Monday, 26. October 2009
Sunrise-Chef Christoph Brand über die Glasfaser-Zukunft
von Fredy Künzler
Sunrise-Chef Christoph Brand spricht in einem lesenswerten Interview mit dem Tages-Anzeiger über die Glasfaser-Zukunft der Schweiz:
Sunrise-Chef Christoph Brand spricht in einem lesenswerten Interview mit dem Tages-Anzeiger über die Glasfaser-Zukunft der Schweiz:
Christoph Brand: [...] Die Swisscom und die EW haben zugesichert, dass vor allem bei der zweiten Variante kein Anbieter diskriminiert werden darf.
Tages-Anzeiger: Was heisst das genau?
Brand: Streng genommen würde das bedeuten, dass Sunrise gleich viel zahlen würde, wie die EW der Swisscom verrechnen – oder die Swisscom intern sich selbst. Für uns wäre das ein Meilenstein.
Tages-Anzeiger: Wäre? Sie trauen der Sache nicht?
Brand: Bis jetzt sind es nur unverbindliche Versprechen. Darum werden wir der Swisscom und den Elektrizitätswerken in den kommenden Tagen Briefe schicken und Garantien einfordern.
Tages-Anzeiger: Und was fordern Sie?
Brand: Wir wollen eine schriftliche Bestätigung dessen, was uns versprochen wurde: dass wir in den Ortszentralen Zugang zum Glasfasernetz erhalten und dort unsere eigene Elektronik installieren können. Gleichzeitig wollen wir eine Offerte für die andere Variante – falls wir einen Teil des Betriebs der Swisscom und den EW überlassen. Über die Preise wird es in beiden Fällen sicher eine lange Diskussion geben. Ebenso zur Frage: Was heisst nicht diskriminierend? Werden alle gleich diskriminiert, mit Ausnahme desjenigen, der baut? Oder heisst es: Alle erhalten die gleichen Konditionen, wie sie sich die Swisscom selbst gewährt? Das wird eine spannende Diskussion werden. [...]
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Sunday, 25. October 2009
Equinix kauft Switch & Data - Monopoly in der US-Internet-Exchange Landschaft?
von Fredy Künzler
Am 21. Oktober hat Equinix die Aquisition von Switch & Data für nicht weniger als 689 Millionen Dollar bekannt gegeben. Während Equinix ein globaler Player der Datacenter-Industrie ist und auch in der Schweiz und Europa tätig ist, hat sich Switch & Data bislang auf den US-Markt konzentriert. Im Vergleich mit Equinix hat S&D allerdings einen grösseren US-Footprint. Insofern dürfte die Übernahme durchaus Sinn machen (Zitat aus der Medienmitteilung von Equinix):
Interessant sind die Slides zur geplanten Übernahme. Equinix kommt nach dem Merger auf über 70000 Racks und 6.1 Millionen Square Foot Datacenterfläche, das sind immerhin 566708m2 oder 56 Hektaren oder 77 Fussballfelder ...
Am 21. Oktober hat Equinix die Aquisition von Switch & Data für nicht weniger als 689 Millionen Dollar bekannt gegeben. Während Equinix ein globaler Player der Datacenter-Industrie ist und auch in der Schweiz und Europa tätig ist, hat sich Switch & Data bislang auf den US-Markt konzentriert. Im Vergleich mit Equinix hat S&D allerdings einen grösseren US-Footprint. Insofern dürfte die Übernahme durchaus Sinn machen (Zitat aus der Medienmitteilung von Equinix):
The combination of the two companies will further strengthen Equinix’s leadership position in the global data center services market by extending the company’s presence to 16 new markets across North America.Mit dieser Übernahme sind die wichtigsten Internet-Exchanges in den USA in einer Hand: Equinix besitzt in Ashburn den grössten Exchange an der Ostküste, während Switch & Data mit dem PAIX Palo Alto den wichtigsten Exchange an der Westküste betreibt. Daneben gibt es je noch eine Reihe weiterer Equinix-Exchanges respektive PAIX-Exchanges an verschiedenen Standorten. Die verbleibenden "unabhängigen" relevanten Exchanges wie NYIIX, LAIIX (beide Telehouse), AtlantaIX (TelX) sowie NOTA Miami (Terremark) kann man fast an einer Hand abzählen. Die US Exchanges sind meistens "für Profit", haben also einen kommerziellen Zweck, im Gegensatz zu Europäischen Internet Exchanges wie AMS-IX, DE-CIX oder LINX sind, welche von Non-Profit Organisationen betrieben werden. Ob die Wettbewerbsbehörden diese Übernahme noch genauer prüfen werden, entzieht sich meiner Kenntnis, die Monopolisierung der US-Internet-Exchange Landschaft wäre m.E. mindestens ein Punkt, den man genauer anschauen müsste.
