Thursday, 12. January 2012
Endlich: Fibre-to-the-home FTTH der Stadtwerke wird symmetrisch
von Fredy Künzler
Manchmal ist es eben doch so, dass stetiges Predigen, Evangelisieren, Nörgeln, konstruktives wie destruktives Kritisieren oder simples Rumzicken etwas nützt.
Heute luden die vereinigten Stadtwerke ewz, sgsw, Stadtwerk Winterthur, Luzern, Meilen/Herrliberg sowie zwei, drei weitere zum gemeinsamen Wholesale-Informationsanlass nach Zürich. Nebst den üblichen Verdächtigen der Branche an solchen, mittlerweile etwas rareren Anlässe als auch schon, überraschten die Werke mit einem neuen Produktportfolio, welches das alte (notabene fast unbrauchbare) ablösen soll.
Konkret sollen die bisher asymmetrischen FTTH Anschlüsse, z.B. 10/2mbps oder 50/5mbps durch symmetrische Profile (sic!) abgelöst werden. Ich traute erst meinen Ohren nicht, als dies verkündet wurde, denn seit der Einführung von FTTH fordere ich, dass man FTTH nicht künstlich kastrieren soll. Fibre-to-the-home in der Bandbreiten-Ausprägung eines herkömmlichen ADSL/VDSL oder Cable-Anschluss hat meines Erachtens einfach keine Berechtigung. Während bei Cable (Koaxial-Kupferkabel) oder ADSL/VDSL (Zweidraht-Kupferleitung) die technische Limitierung ein asymmetrisches Profil verlangt, gibt es bei FTTH diese Einschränkung nicht. Doch die verantwortlichen Produktmanager der Stadtwerke haben diese Profile trotz besseren Wissens so bestimmt. Und sind damit grandios gescheitert.
Vermutlich haben die miserablen Takerates (verkaufte vs. installierte Fibre-to-the-Home Anschlüsse) zu einem Umdenken bei den Produktmanagern der Stadtwerke geführt. Wenn man - trotz à-fond-perdu Gebührenfinanzierung der Strom/Wasser/Gas-Kunden - derart hinter dem Businessplan wie die FTTH Projekte in den verschiedenen Städten herhinkt und - im Hinblick auf zu gewinnende Abstimmungen über weitere FTTH Ausbauten (Zürich, Winterthur) - unbedingt aufholen muss, dann ist vermutlich jedes Mittel recht, diesem Ansinnen gerecht zu werden. Und so werden symmetrische Profile für Privatkunden bei den Werken plötzlich salonfähig, wenngleich man stets diese zu vermeiden versuchte, weil diese angeblich die teureren Businessprofile kannibalisieren würden.
Wie dem auch sei: für die FTTH-wannabe-Kunden sind die News von heute sehr gut. Wholesale-Preis für Provider wie angebotene Bandbreiten kann man durchaus als attraktiv bezeichnen. Konkret werden die Profile wie folgt vereinheitlicht (für Privat- wie für Businesskunden):
10/10 (mbps)
20/20
30/30
50/50
100/100
Privat- und Business-Profile unterscheiden sich nur noch durch SLA / Serviceleistungen und natürlich dem Preis.
Privatkunden im Einzugsgebiet von ewz zürinet und der anderen angeschlossenen Werke dürfen sich zudem auf ein sehr attraktives Pricing freuen. Die Provider haben bislang zwar keine Endkunden-Preise kommuniziert, monatliche Tarife zwischen CHF 40 fürs 10/10 Abo und CHF 120-150 fürs 100/100 Abo (nur Internet, ohne Triple-Play) scheinen durchaus möglich zu sein, berücksichtigt man die kommunizierte Wholesale-Preisliste. Verfügbar sein sollten die neuen Profile ab dem 1. April 2012.
Und so bekommt die viel gescholtene Layer-2 Plattform der Werke plötzlich eine Berechtigung, weil Preis und Bandbreitenprofil im Vergleich zu Cable-Internet und xDSL plötzlich sehr attraktiv werden. Ob damit die Layer-2 Plattform rentabel wird, wage ich zu bezweifeln, allerdings ist der mutmassliche Preisunterschied zu Layer-1 FTTH (ALO Access Line Optical) derart klein, dass sich mancher Provider gut überlegen wird, in Layer-1 zu investieren.
Für die Werke sind die symmetrischen Profile vermutlich die letzte Chance eines Befreiungsschlags, um eine kritische Masse an Kunden auf die Layer-2 Plattform zu bringen. Ansonsten wäre sie nämlich von den Stimmberechtigten und Gebührenzahlern still und leise beerdigt worden (in Zürich und Winterthur stehen 2012 FTTH Abstimmungen an über insgesamt mehrere hundert Millionen Franken).
Manchmal ist es eben doch so, dass stetiges Predigen, Evangelisieren, Nörgeln, konstruktives wie destruktives Kritisieren oder simples Rumzicken etwas nützt.
