz selbstverständlich das kalte Bier aus dem Kühlschrank, betätigt die Klospülung, wäscht sich die Hände und genügend warm ist die neue Stube auch. Warmwasser, Heizung, Strom, KabelTV - alles Commodity und im Mietzins oder in den Nebenkostenabrechnung inklusive (abgesehen vom Stromverbrauch - der Anschluss ist jedoch vorhanden). Deshalb ist es eigentlich verwunderlich, dass der Internetanschluss auch 10 Jahre nach Erfindung von Breitband noch fast nirgens im Mietvertrag inklusive ist. Liegt das am Desinteresse der Liegenschaftenbesitzer? Oder gibt es immer noch zuviele Menschen in der Schweiz, die ohne Netzanschluss leben?
Es wäre so bequem: Cat-5 Kabel einstecken, v4 und v6 Adressen via DHCP, läuft, schnell. Kein Formularkrieg mit dem Provider, keine nervigen Anrufe mit dem überlasteten Callcenter, keine individuelle und vergleichsweise hohe Rechnung für ein popeliges ADSL mit Upstreambandbreite, die den Namen nicht mal verdient, kein blödes Cablemodem, das am falschen Ort in der Wohnung steht, keine Mahnung vom Provider, weil die Rechnung wieder mal untergegangen ist ...
Billiger würde Commodity-Internet übrigens auch - sogar massiv billiger, denn für den Serviceprovider entfällt die individuelle Rechnungsstellung, und damit sinkt der administrative Aufwand massiv. Das bereits erwähnte Referenzprojekt von uns kostet CHF 17.45 pro Port und Monat (netto). Wobei: ein "Port" ist FastEthernet, symmetrisch. Also 100000/100000, um in der Breitband-Terminologie zu bleiben. Das Gebäude ist mit FTTB (Fibre to the Building / Gigabit-Ethernet) ohne Überbuchung erschlossen, und damit befindet der Flaschenhals nicht mehr beim Internetanschluss, beim beschränkten Upstream oder beim Serviceprovider, sondern beim WLAN Accesspoint oder der Firewall ohne Wirespeed Durchsatz...
Sieht so Commodity-Internet der Zukunft aus?
P.S. Anfragen von Liegenschaftenverwaltungen, Hotels, Wohnbaugenossenschaften etc. sind willkommen.
Geschrieben von Fredy Künzler
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Saturday, 21. August 2010
Einmann-Provider Routerless legt sich mit ewz an und ruft die WEKO auf den Plan
von Fredy Künzler
10vor10 hat einen souveränen Beitrag über Fibre-to-the-Home gemacht. Kurz gesagt geht es darum, dass ewz ihre Zürinet-Anschlüsse für das "Internet-Teilet-Modell" verweigert, und die WEKO das Problem jetzt untersucht. Der Einmann-Provider Routerless propagiert dieses Modell, indem er z.B. einen VDSL Anschluss in ein Haus bestellt und dort mittels Cat-5e Verkabelung und einem kleinen Switch mehrere Haushalte bedient. Ein so geteilter Breitband-Anschluss kostet dann für den Endkunden nur 30 Franken pro Monat.
Die WEKO hat also wieder mal einen neuen Fall, ausnahmsweise mal nicht gegen Swisscom...
Was mir aber fast wichtiger scheint ist die Frage, ob es wirklich FTTH (Fibre to the Home) sein muss, oder eigentlich auch FTTB (Fibre to the Building) mit Cat-5e Verkabelung reicht... letzteres haben wir (Init7) nämlich bereits 2006 realisiert. Dieses Setup ist nach wie vor in Betrieb. Natürlich ist Layer-2 Openaccess wie von ewz Zürinet propagiert auf einer Billig-Switch-Infrastruktur à la Routerless nicht möglich. Zudem gäbe es noch einige weitere technische und administrative Fragen, die zu erörtern wären. Jedoch kann man - Glasfaserzuleitung vorausgesetzt - auf diesem relativ billigen Setup sehr viel (notabene symmetrische) Bandbreite ins Haus liefern, während die ewz Zürinet Anschlüsse einerseits künstlich kastriert und andererseits wegen dem Layer-2 Modell schlicht und ergreifend zu teuer sind. Um mich selber zu zitieren (1. Juni 2010):
10vor10 hat einen souveränen Beitrag über Fibre-to-the-Home gemacht. Kurz gesagt geht es darum, dass ewz ihre Zürinet-Anschlüsse für das "Internet-Teilet-Modell" verweigert, und die WEKO das Problem jetzt untersucht. Der Einmann-Provider Routerless propagiert dieses Modell, indem er z.B. einen VDSL Anschluss in ein Haus bestellt und dort mittels Cat-5e Verkabelung und einem kleinen Switch mehrere Haushalte bedient. Ein so geteilter Breitband-Anschluss kostet dann für den Endkunden nur 30 Franken pro Monat.
