Tuesday, 16. November 2010
In eigener Sache: Werbung auf blogg.ch
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Sehr geehrter Herr Künzler
Bin schon etwas erstaunt, ich bin ja kein Politiker wie Sie, aber selbst ich hätte so viel Idealismus, dass ich es keine Sekunde ertragen könnte, wenn auf meiner eigenen Website eine Wahlwerbung erscheinen würde, insbesondere wenn sie nicht der eigenen Überzeugung entspricht. Dass Ihnen die Einnahmen aus diesen Werbebannern offenbar wichtiger sind, als Ihre politische Überzeugung finde ich äusserst befremdlich. Ich selbst werde auch bald einen eigenen Blog aufschalten und dabei auf Werbung jeglicher Art verzichten.
Freundliche Grüsse Christoph Lohri
Bin schon etwas erstaunt, ich bin ja kein Politiker wie Sie, aber selbst ich hätte so viel Idealismus, dass ich es keine Sekunde ertragen könnte, wenn auf meiner eigenen Website eine Wahlwerbung erscheinen würde, insbesondere wenn sie nicht der eigenen Überzeugung entspricht. Dass Ihnen die Einnahmen aus diesen Werbebannern offenbar wichtiger sind, als Ihre politische Überzeugung finde ich äusserst befremdlich. Ich selbst werde auch bald einen eigenen Blog aufschalten und dabei auf Werbung jeglicher Art verzichten.
Freundliche Grüsse Christoph Lohri
Grüezi Herr Lohri,
Die Annahme, dass es ums Geld gehe, ist falsch. Die Werbung ist nicht so einträglich, dass man reich davon würde. Ich habe schon länger mehr keine Abrechnung gesehen, schätze aber, dass es so ca. für ein Nachtessen zu zweit pro Monat reicht.
Meine Überzeugung geht dahin, dass ich gegen Zensurmassnahmen bin. Und genau deshalb will ich die Ausschaffungs-Werbung laufen lassen. Ich glaube nicht, dass auch nur eine stimmberechtigte Person mehr "Ja" oder "Nein" stimmen wird als ohne diese Werbung. Es steigert höchstens die Stimmbeteiligung, weil man allenfalls daran erinnert wird, auch abzustimmen.
Als linker Politiker müsste ich null-komma-nix diese Werbung entfernen, denkt doch jeder, das wäre die einzig angemessene Reaktion. Indem die Werbung jedoch bleibt, wird erst diese Debatte ermöglicht.
Nach dem 28. November ist hier dann hoffentlich wieder alles normal...
Beste Grüsse,
Fredy Künzler
Die Annahme, dass es ums Geld gehe, ist falsch. Die Werbung ist nicht so einträglich, dass man reich davon würde. Ich habe schon länger mehr keine Abrechnung gesehen, schätze aber, dass es so ca. für ein Nachtessen zu zweit pro Monat reicht.
Meine Überzeugung geht dahin, dass ich gegen Zensurmassnahmen bin. Und genau deshalb will ich die Ausschaffungs-Werbung laufen lassen. Ich glaube nicht, dass auch nur eine stimmberechtigte Person mehr "Ja" oder "Nein" stimmen wird als ohne diese Werbung. Es steigert höchstens die Stimmbeteiligung, weil man allenfalls daran erinnert wird, auch abzustimmen.
Als linker Politiker müsste ich null-komma-nix diese Werbung entfernen, denkt doch jeder, das wäre die einzig angemessene Reaktion. Indem die Werbung jedoch bleibt, wird erst diese Debatte ermöglicht.
Nach dem 28. November ist hier dann hoffentlich wieder alles normal...
Beste Grüsse,
Fredy Künzler
Hallo Herr Künzler
Versteh ich nicht: Wenn man Werbung zulässt im eigenem Medium, auch wenn nicht in "der eigenen redaktionellen Verantwortung", für was macht man dies wenn nicht für Geld? Nur um aufzuzeigen, dass Meinungsfreiheit ein (unbestritten) wichtiges Gut ist?
Anders gefragt: Besser zeigen könnte man beides (mehr Geld/Klicks bzw. Meinungsfreiheit) mit Werbung näher an der Grenze zur Illegalität (Stichworte "zwischenmenschliche Beziehungen", "Rauschmittel", "extreme politische Standpunkte"), oder? Anders gefragt, über welche Werbeinhalte werden wir in naher Zukunft diskutieren, wo ziehen wir die Grenze?
Werbung wirkt vermutlich seltener kontraproduktiv als vermutet: deshalb glaube ich nicht, dass diese Werbung hier (die ich mit den richtigen firefox add-ons nicht sehe) gleichviele Ja/Nein Stimmen erzeugen wird.
Danke für die Debatte.
MfG
Martin Widmer
Versteh ich nicht: Wenn man Werbung zulässt im eigenem Medium, auch wenn nicht in "der eigenen redaktionellen Verantwortung", für was macht man dies wenn nicht für Geld? Nur um aufzuzeigen, dass Meinungsfreiheit ein (unbestritten) wichtiges Gut ist?
Anders gefragt: Besser zeigen könnte man beides (mehr Geld/Klicks bzw. Meinungsfreiheit) mit Werbung näher an der Grenze zur Illegalität (Stichworte "zwischenmenschliche Beziehungen", "Rauschmittel", "extreme politische Standpunkte"), oder? Anders gefragt, über welche Werbeinhalte werden wir in naher Zukunft diskutieren, wo ziehen wir die Grenze?
Werbung wirkt vermutlich seltener kontraproduktiv als vermutet: deshalb glaube ich nicht, dass diese Werbung hier (die ich mit den richtigen firefox add-ons nicht sehe) gleichviele Ja/Nein Stimmen erzeugen wird.