Heute luden die vereinigten Stadtwerke ewz, sgsw, Stadtwerk Winterthur, Luzern, Meilen/Herrliberg sowie zwei, drei weitere zum gemeinsamen Wholesale-Informationsanlass nach Zürich. Nebst den üblichen Verdächtigen der Branche an solchen, mittlerweile etwas rareren Anlässe als auch schon, überraschten die Werke mit einem neuen Produktportfolio, welches das alte (notabene fast unbrauchbare) ablösen soll.
Konkret sollen die bisher asymmetrischen FTTH Anschlüsse, z.B. 10/2mbps oder 50/5mbps durch symmetrische Profile (sic!) abgelöst werden. Ich traute erst meinen Ohren nicht, als dies verkündet wurde, denn seit der Einführung von FTTH fordere ich, dass man FTTH nicht künstlich kastrieren soll. Fibre-to-the-home in der Bandbreiten-Ausprägung eines herkömmlichen ADSL/VDSL oder Cable-Anschluss hat meines Erachtens einfach keine Berechtigung. Während bei Cable (Koaxial-Kupferkabel) oder ADSL/VDSL (Zweidraht-Kupferleitung) die technische Limitierung ein asymmetrisches Profil verlangt, gibt es bei FTTH diese Einschränkung nicht. Doch die verantwortlichen Produktmanager der Stadtwerke haben diese Profile trotz besseren Wissens so bestimmt. Und sind damit grandios gescheitert.
Vermutlich haben die miserablen Takerates (verkaufte vs. installierte Fibre-to-the-Home Anschlüsse) zu einem Umdenken bei den Produktmanagern der Stadtwerke geführt. Wenn man - trotz à-fond-perdu Gebührenfinanzierung der Strom/Wasser/Gas-Kunden - derart hinter dem Businessplan wie die FTTH Projekte in den verschiedenen Städten herhinkt und - im Hinblick auf zu gewinnende Abstimmungen über weitere FTTH Ausbauten (Zürich, Winterthur) - unbedingt aufholen muss, dann ist vermutlich jedes Mittel recht, diesem Ansinnen gerecht zu werden. Und so werden symmetrische Profile für Privatkunden bei den Werken plötzlich salonfähig, wenngleich man stets diese zu vermeiden versuchte, weil diese angeblich die teureren Businessprofile kannibalisieren würden.
Wie dem auch sei: für die FTTH-wannabe-Kunden sind die News von heute sehr gut. Wholesale-Preis für Provider wie angebotene Bandbreiten kann man durchaus als attraktiv bezeichnen. Konkret werden die Profile wie folgt vereinheitlicht (für Privat- wie für Businesskunden):
10/10 (mbps)
20/20
30/30
50/50
100/100
Privat- und Business-Profile unterscheiden sich nur noch durch SLA / Serviceleistungen und natürlich dem Preis.
Privatkunden im Einzugsgebiet von ewz zürinet und der anderen angeschlossenen Werke dürfen sich zudem auf ein sehr attraktives Pricing freuen. Die Provider haben bislang zwar keine Endkunden-Preise kommuniziert, monatliche Tarife zwischen CHF 40 fürs 10/10 Abo und CHF 120-150 fürs 100/100 Abo (nur Internet, ohne Triple-Play) scheinen durchaus möglich zu sein, berücksichtigt man die kommunizierte Wholesale-Preisliste. Verfügbar sein sollten die neuen Profile ab dem 1. April 2012.
Und so bekommt die viel gescholtene Layer-2 Plattform der Werke plötzlich eine Berechtigung, weil Preis und Bandbreitenprofil im Vergleich zu Cable-Internet und xDSL plötzlich sehr attraktiv werden. Ob damit die Layer-2 Plattform rentabel wird, wage ich zu bezweifeln, allerdings ist der mutmassliche Preisunterschied zu Layer-1 FTTH (ALO Access Line Optical) derart klein, dass sich mancher Provider gut überlegen wird, in Layer-1 zu investieren.
Für die Werke sind die symmetrischen Profile vermutlich die letzte Chance eines Befreiungsschlags, um eine kritische Masse an Kunden auf die Layer-2 Plattform zu bringen. Ansonsten wäre sie nämlich von den Stimmberechtigten und Gebührenzahlern still und leise beerdigt worden (in Zürich und Winterthur stehen 2012 FTTH Abstimmungen an über insgesamt mehrere hundert Millionen Franken).