Interessant sind die Slides zur geplanten Übernahme. Equinix kommt nach dem Merger auf über 70000 Racks und 6.1 Millionen Square Foot Datacenterfläche, das sind immerhin 566708m2 oder 56 Hektaren oder 77 Fussballfelder ...
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Tags für diesen Artikel: atlantaix, equinix, internet exchange, laiix, nota, nyiix, switch&data, übernahme
Wednesday, 21. October 2009
Der charmanteste Peering-Request
von Fredy Künzler
Der charmanteste Peering-Request gab es am NANOG #47 in Dearborn zu sehen respektive zu essen ... (Bild von Owen DeLong via Flickr)

Hintergrund der Geschichte ist ein Mail-Thread in der NANOG Mailingliste mit dem sinnigen Titel IPv6 internet broken, cogent/telia/hurricane not peering. Besonders aufschlussreich ist das Statement von Hurricane Electric Chef Mike Leber, während Cogent sich bislang nicht äusserte. Interessanterweise ist in der v6-Welt Cogent der "Kleine" und Hurricane Electric der "Grosse", wie man u.a. bei bgpmon.net nachsehen kann. Verkehrte Welt, nomalerweise bemüht sich der Kleine um ein Peering mit dem Grossen. Weshalb Cogent eine kaputte IPv6-Routingtabelle hat, sollen sie ihren Kunden selber erklären.
Dass Cogent schon ein paar mal negativ aufgefallen ist, weiss die Leserschaft dieses Blogs natürlich längst.
Update: Datacenter Knowledge schreibt eine ziemlich umfassende Analyse.
Der charmanteste Peering-Request gab es am NANOG #47 in Dearborn zu sehen respektive zu essen ... (Bild von Owen DeLong via Flickr)

Hintergrund der Geschichte ist ein Mail-Thread in der NANOG Mailingliste mit dem sinnigen Titel IPv6 internet broken, cogent/telia/hurricane not peering. Besonders aufschlussreich ist das Statement von Hurricane Electric Chef Mike Leber, während Cogent sich bislang nicht äusserte. Interessanterweise ist in der v6-Welt Cogent der "Kleine" und Hurricane Electric der "Grosse", wie man u.a. bei bgpmon.net nachsehen kann. Verkehrte Welt, nomalerweise bemüht sich der Kleine um ein Peering mit dem Grossen. Weshalb Cogent eine kaputte IPv6-Routingtabelle hat, sollen sie ihren Kunden selber erklären.
Dass Cogent schon ein paar mal negativ aufgefallen ist, weiss die Leserschaft dieses Blogs natürlich längst.
Update: Datacenter Knowledge schreibt eine ziemlich umfassende Analyse.
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Thursday, 8. October 2009
Wie das Internet funktioniert - The Internet Revealed: A film about IXPs
von Fredy Künzler
Euro-IX, der Europäische Verband der Internet Exchanges, hatte vor einiger Zeit einen Film-Wettbewerb ausgeschrieben, in dem Peering und all die wichtigen Begriffe zum Internet für jedermann verständlich erklärt werden. Der Sieger-Film The Internet Revealed: A film about IXPs ist mittlerweile bestimmt und ich denke, dass er ziemlich gut geworden ist. Viel Spass!
Euro-IX, der Europäische Verband der Internet Exchanges, hatte vor einiger Zeit einen Film-Wettbewerb ausgeschrieben, in dem Peering und all die wichtigen Begriffe zum Internet für jedermann verständlich erklärt werden. Der Sieger-Film The Internet Revealed: A film about IXPs ist mittlerweile bestimmt und ich denke, dass er ziemlich gut geworden ist. Viel Spass!