Danke für die Debatte.
MfG
Martin Widmer
Grüezi Herr Widmer,
Nun, der Gedanke etwas mit dem Bloggen zu verdienen war ursprünglich sicher mal da, allerdings hat sich mein Fokus in den letzten Jahren verschoben. Der Werbeplatz ist in einem Pool integriert und läuft so schon mehrere Jahre. Eine Veranlassung etwas zu verändern war bisher nicht gegeben.
Natürlich könnte man jetzt behaupten, die genannte Werbung sei ein Anlass, den Werbeplatz zu entfernen, allerdings widerstrebt mir das aus den genannten Gründen - ich habe ein Anti-Zensur-Reflex, auch wenns nicht unbedingt bequem ist.
Bezüglich des Inhalts der Werbung: also ein ethisch akzeptabler Level garantiert Adlink schon, das wurde seinerzeit so festgelegt. Es wird z.B. kein Adult-Content beworben. Die Frage ist natürlich berechtigt, ob Adlink mit der genannten politischen Werbung die seinerzeitige Vereinbarung ritzt. Ich werde diesbezüglich mal nachfragen lassen.
Beste Grüsse,
Fredy Künzler
Nun, der Gedanke etwas mit dem Bloggen zu verdienen war ursprünglich sicher mal da, allerdings hat sich mein Fokus in den letzten Jahren verschoben. Der Werbeplatz ist in einem Pool integriert und läuft so schon mehrere Jahre. Eine Veranlassung etwas zu verändern war bisher nicht gegeben.
Natürlich könnte man jetzt behaupten, die genannte Werbung sei ein Anlass, den Werbeplatz zu entfernen, allerdings widerstrebt mir das aus den genannten Gründen - ich habe ein Anti-Zensur-Reflex, auch wenns nicht unbedingt bequem ist.
Bezüglich des Inhalts der Werbung: also ein ethisch akzeptabler Level garantiert Adlink schon, das wurde seinerzeit so festgelegt. Es wird z.B. kein Adult-Content beworben. Die Frage ist natürlich berechtigt, ob Adlink mit der genannten politischen Werbung die seinerzeitige Vereinbarung ritzt. Ich werde diesbezüglich mal nachfragen lassen.
Beste Grüsse,
Fredy Künzler
> ethisch akzeptabler Level garantiert Adlink schon...z.B. kein Adult-Content
Diese Aussage verwundert mich sehr; von jemandem welcher für ein freies Internet kämpft. Findest du dass pr0n kein ethisch akzeptabler Level hat? Dir ist aber schon bewusst, dass das Internet ohne pr0n nur etwa 5% der heutigen User-Akzeptanz hätte?
Diese Aussage verwundert mich sehr; von jemandem welcher für ein freies Internet kämpft. Findest du dass pr0n kein ethisch akzeptabler Level hat? Dir ist aber schon bewusst, dass das Internet ohne pr0n nur etwa 5% der heutigen User-Akzeptanz hätte?
Die Antwort meines Kollegen, der den Werbepool managed, wo blogg.ch eingebunden ist:
"Wir wurden von Adlink mal angefragt, ob auf unserem Netz politische Werbung erlaubt, respektive möglich ist. Da mit Natalie Rickli eine prominente SVP Nationalrätin involviert ist (sie arbeitet bei Goldbach), habe wir unter folgenden Voraussetzungen zugestimmt:
Die Werbefläche steht allen politischen Parteien, Organisationen zu gleichen Konditionen zur Verfügung, unabhängig, ob sie dem pro oder kontra Lager zur Verfügung stehen.
Vermutlich ist das Bewusstsein noch nicht in allen politischen Lagern vorhanden, dass man auch im Netz mittels Werbeflächen für politische Anliegen kämpfen kann."
"Wir wurden von Adlink mal angefragt, ob auf unserem Netz politische Werbung erlaubt, respektive möglich ist. Da mit Natalie Rickli eine prominente SVP Nationalrätin involviert ist (sie arbeitet bei Goldbach), habe wir unter folgenden Voraussetzungen zugestimmt:
Die Werbefläche steht allen politischen Parteien, Organisationen zu gleichen Konditionen zur Verfügung, unabhängig, ob sie dem pro oder kontra Lager zur Verfügung stehen.
Vermutlich ist das Bewusstsein noch nicht in allen politischen Lagern vorhanden, dass man auch im Netz mittels Werbeflächen für politische Anliegen kämpfen kann."
Ist es wirklich nötig, darüber zu diskutieren? Darf nicht jeder einfach seine Meinung äussern, solange sie legal ist? Ich dachte, wir hätten dieses Stadium längst hinter uns gelassen.
Das Thema ist mit dem heutigen Tagen gegessen.
Das Volk hat sich die Meinung selber gemacht.
Da braucht es keine Entschuldigung durch Fredy Künzler.
Mit oder ohne Banner hat es richtig entschieden und das ist gut so!
Das Volk hat sich die Meinung selber gemacht.
Da braucht es keine Entschuldigung durch Fredy Künzler.
Mit oder ohne Banner hat es richtig entschieden und das ist gut so!
Leider gewinnen in der CH immer die Leute mit dem grössten Werbebudget. Ein sehr schönes Beispiel ist die SP Steuerinitiative. Das Volk lässt sich eben mit genug Kampagnen-$s kaufen. Ein Armutszeichen für uns CHer.

Leserbrief im Landboten: Hellgrün (GLP) trägt ein hellbraunes Unterhemd