Die WEKO hat also wieder mal einen neuen Fall, ausnahmsweise mal nicht gegen Swisscom...
Was mir aber fast wichtiger scheint ist die Frage, ob es wirklich FTTH (Fibre to the Home) sein muss, oder eigentlich auch FTTB (Fibre to the Building) mit Cat-5e Verkabelung reicht... letzteres haben wir (Init7) nämlich bereits 2006 realisiert. Dieses Setup ist nach wie vor in Betrieb. Natürlich ist Layer-2 Openaccess wie von ewz Zürinet propagiert auf einer Billig-Switch-Infrastruktur à la Routerless nicht möglich. Zudem gäbe es noch einige weitere technische und administrative Fragen, die zu erörtern wären. Jedoch kann man - Glasfaserzuleitung vorausgesetzt - auf diesem relativ billigen Setup sehr viel (notabene symmetrische) Bandbreite ins Haus liefern, während die ewz Zürinet Anschlüsse einerseits künstlich kastriert und andererseits wegen dem Layer-2 Modell schlicht und ergreifend zu teuer sind. Um mich selber zu zitieren (1. Juni 2010):
Das [...] favorisierte Layer-2 FTTH mit aktiven Komponenten ist bereits scheintot, bevor es überhaupt richtig zum Leben erwachte.Zum Thema FTTB / Cat-5e kommt hier in ein paar Tagen ein Update ... Init7 steht kurz vor dem Abschluss eines Referenzprojektes. Soviel sei schon verraten: GigE ins Gebäude, FastE (symmetrisch!) für jeden Endkunden ... oder wie ich immer wieder mal zu sagen pflege: Adieu popeliges ADSL!
Geschrieben von Fredy Künzler
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Tags für diesen Artikel: 10vor10, cat-5, cat-5e, ewz, fibre-to-the-home, fttb, ftth, routerless, zürinet
Thursday, 19. August 2010
Tages-Anzeiger (SDA): «Überwachungswahn der Beamten in Bern»
von Fredy Künzler
Der Tages-Anzeiger respektive die Nachrichtenagentur SDA bringen es im Artikel «Überwachungswahn der Beamten in Bern» exakt auf den Punkt, was vom Entwurf der BÜPF-Revision zu halten ist: Nichts. Die übereifrigen Überwacher in Bern wollen unter anderem den "Bundestrojaner", obwohl er in Deutschland grandios gescheitert ist und vom dortigen Verfassungsgericht abgelehnt wurde. Und soooo anders als jenes unserer nördlichen Nachbarn ist unser Rechtsverständnis nun mal nicht - der Bundestrojaner würde auch am Bundesgericht scheitern.
Community-Kollege Pascal Gloor, u.a. Vizepräsident der Piratenpartei der Schweiz kommt im Artikel prominent zu Wort, und er droht im Namen der Piraten auch gleich mit dem Referendum gegen das neue BÜPF. Selbstverständlich werde ich dieses Referendum gegen dieses unmögliche neue BÜPF unterstützen, falls es denn tatsächlich im nationalen Parlament beschlossen werden sollte.
Der Tages-Anzeiger respektive die Nachrichtenagentur SDA bringen es im Artikel «Überwachungswahn der Beamten in Bern» exakt auf den Punkt, was vom Entwurf der BÜPF-Revision zu halten ist: Nichts. Die übereifrigen Überwacher in Bern wollen unter anderem den "Bundestrojaner", obwohl er in Deutschland grandios gescheitert ist und vom dortigen Verfassungsgericht abgelehnt wurde. Und soooo anders als jenes unserer nördlichen Nachbarn ist unser Rechtsverständnis nun mal nicht - der Bundestrojaner würde auch am Bundesgericht scheitern.
Community-Kollege Pascal Gloor, u.a. Vizepräsident der Piratenpartei der Schweiz kommt im Artikel prominent zu Wort, und er droht im Namen der Piraten auch gleich mit dem Referendum gegen das neue BÜPF. Selbstverständlich werde ich dieses Referendum gegen dieses unmögliche neue BÜPF unterstützen, falls es denn tatsächlich im nationalen Parlament beschlossen werden sollte.
Geschrieben von Fredy Künzler
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Saturday, 14. August 2010
Ein Monat hat 56 Tage
von Fredy Künzler
Am 14. Juli stand der IPv4-Countdown bei 365 Tagen. Heute, einen Monat später, auf 308. Der Countdown läuft also fast doppelt so schnell wie vor einem Monat angenommen, und dies während der Sommerpause. Ich finde das einigermassen beängstigend, denn es zeigt
a) dass korrekte Prognosen für das Ende von IPv4 fast unmöglich sind
und
b) dass es noch viel schneller geht als die meisten wahrhaben wollen.
