Saturday, 21. June 2008
IPv6 und die Hersteller - das Huhn-und-Ei Prinzip
von Fredy Künzler
Schon ein paar Wochen zurück liegt die Recherche zu diesem Blog-Eintrag, die freundlicherweise Kollege Marcel Stutz von Solnet vorgenommen hat: er befragte einige Hersteller von CPE-Devices für Residentials zu ihrer IPv6-Strategie. Oder - allgemein verständlich ausgedrückt: ob und wann xDSL-Router für Endverbraucher IPv6-kompatibel werden.
Dass der IPv4-Zähler unweigerlich Richtung Null zählt, weiss die geschätzte blogg.ch-Leserschaft längst, die meisten Hersteller von ADSL- und Cable-Endgeräten scheinen jedoch bis auf weiteres ziemlich ignorant zu sein:
Zyxel:
Eine Erkenntnis für potenzielle CPE-Device Kunden: kaufe was billiges oder ein Occasions-Gerät bei Ricardo oder Ebay. Das Teil muss sowieso nicht mehr lange halten, weil es mit Sicherheit nie IPv6-kompatibel sein wird. Die Alternative: etwas anständiges von Cisco - jene Kistchen können nämlich schon lange richtig IPv6, oder man betreibt den ADSL Router als Modem und terminiert den L2TP Tunnel mit Native-IPv6 Support auf einem "intelligenteren" Gerät.
Native-IPv6 auf Breitband für die Massen scheint sowieso noch ein weiter Weg (auch Init7 ist noch nicht soweit, aber wir schaffen dran, und nein, es gibt noch keinen Termin). Bis dahin muss ein Tunnelbroker aushelfen - immerhin sind die kostenlos. Oder man ist bei einem der wenigen Provider, die es schon anbieten - die kann man allerdings noch an einer Hand abzählen, und die big Names sind sicher nicht dabei.
Schon ein paar Wochen zurück liegt die Recherche zu diesem Blog-Eintrag, die freundlicherweise Kollege Marcel Stutz von Solnet vorgenommen hat: er befragte einige Hersteller von CPE-Devices für Residentials zu ihrer IPv6-Strategie. Oder - allgemein verständlich ausgedrückt: ob und wann xDSL-Router für Endverbraucher IPv6-kompatibel werden.
Dass der IPv4-Zähler unweigerlich Richtung Null zählt, weiss die geschätzte blogg.ch-Leserschaft längst, die meisten Hersteller von ADSL- und Cable-Endgeräten scheinen jedoch bis auf weiteres ziemlich ignorant zu sein:
Zyxel:
Zur Zeit unterstützen keine aktuellen CPE's die Anforderungen an IPv6 ausser dem P-662HW-61, da dieser Router aber keine grosse Nachfrage hatte, ist er bereits wieder End of Life gesetzt! Eventuell werden die neuen USG Firewalls zu einem späteren Zeitpunkt die Anforderungen an IPv6 erfüllen. Der höhere Hardwarepreis für IPv6 taugliche CPE's wolle anscheinend niemand bezahlen.AVM (Fritzbox):
Wir beobachten den Markt, solange aber die Top 3-ISP in Deutschland IPv6 nicht als wichtig erachten, da mehr als genügend IPv4 Adressen in Reserve sind, wird AVM nichts tun. Auch kann man davon ausgehen, dass jeder Kunde ein neues CPE kaufen muss, weil mehr Flash-Speicher und eine stärkere CPU nötig sein dürfte.D-Link:
IPv6 ist in unseren aktuellen DSL- und Router-CPE´s noch nicht unterstützt. Dies wird aber kommen müssen. Wir warten noch auf Info aus Taiwan, bis wann wir in welchem Gerät damit rechnen können.DrayTek:
Sample-CPE, die IPv4/IPv6 können, sollen Mitte Q4/2008 erhältlich sein, jedoch nur AnnexA (Analog-ADSL), für AnnexB (ISDN) wird es Q2/2009. Serien-CPE's für IPv4/IPv6 von DrayTek werden Ende 2009 / Anfang 2010 kommen.Schlimm. Zyxel hätte eigentlich einen Vorsprung, vergibt diesen aber leichtfertig und stampft das einzige IPv6-fähige CPE-Device wieder ein (ob es tatsächlich ordentlich funktioniert, entzieht sich allerdings meiner Kenntnis). AVM glaubt, die ISP's sollen es richten ... da kommen mir die Biogas-Autos in den Sinn, die mangels Tankstellen kaum gebaut und verkauft werden, und die Tankstellen bauen keine Gas-Zapfsäulen mangels Kunden ... das klassische Huhn-und-Ei Prinzip. D-Link verweist auf Entwickler in Taiwan, die ja ganz sicher nichts anderes zu tun haben, als IPv6 zu implementieren. Immerhin: bei DrayTek hat man IPv6 wenigstens auf der Roadmap, allerdings ist kurzfristig nicht mit serienreifen Resultaten zu rechnen.