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Tuesday, 6. October 2009
ComCom-Chef Marc Furrer lamentiert (wieder mal) über zu hohe Mobilfunktarife
von Fredy Künzler
cash.ch interviewte ComCom-Chef Marc Furrer, der "Telekom-Regulator" der Schweiz. Anführungszeichen deshalb, weil ich grad darüber nachdenke, was denn in den letzten ein, zwei Jahre alles reguliert wurde?! Hmmm. Spontan fällt mir nicht viel ein. Es gibt ein paar pendente ULL Fälle (Swisscom-Kabelschächte, zum Beispiel). Die Festsetzung des Preises der sogenannten TAL, also der Kupferleitung zwischen Ortszentrale und Endkunde, ist mittlerweile über ein Jahr her.
Furrer äussert sich zum sich hartnäckig haltenden Gerücht, dass Orange respektive deren Mutter France Telecom Sunrise übernehmen wolle. Swisscom hält ca. 60% Marktanteil im Schweizer Mobilfunkmarkt, während Sunrise und Orange zusammen auf ca. 40% kommen würden. Furrer erhofft sich durch einen Zusammenschluss mehr Wettbewerb à la Migros und Coop, die sich bekanntlich nicht allzuviel schenken. Doch die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, und derweil kann man in Biel in den ComCom Büros abwarten und Tee trinken - es wird sich schon alles zum Guten wenden.
Statt mutig zur Tat zu schreiten lamentiert Furrer lieber:
cash.ch interviewte ComCom-Chef Marc Furrer, der "Telekom-Regulator" der Schweiz. Anführungszeichen deshalb, weil ich grad darüber nachdenke, was denn in den letzten ein, zwei Jahre alles reguliert wurde?! Hmmm. Spontan fällt mir nicht viel ein. Es gibt ein paar pendente ULL Fälle (Swisscom-Kabelschächte, zum Beispiel). Die Festsetzung des Preises der sogenannten TAL, also der Kupferleitung zwischen Ortszentrale und Endkunde, ist mittlerweile über ein Jahr her.
Furrer äussert sich zum sich hartnäckig haltenden Gerücht, dass Orange respektive deren Mutter France Telecom Sunrise übernehmen wolle. Swisscom hält ca. 60% Marktanteil im Schweizer Mobilfunkmarkt, während Sunrise und Orange zusammen auf ca. 40% kommen würden. Furrer erhofft sich durch einen Zusammenschluss mehr Wettbewerb à la Migros und Coop, die sich bekanntlich nicht allzuviel schenken. Doch die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, und derweil kann man in Biel in den ComCom Büros abwarten und Tee trinken - es wird sich schon alles zum Guten wenden.
Statt mutig zur Tat zu schreiten lamentiert Furrer lieber:
Bei nur noch einem Swisscom-Herausforderer müssten die Preise sinken. «Es dürfte nicht sein, dass der Herausforderer nur seine Marge optimiert und die Ersparnisse nicht zumindest zum Teil an die Kunden weitergibt», sagt Furrer. Tiefere Preise seien «bei unseren Mobiltarifen weiss Gott bitter nötig». Die Klagen der Konsumentenorganisationen seien denn auch berechtigt.
Neben einem Zusammenschluss von Sunrise und Orange sieht Furrer nur noch einen realistischen Weg, die hohen Mobilfunkkosten in der Schweiz runter zu bringen, nämlich so genannte Mobile Virtual Network Operators (MVNO). Diese bieten alle Telefondienste an, ohne ein eigenes Mobilfunknetz zu besitzen.
Zwar gibt es in der Schweiz schon Modelle, in denen Anbieter das Netz von anderen mitnutzen, dies jedoch zu überhöhten Preisen. Um das zu ändern müssten die Nutzungsgebühren vom Regulator festgelegt werden - und dafür bräuchte es wiederum eine Gesetzesrevision.
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Eveline Kunz ins Bezirksgericht Andelfingen





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