Ich bin zurück. Zwar noch etwa Jetlag, aber die Reise ans Global Peering Forum 2.0 hat sich definitiv gelohnt (Danke allen Hosts und Sponsoren! - hier die offizielle Medienmitteilung). Nebst der karibischen Sonne und unzähligen Gesprächen wurden einige sehr lehrreiche Präsentationen über die Gegenwart und Zukunft unserer Industrie gehalten.
Von Force10 erfuhren wir im Vortrag "100 Gigabit Ethernet and IETF update: How much faster and how soon?" schlechte Neuigkeiten: 100GigE Ports werden allerfrühestens in 3 bis 5 Jahren verfügbar werden. Doch die versammelte Community war sich einig: man braucht 100Gig heute und sofort. AMS-IX, der weltgrösste Public Internet Exchange, aggregiert bereits heute 8x 10Gig zwischen Switches und muss nächstens auf 16x 10Gig Aggregation ausbauen. Das Trafficwachstum ist einfach gigantisch.
Grund: Video, alle Derivate. Youtube an vorderster Front, daneben Content Delivery Networks (CDN) wie Akamai und Limelight Networks und andere Content Provider schaufeln jeden Monat 10%, 20% mehr Traffic (bei Zattoo ist es nicht anders). Da ist es nur logisch, dass eine Panel-Diskussion mit dem Thema "Video Content Networking: Does it scale?" für sehr viel Gesprächsstoff sorgte.
Manche Breitband-Provider (Eyeballs in der Fach-Terminologie) scheinen gerüstet für das kommende Traffic-Wachstum, andere hingegen haben das Problem, dass noch nicht abgeschriebene Hardware bereits wieder ersetzt werden muss. Da ist eigentlich klar, dass Eyeball-Provider neue Einnahmequellen suchen und vorzugsweise Geld von den Content-Providern fordern. Diese hingegen sind nicht bereit zu zahlen, denn die Eyeballs - also die Kunden des Eyeball-Providers - wollen ja den Content sehen und zahlen für ihren Breitband-Anschluss. Eine Erhöhung der Gebühr für ADSL oder Cable steht aber vielerorts ausser Frage aufgrund der lokalen Marktsituation. Letztendlich ist alles auch eine Frage der Netzneutralität und damit eigentlich der Politik - vielleicht äussert sich ja unser Bundesrat Moritz Leuenberger mal zu diesem Thema - Telekommunikation gehört ja bekanntlich ins UVEK.
Zurück zum GPF20: William B. Norton präsentierte sein Whitepaper Internet Video: Disruptions to the Peering Ecosystem. Die Materie ist komplex, ich kann aber aus der Erfahrung mit der Zattoo-Infrastruktur weitgehend zustimmen. Wer's interessiert: 2 bis 3 Stunden muss man das Dokument schon studieren.
Zusammengefasst: in manchen Städten der USA ist die Nachfrage nach Internet-Bandbreite bereits grösser als das Angebot. 10Gig Ports mit 10Gig CDR (Commitment) kann man gar nicht mehr kaufen, weil die Kapazitäten der sogenannten TIER-1 Carrier erschöpft sind. Wenn zu wenig long-haul Kapazität vorhanden ist, bleibt einem nichts anderes übrig, als den Content näher zu den Eyeballs zu bringen - wie Patrick Gilmore von Akamai sagte: "lets put the servers next to the DSLAM". Und dies hat unweigerlich Auswirkungen auf die bisher gültigen Peering-Regeln, und auch auf das Preisgefüge von IP Transit. Die jahrelange Talfahrt für Global Transit ist endgültig vorbei - mancherorts dürften die Preise sogar steigen.
Zum Thema knappeColocation: auch hier verschärft sich die Situation. Am GPF wurde kolportiert, dass jede neue Colo von Equinix bei Eröffnung bereits zu 50% ausverkauft sei. Und jede neue Colo ist eine Investition von Dutzenden von Millionen. Damit ist eigentlich schon jetzt klar, dass auch Colospace global teurer wird. Wer will, kann ja in Aktien von Terremark investieren.
Im Gebäude drin durfte ich leider keine Bildli mehr machen - diese wären spannender gewesen ...
Nachtrag: Senator Ted Stevens "The Internet is not a big truck, it's a series of tubes!" ist inzwischen derart populär, dass Equinix es als T-Shirt Aufschrift benutzt.
Papier-Spam
von Fredy Künzler
Beim Anlegen am Hafen von Belize anlässlich unser kleinen Reise mit dem Global Peering Forums wurde mir ein richtiger Papier-Spam in die Hände gedrückt, den ich natürlich der Leserschaft nicht vorenthalten kann:
(gesamter Papie
Weblog: CH Internet Szene Aufgenommen: Apr 02, 19:12
Der Freddy hats langsam begriffen - die Rosinenpickerzeit ist vorbei. Entweder man hat Leitunen und Kapazität und kan das verkaufen - die Idee von Zattoo -Youtube und wie die alle heissen - gratis zu übermitteln ist chancen und aussichtslos.
Zuerst kommt VoIP und dieses Volumen wird 85 % des gesamten IP Netzes in Beschlag nehmen in den nächsten Jahren. Da bleibt für gratis "Bildli" Services restlos nichts mehr übrig.
Wenn der Freddy also in Swisscom und Akamai investieren würde verdient er in Zukunft mehr als mit Bildübermittlung
von Fredy Künzler Beim Anlegen am Hafen von Belize anlässlich unser kleinen Reise mit dem Global Peering Forums wurde mir ein richtiger Papier-Spam in die Hände gedrückt, den ich natürlich der Leserschaft nicht vorenthalten kann: (gesamter Papie
Aufgenommen: Apr 02, 19:12