Eine Erkenntnis für potenzielle CPE-Device Kunden: kaufe was billiges oder ein Occasions-Gerät bei Ricardo oder Ebay. Das Teil muss sowieso nicht mehr lange halten, weil es mit Sicherheit nie IPv6-kompatibel sein wird. Die Alternative: etwas anständiges von Cisco - jene Kistchen können nämlich schon lange richtig IPv6, oder man betreibt den ADSL Router als Modem und terminiert den L2TP Tunnel mit Native-IPv6 Support auf einem "intelligenteren" Gerät.
Native-IPv6 auf Breitband für die Massen scheint sowieso noch ein weiter Weg (auch Init7 ist noch nicht soweit, aber wir schaffen dran, und nein, es gibt noch keinen Termin). Bis dahin muss ein Tunnelbroker aushelfen - immerhin sind die kostenlos. Oder man ist bei einem der wenigen Provider, die es schon anbieten - die kann man allerdings noch an einer Hand abzählen, und die big Names sind sicher nicht dabei.
Geschrieben von Fredy Künzler
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20:37
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Sunday, 3. February 2008
Wie Swisscom die ADSL Kunden fesselt
von Fredy Künzler
Vor eineinhalb Wochen hatte Swisscom Wholesale zum Event über die Neuerungen in Sachen ADSL & Co. geladen, darüber habe ich schon ausführlich berichtet - mitunter auf Aufforderung von Wholesale-Verkaufschef Dieter Moser. Dass ich anderntags ziemlich massiv angepflaumt wurde und mir vom Legal Dept. der Swisscom ausgerichtet wird, ich hätte wieder mal gegen das NDA zwischen Init7 und Swisscom verstossen, sei hier bloss eine Randnotiz.Dieser Laden ist sowas von schizophren. Bei Swisscom weiss offenbar die Linke nicht, was die Rechte tut ... Wikipedia benennt dieses Phänomen übrigens Dissoziative Identitätsstörung. Trotzdem wird auf Teufel komm raus fusioniert - vermutlich um der Forderung von Sunrise-Boss Brand nach der Kabel-und-Schacht-AG zu erschweren. Letztere ist übrigens nicht neu, ich habe genau dieses Modell der von Swisscom unabhängigen Netz- und Infrastrukturgesellschaft schon anno 2005 gefordert. Doch ich komme vom Thema ab.
Wie gesagt, Swisscom hat die Wholesalepreise für ADSL gesenkt, und am besagten Event vorletzte Woche auch vollmundig behauptet, alle ADSL-Setup-Gebühren würden für immer eliminiert (bereits vorher waren einige Setup-Gebühren als Kickback den Providern wieder gutgeschrieben worden). Unsere Nachfrage anderentags bezüglich den sogenannten Providerwechselgebühren wurde jedoch leider negativ beantwortet. Der ADSL Providerwechsel, also wenn ein ADSL Kunde z.B. von VTX zu green.ch wechselt, wird nach wie vor mit 100 Franken von Swisscom Wholesale in Rechnung gestellt. Und dies, obwohl gar kein manueller Aufwand entsteht, dieser Prozess ist voll automatisiert.