Stand heute bei Potaroo:
Hinweisen möchte ich auf die IPv4-Depletion Site. Nebst den regelmässigen Updates gibt es einen Prognosen-Kalkulator, wo man selber verschiedene Szenarien nachrechnen kann (unbedingt die Video-Erklärung anschauen!).
Am 14. Juli stand der IPv4-Countdown bei 365 Tagen. Heute, einen Monat später, auf 308. Der Countdown läuft also fast doppelt so schnell wie vor einem Monat angenommen, und dies während der Sommerpause. Ich finde das einigermassen beängstigend, denn es zeigt
a) dass korrekte Prognosen für das Ende von IPv4 fast unmöglich sind
und
b) dass es noch viel schneller geht als die meisten wahrhaben wollen.
Stand heute bei Potaroo:
Projected IANA Unallocated Address Pool Exhaustion: 19-Jun-2011In den vergangenen 31 (realen) respektive 56 (Countdown) Tagen bekam APNIC wieder 2* /8 IPv4 Adressblöcke zugewiesen, und es werden nicht die letzten /8 Blöcke sein dieses Jahr. Der Adressverbrauch in Asien ist enorm, das muss man einfach mal zur Kenntnis nehmen.
Projected RIR Unallocated Address Pool Exhaustion: 21-Feb-2012
Hinweisen möchte ich auf die IPv4-Depletion Site. Nebst den regelmässigen Updates gibt es einen Prognosen-Kalkulator, wo man selber verschiedene Szenarien nachrechnen kann (unbedingt die Video-Erklärung anschauen!).
Tuesday, 10. August 2010
WOZ: ÜPF (Dienst Überwachung Post- und Fernmeldeverkehr des Bundes) sei technisch «völlig inkompetent»
von Fredy Künzler
Letzte Woche war in der WOZ (Wochenzeitung) ein brisanter Artikel mit dem Titel "Überforderte Überwacher" zu lesen. Massiv die Vorwürfe der WOZ an den ÜPF (Dienst Überwachung Post- und Fernmeldeverkehr), die Stelle in der Bundesverwaltung, die für die Umsetzung des BÜPF respektive VÜPF zuständig ist:
Letzte Woche war in der WOZ (Wochenzeitung) ein brisanter Artikel mit dem Titel "Überforderte Überwacher" zu lesen. Massiv die Vorwürfe der WOZ an den ÜPF (Dienst Überwachung Post- und Fernmeldeverkehr), die Stelle in der Bundesverwaltung, die für die Umsetzung des BÜPF respektive VÜPF zuständig ist:
«Die haben zu viele amerikanische Polizeiserien geguckt», sagt ein Mitarbeiter eines Internetproviders. Er spricht vom Dienst Überwachung Post- und Fernmeldeverkehr des Bundes. Kurz: ÜPF. In der Providerszene geniesst dieser Dienst einen schlechten Ruf: Er sei «technisch inkompetent», bedrohe die kleinen Firmen in ihrer Existenz und verfüge über zu viel Macht. [...] Der ÜPF kann durch von ihm verfasste technische Richtlinien neue Arten der Kommunikationsüberwachung einführen. So werden faktisch neue Arten des Eingriffs in die Grundrechte Betroffener geschaffen, ohne dass dem ein demokratischer Gesetzgebungsprozess zugrunde liegt. Derzeit wird das Überwachungsgesetz BÜPF zwar revidiert (ein Entwurf befindet sich in der Vernehmlassung), aber statt dass er die Ergebnisse dieses Prozesses abwarte, sei der ÜPF in seinem Eifer nicht zu bremsen, so ein Kritiker: «Die sind Legislative und Exekutive in Personalunion und werden ihrerseits von niemandem ernsthaft kontrolliert.»Der ÜPF wollte zu den Vorwürfen keine Stellung nehmen:
Die WOZ hätte den Zuständigen des Diensts Überwachung Post- und Fernmeldeverkehr gerne in einem Interview mit den Vorwürfen konfrontiert. Es gab aber nur vorgefertigte schriftliche Antworten. [...]
Geschrieben von Fredy Künzler
in Datenschutz
um
15:20
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Tags für diesen Artikel: bund, BÜPF, dba, eidgenossenschaft, EJPD, fernmeldegesetz, VÜPF, woz, überwachung, ÜPF
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Leserbrief im Landboten zur Bruderhaus-Verkehrsproblematik





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