von Fredy Künzler
Datacenter Map hat eine sehr gute Zusammenstellung zum
Status des Datacenter-Markts veröffentlicht, die ich meiner Leserschaft nicht vorenthalten möchte. Es gibt - global gesehen - einen Giganten (Equinix) und eine Reihe mittlerer Player. Ob schiere Grösse allerdings den doch vorwiegend lokalen und regionalen Kunden tatsächlich einen Vorteil bringt, wage ich zu bezweifeln. Meiner persönlichen Erfahrung nach muss man als Kunde mit Colospace an verschiedenen Standorten doch mit jeder Niederlassung individuell reden.
Zwei Beispiele: Meine Anfrage bei Equinix Zürich für einen Service in Übersee ist schlicht und einfach versandet - man konnte mir nicht mal einen Ansprechpartner nennen -, und der Kontakt mit dem ESC von InterXion (European Service Center) ist in aller Regel ein Ärgernis. Das ESC sollte eigentlich zentral den Zugang verwalten und Aufträge dispatchen, doch immer dann, wenns mal wirklich eilt, scheitert man an einem Bürokraten-Apparatschik. Diese Qualifikation braucht man vermutlich, wenn man beim ESC arbeiten will...
Auch Package-Deals über verschiedene Standorte versucht man vergeblich zu bekommen - die nationalen und regionalen Gärtchen werden überall gut gepflegt. Man muss wohl als Kunde Microsoft oder Google heissen, um eine bessere Betreuung zu bekommen. Die Erkenntnis "grosse Firma - lange Entscheidungswege" macht auch vor der Datacenter-Industrie nicht halt. Vermutlich ist man als Kunde mit einem Bedarf von einem, zwei Racks bei einem kleinen regionalen Player besser aufgehoben.
Ein Blick auf die Expansionspläne der verschiedenen Player der Datacenter-Industrie zeigt, dass das Colocation Business gewaltig brummen muss. Die
im 2007 gemachten Prognosen scheinen sich zu bewahrheiten. Nur schon das Beispiel des Giganten Equinix (der durch die
Übernahme von Switch & Data noch grösser wurde) zeigt, dass die Nachfrage offenbar ungebrochen wächst:
(via
Datacenter Knowledge)