Dass die Providerwechselgebühr nicht ebenfalls auf Null gesenkt wurde, ist ein politischer Entscheid, um Bluewin zu schützen. Als grösster Anbieter hat Bluewin am meisten zu verlieren, und da der Markt ziemlich verteilt ist, kann man als ADSL-Provider nur noch auf Kosten anderer wachsen. Durch diese Massnahme wird der Wettbewerb unter den ADSL-Providern verhindert, und das dürfte kaum im Interesse der Kunden sein.
Vor eineinhalb Wochen hatte Swisscom Wholesale zum Event über die Neuerungen in Sachen ADSL & Co. geladen, darüber habe ich schon ausführlich berichtet - mitunter auf Aufforderung von Wholesale-Verkaufschef Dieter Moser. Dass ich anderntags ziemlich massiv angepflaumt wurde und mir vom Legal Dept. der Swisscom ausgerichtet wird, ich hätte wieder mal gegen das NDA zwischen Init7 und Swisscom verstossen, sei hier bloss eine Randnotiz.
Wie gesagt, Swisscom hat die Wholesalepreise für ADSL gesenkt, und am besagten Event vorletzte Woche auch vollmundig behauptet, alle ADSL-Setup-Gebühren würden für immer eliminiert (bereits vorher waren einige Setup-Gebühren als Kickback den Providern wieder gutgeschrieben worden). Unsere Nachfrage anderentags bezüglich den sogenannten Providerwechselgebühren wurde jedoch leider negativ beantwortet. Der ADSL Providerwechsel, also wenn ein ADSL Kunde z.B. von VTX zu green.ch wechselt, wird nach wie vor mit 100 Franken von Swisscom Wholesale in Rechnung gestellt. Und dies, obwohl gar kein manueller Aufwand entsteht, dieser Prozess ist voll automatisiert.
Dass die Providerwechselgebühr nicht ebenfalls auf Null gesenkt wurde, ist ein politischer Entscheid, um Bluewin zu schützen. Als grösster Anbieter hat Bluewin am meisten zu verlieren, und da der Markt ziemlich verteilt ist, kann man als ADSL-Provider nur noch auf Kosten anderer wachsen. Durch diese Massnahme wird der Wettbewerb unter den ADSL-Providern verhindert, und das dürfte kaum im Interesse der Kunden sein.
VTX macht Monopolrenten-Unbundling
von Fredy Künzler
VTX, der "Feigenblatt-Provider" der Swisscom (sowas behaupten angeblich Leute aus Sunrise-Kreisen - denn dank VTX könne man in Worblaufen behaupten, dass ULL doch gut funktioniere!), hat letzte Woche ein ADSL2+ Service vorgestellt, das auf Unbundling basiert und bisher im Einzugsgebiet von einigen Dutzend Telefonzentralen in grösseren Städten verfügbar sei. Für "nur 34 Franken pro Monat", behauptet die mir zugemailte Pressemitteilung:
Eigentlich haben wir doch gemeint, dass mit dem Unbundling endlich die verhasste Monopolrente entfällt und der Kupferdraht in den Gesamt-Service eingerechnet wird. Ein Preis, ein Komplettservice. Doch nix da: Zu den CHF 34.00 von VTX für den ADSL2+ Service kommen die CHF 25.25 für den "Telefonanschluss" einfach oben drauf, obwohl man einen VoIP Service bekommt. Da zünde ich den Heute-Journi Bö an, er hätte schlecht recherchiert, er fragt bei VTX nach und die Telefonistin bestätigt, dass die Monopolrente einfach neu von VTX fakturiert (!) würde. Man kann den Teufel auch mit dem Beelzebub austreiben.
Früher war das doch genauso mit den Preisen der Flugticktes: Der Flug von Zürich nach London kostet 1 Franken, gemäss der vollmundigen Werbung. Von den 125 Franken Flughafentaxen, 24 Franken Treibstoffzuschlag, 13 Franken für Getränk und Sandwich, 7 Stutz Groundhandling-Fee, 18 Franken Zuschlag pro Koffer, 25 Franken Reservationsgebühr und 8 Franken Ticket-Printgebühr sprach selbstverständlich niemand. Macht total 221 Franken, wänn sie wänd so guet si.
VTX, der "Feigenblatt-Provider" der Swisscom (sowas behaupten angeblich Leute aus Sunrise-Kreisen - denn dank VTX könne man in Worblaufen behaupten, dass ULL doch gut funktioniere!), hat letzte Woche ein ADSL2+ Service vorgestellt, das auf Unbundling basiert und bisher im Einzugsgebiet von einigen Dutzend Telefonzentralen in grösseren Städten verfügbar sei. Für "nur 34 Franken pro Monat", behauptet die mir zugemailte Pressemitteilung:
VTX bestätigt seine Pionierrolle im Liberalisierungsprozess der «Letzten Meile» mit einem Angebot für Internetbenutzer, die das beste Preis-Leistungs-Verhältnis suchen. Die neue Dienstleistung kostet 34 Franken und ist somit 40 % günstiger als jene der nicht liberalisierten Konkurrenz.Zudem verschickt die beauftrage PR-Agentur von VTX (die allerdings nicht allzuviel Ahnung hat) ein paar PDF-Dokumente, die belegen sollen, dass VTX massiv günstiger sei als die etablierten Produkte von Swisscom und Sunrise. Hmmm. Denn:
Nähere Informationen können Sie aus der beiliegenden Pressemitteilung entnehmen. Wir sind überzeugt, dass diese Neuigkeit Ihre Leser resp. Zuhörer oder Zuschauer interessiert. Für zusätzliche Informationen stehen wir Ihnen selbstverständlich gerne zur Verfügung.
Eigentlich haben wir doch gemeint, dass mit dem Unbundling endlich die verhasste Monopolrente entfällt und der Kupferdraht in den Gesamt-Service eingerechnet wird. Ein Preis, ein Komplettservice. Doch nix da: Zu den CHF 34.00 von VTX für den ADSL2+ Service kommen die CHF 25.25 für den "Telefonanschluss" einfach oben drauf, obwohl man einen VoIP Service bekommt. Da zünde ich den Heute-Journi Bö an, er hätte schlecht recherchiert, er fragt bei VTX nach und die Telefonistin bestätigt, dass die Monopolrente einfach neu von VTX fakturiert (!) würde. Man kann den Teufel auch mit dem Beelzebub austreiben.
Früher war das doch genauso mit den Preisen der Flugticktes: Der Flug von Zürich nach London kostet 1 Franken, gemäss der vollmundigen Werbung. Von den 125 Franken Flughafentaxen, 24 Franken Treibstoffzuschlag, 13 Franken für Getränk und Sandwich, 7 Stutz Groundhandling-Fee, 18 Franken Zuschlag pro Koffer, 25 Franken Reservationsgebühr und 8 Franken Ticket-Printgebühr sprach selbstverständlich niemand. Macht total 221 Franken, wänn sie wänd so guet si.
Thursday, 24. January 2008
ADSL wird - hmmm - billiger, vielleicht?
von Fredy Künzler
Swisscom Wholesale (oder wie FWS Fixnet Wholesale neu auch immer heisst) hat die Partner, also die anderen ADSL Provider, wieder mal zu einer sogenannten "Informationsveranstaltung" eingeladen - diesmal ins Condor Filmstudio im Zürcher Seefeld. Coolere Location ... ich mag solche Events, nicht zuletzt weil man die Leute der Provider-Community wieder sieht, denn - und das mag erstaunen - die ISP-Community ist eigentlich recht klein, vielleicht bloss ein paar Dutzend, die man zum harten Kern zählen kann.
Ich ging, was die ADSL Thematik betraf, ziemlich erwartungslos hin, und auch auf hartnäckiges Insistieren von Philippe Ayer, ADSL-Productmanager mit Swisscom-Inventarnummer, fiel mir keine schlaue Antwort zu meiner Erwartung ein. Insofern war ich einigermassen überrascht, dassFWS Swisscom Wholesale eine ziemliche Preissenkung auf ADSL Ports und Backhaul bekanntgab (offiziell wird alles morgen früh in einer Medienmitteilung veröffentlicht). Insbesondere der Backhaul wird günstiger, und man nähert sich langsam den Preisvorstellungen, welche die alternativen ADSL-Provider schon vor 5 Jahren gefordert hatten.
Der neue Wholesale-Chef, ex-Swisscom-Mobile Kadermann Daniel Staub (glaub, ich habs nicht so mit den Nachnamen, weil ich an solchen Events alle zu Duzen pflege), glaubte ernsthaft, er kriege für die Preissenkung Applaus. Doch die ADSL-Partner nahmen es mit stoischer Ruhe zur Kenntnis, man läuft ja seit Jahren am Swisscom-Gängelband in Sachen ADSL Produkte. Trotzdem fühlte ich mich natürlich etwas geschmeichelt, dass das Logo meines Arbeitgebers zur Veranschaulichung der stetig wachsenden Internet-Nutzung verwendet wurde, und diese musste natürlich als Grund für die Backhaul-Preissenkung herhalten.

Meiner Meinung nach ein ebensowichtiger Grund für den günstigeren Backhaul-Preis ist der vom Regulator verordnete drohende Bitstream-Access. Dieser hängt ja in irgendeinem juristischen Verfahren (glaub beim Bundesverwaltungsgericht) fest. Natürlich würde man diese Überlegungen von offizieller Seite nie zugeben. Aber es ist nicht von der Hand zu weisen, dass ein minimaler Backhaul-Preis den regulierten Bitstream-Access quasi obsolet machen würde.
Was hat diese Preissenkung der Wholesale-Preise nun für den Endbenutzer für Auswirkungen? Gute Frage ... vermutlich nicht allzuviele. Grund: der ADSL Markt ist grösstenteils verteilt, das Wachstum im 2007 bei den alternativen Providern betrug gerade mal noch 2%, während Kabelnetze noch 9%, Swisscom/Bluewin hingegen um die 16% wachsen konnte. (Irgendwie sollten diese Zahlen beim Regulator eigentlich die Alarmglocken schrillen lassen). Eine grössere Umverteilung ist wohl bloss möglich, wenn ein Provider den Preisvorteil überproportional an die Endkunden weitergeben würde. Dafür wird aber kaum jemand bereit sein, denn der Verlust an Rendite wäre zu gross. Die meisten ADSL-Provider werden sich bis auf weiteres der höheren Marge erfreuen, und Swisscom Wholesale kann jegliche Vorwürfe eines allfälligen Margin Squeeze weit von sich weisen.
So war es ein netter Abend mit guten Gesprächen mit lieben Swisscom-Leuten (früher konnte man noch gut unterscheiden zwischen den lieben von FWS und den anderen von ... naja - heute sind alle bei der alleinseligmachenden "Swisscom Schweiz AG"), coolem DJ-Sound und kurzzeitigem Bier-Notstand ... und alle waren zufrieden. Die Endkunden waren ja nicht dabei.
Ach ja, danke Dieter, dass Du mir netterweise den Primeur überlassen hast und ich hier als erster von der neuen ADSL Offensive schreiben darf. Dass Du für blogg.ch die Werbetrommel geschlagen hast, war fast zuviel des Guten. Als "Head of Sales" von Swisscom Wholesale wirst Du es mir verzeihen, dass ich all die anderen netten Dinge wie ADSL Naked und VDSL-Verbesserungen und und und jetzt einfach ausgelassen habe. Diese überlasse ich gerne den bezahlten Journis morgen, die müssen ja auch noch was zu berichten haben.
Swisscom Wholesale (oder wie FWS Fixnet Wholesale neu auch immer heisst) hat die Partner, also die anderen ADSL Provider, wieder mal zu einer sogenannten "Informationsveranstaltung" eingeladen - diesmal ins Condor Filmstudio im Zürcher Seefeld. Coolere Location ... ich mag solche Events, nicht zuletzt weil man die Leute der Provider-Community wieder sieht, denn - und das mag erstaunen - die ISP-Community ist eigentlich recht klein, vielleicht bloss ein paar Dutzend, die man zum harten Kern zählen kann.
Ich ging, was die ADSL Thematik betraf, ziemlich erwartungslos hin, und auch auf hartnäckiges Insistieren von Philippe Ayer, ADSL-Productmanager mit Swisscom-Inventarnummer, fiel mir keine schlaue Antwort zu meiner Erwartung ein. Insofern war ich einigermassen überrascht, dass
Der neue Wholesale-Chef, ex-Swisscom-Mobile Kadermann Daniel Staub (glaub, ich habs nicht so mit den Nachnamen, weil ich an solchen Events alle zu Duzen pflege), glaubte ernsthaft, er kriege für die Preissenkung Applaus. Doch die ADSL-Partner nahmen es mit stoischer Ruhe zur Kenntnis, man läuft ja seit Jahren am Swisscom-Gängelband in Sachen ADSL Produkte. Trotzdem fühlte ich mich natürlich etwas geschmeichelt, dass das Logo meines Arbeitgebers zur Veranschaulichung der stetig wachsenden Internet-Nutzung verwendet wurde, und diese musste natürlich als Grund für die Backhaul-Preissenkung herhalten.

Meiner Meinung nach ein ebensowichtiger Grund für den günstigeren Backhaul-Preis ist der vom Regulator verordnete drohende Bitstream-Access. Dieser hängt ja in irgendeinem juristischen Verfahren (glaub beim Bundesverwaltungsgericht) fest. Natürlich würde man diese Überlegungen von offizieller Seite nie zugeben. Aber es ist nicht von der Hand zu weisen, dass ein minimaler Backhaul-Preis den regulierten Bitstream-Access quasi obsolet machen würde.
Was hat diese Preissenkung der Wholesale-Preise nun für den Endbenutzer für Auswirkungen? Gute Frage ... vermutlich nicht allzuviele. Grund: der ADSL Markt ist grösstenteils verteilt, das Wachstum im 2007 bei den alternativen Providern betrug gerade mal noch 2%, während Kabelnetze noch 9%, Swisscom/Bluewin hingegen um die 16% wachsen konnte. (Irgendwie sollten diese Zahlen beim Regulator eigentlich die Alarmglocken schrillen lassen). Eine grössere Umverteilung ist wohl bloss möglich, wenn ein Provider den Preisvorteil überproportional an die Endkunden weitergeben würde. Dafür wird aber kaum jemand bereit sein, denn der Verlust an Rendite wäre zu gross. Die meisten ADSL-Provider werden sich bis auf weiteres der höheren Marge erfreuen, und Swisscom Wholesale kann jegliche Vorwürfe eines allfälligen Margin Squeeze weit von sich weisen.
So war es ein netter Abend mit guten Gesprächen mit lieben Swisscom-Leuten (früher konnte man noch gut unterscheiden zwischen den lieben von FWS und den anderen von ... naja - heute sind alle bei der alleinseligmachenden "Swisscom Schweiz AG"), coolem DJ-Sound und kurzzeitigem Bier-Notstand ... und alle waren zufrieden. Die Endkunden waren ja nicht dabei.
Ach ja, danke Dieter, dass Du mir netterweise den Primeur überlassen hast und ich hier als erster von der neuen ADSL Offensive schreiben darf. Dass Du für blogg.ch die Werbetrommel geschlagen hast, war fast zuviel des Guten. Als "Head of Sales" von Swisscom Wholesale wirst Du es mir verzeihen, dass ich all die anderen netten Dinge wie ADSL Naked und VDSL-Verbesserungen und und und jetzt einfach ausgelassen habe. Diese überlasse ich gerne den bezahlten Journis morgen, die müssen ja auch noch was zu berichten haben.
Geschrieben von Fredy Künzler
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Tags für diesen Artikel: adsl, adsl naked, backhaul, bitstream-access, comcom, fws, regulator, swisscom
Tuesday, 15. January 2008
Wie Swisscom die Breitband Grundversorgungs-Konzession zu erfüllen versucht
von Fredy Künzler
Bekanntlich sollte Swisscom die Grundversorgungs-Konzession in der Schweiz erfüllen. Diese enthält nebst Telefonie seit Anfang 2008 auch einen Breitband-Anschluss:
Erst wollte man auf WIMAX setzen, doch die Bevölkerung in der nähe des Testsenders goutierte den Elektrosmog nicht, und deshalb verläuft WIMAX derzeit im Sand. Doch scheinbar hat man jetzt eine Lösung gefunden, wie satnews.de berichtet: Breitband via Satellit, vermarktet unter dem Namen Tooway.
Bekanntlich sollte Swisscom die Grundversorgungs-Konzession in der Schweiz erfüllen. Diese enthält nebst Telefonie seit Anfang 2008 auch einen Breitband-Anschluss:
Im September 2006 hat der Bundesrat entschieden, den Inhalt der Grundversorgung per 1. Januar 2008 zu ändern (siehe Medienmitteilung des UVEK vom 13.9.2006). Die wichtigsten Änderungen sind:Da ADSL in sehr entlegenen Gebieten weiterhin nicht verfügbar ist und damit von einem kleinen Prozentsatz der Bevölkerung nicht bestellt werden kann, musste man sich bei Swisscom etwas einfallen lassen. Der Ausbau der ADSL Infrastruktur kam nicht in Frage, weil die Kosten exorbitant wären.
Breitbandanschluss
Die Anschlüsse, die bereits heute durch die Grundversorgung garantiert sind, werden durch einen neuen breitbandigen Anschlusstyp für den Internetzugang mit einer Mindestübertragungsrate von 600/100 kbit/s ergänzt. [...]
Erst wollte man auf WIMAX setzen, doch die Bevölkerung in der nähe des Testsenders goutierte den Elektrosmog nicht, und deshalb verläuft WIMAX derzeit im Sand. Doch scheinbar hat man jetzt eine Lösung gefunden, wie satnews.de berichtet: Breitband via Satellit, vermarktet unter dem Namen Tooway.
Swisscom entscheidet sich für Eutelsat Zwei-Wege-Dienst Tooway Eutelsat hat heute den Abschluss eines Vertrages mit dem in der Schweiz führenden Telekommunikationsunternehmen Swisscom für den neuen satellitengestützten Ka-Band Breitbanddienst Tooway gemeldet. Laut Abkommen mit Swisscom stellt der Tooway Dienst von Eutelsat die Satellitenkomponente eines weitreichenden universellen Breitbandversorgungsprogramms der Gesamtschweiz dar. Die Swisscom hatte eine öffentliche Ausschreibung des Schweizer Ministeriums für Telekommunikation gewonnen, ab Januar 2008 alle Bürger in der Schweiz ungeachtet des Standortes mit einem Breitbandanschluss zu versorgen.
[...]
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Leserbrief im Landboten: Hellgrün (GLP) trägt ein hellbraunes Unterhemd





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