Geschrieben von Fredy Künzler
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23:08
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Tuesday, 8. June 2010
ewz zürinet rentiert nicht, sagt ewz-Direktor Ammann. ALO kommt. Und openaxs laviert.
von Fredy Künzler
Die NZZ interviewt ewz-Direktor Ammann zur Fehlkalkulation ewz Zürinet:
Swisscom ihrerseits hat das erwartete ALO (Access Line Optical) Produkt in den Städten Fribourg, Genève und Lausanne für die zweite Jahreshälfte angekündigt. ALO ist ein kommerzieller und kein regulierter Service und besteht aus einer oder zwei Glasfasern von der Swisscom-Zentrale zum Endkunden (technisch analog der TAL Kupferleitung) und ermöglicht es, Drittprovidern ein FTTH Service auf eigener Infrastruktur zu bauen (Layer-1 FTTH). Der Preis soll CHF 39.00 für eine Glasfaser und CHF 117.00 für zwei Fasern betragen (wie die Rechnung 2*CHF 39.00 = CHF 117.00 aufgehen soll, weiss man nur bei Swisscom...). Damit hat Swisscom die openaxs-Leute unter Zugszwang gesetzt, die oben zitierte Meldung scheint jedenfalls nicht 100% ausgegoren und überzeugend zu sein.
Die NZZ interviewt ewz-Direktor Ammann zur Fehlkalkulation ewz Zürinet:
NZZ: Das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (EWZ) will mit der Swisscom ein flächendeckendes Glasfasernetz für 430 Millionen Franken erstellen. Das wirft das ursprüngliche Geschäftsmodell eines EWZ-Glasfasernetzes über den Haufen.Derweil propagiert der Verband openaxs neu auch Layer-1 FTTH, wie ich vor ein paar Tagen bereits gefordert habe. In einer Mitteilung, die leider nicht online ist, schreibt openaxs:
Conrad Ammann: Ja. Wir gingen bei der ursprünglichen Vorlage davon aus, dass wir alleine und nach wirtschaftlichen Kriterien bauen, also nur Geschäftskunden und dicht besiedelte Wohngebiete anschliessen. Dafür waren 200 Millionen Franken vorgesehen. Geplant war, dass die Investitionen sich in rund zehn Jahren amortisieren und das Geschäft eigenwirtschaftlich ist. Neu werden wir mit der Swisscom in 8 Jahren die ganze Stadt erschliessen. Dies bedingt sehr hohe Investitionen, die sich nicht bereits über 10 Jahre hinweg rechnen.
NZZ: Wie sieht der Zeithorizont aus?
Ammann: Das Investitionsvorhaben hat Langzeitcharakter, wir rechnen mit 30 bis 40 Jahren. Für Zürich ist das Netz jedoch eine riesige Chance. Zürich erhält damit ein hochmodernes Kommunikationsnetz.
NZZ: Jetzt argumentieren sie volkswirtschaftlich. Betriebswirtschaftlich sieht es für das EWZ jedoch traurig aus. Das Glasfasernetz rentiert nun doch nicht. Dabei sagte die Stadt vor drei Jahren, das Projekt berge kaum Risiken.
Ammann: Damals wussten wir nicht, dass die Swisscom auch ein Netz bauen will. Innerhalb von zehn Jahren schwarze Zahlen zu schreiben bei derart hohen Investitionen, geht nicht. Auch die Swisscom hat das realisiert. Das Glasfasernetz ist zum klassischen Infrastrukturprojekt geworden.
Per 1. Januar 2011 lancieren die openaxs-Partner in mehreren Städten der Schweiz ein FTTH-Netzangebot auf Layer 1. Damit wird den Telekomanbietern auch der Zugang auf die Glasfaser-Infrastruktur der Elektrizitätsversorgungsunternehmen (EVU) ermöglicht.Man ist sich offenbar bei openaxs nicht mehr sicher, wie die Strategie wirklich aussehen soll. Noch gibt es Layer-2-FTTH Durchhalteparolen, aber wer weiss schon, was in ein paar Monaten das Mass der Dinge sein wird ...
Mit der Einführung des Angebots reagiert openaxs auf die Ankündigung der Swisscom, selber in den Layer 1 Markt einzutreten. Die Produkt- und Preis-Parameter werden sich im vergleichbaren Rahmen wie diejenigen der Swisscom bewegen. Genauere Angaben dazu werden im Herbst 2010 veröffentlicht.
Das Angebot wird vorerst in den Städten der aktuellen openaxs-Partner wie zum Beispiel Basel, Bellinzona, Bern, Freiburg, Genf, Luzern, St. Gallen verfügbar sein. Da der Verbund openaxs stetig wächst, wird auch die regionale Verfügbarkeit rasant zunehmen.
Kerngeschäft der EVU bleibt im Telekombereich weiterhin die Erbringung attraktiver Services auf der Transportebene (Layer 2). Hier bieten die openaxs-Partner diskriminierungsfreien Zugang zum Glasfaser-Netz und sorgen somit dafür, dass echter Wettbewerb unter den Service-Anbietern spielen kann.
Swisscom ihrerseits hat das erwartete ALO (Access Line Optical) Produkt in den Städten Fribourg, Genève und Lausanne für die zweite Jahreshälfte angekündigt. ALO ist ein kommerzieller und kein regulierter Service und besteht aus einer oder zwei Glasfasern von der Swisscom-Zentrale zum Endkunden (technisch analog der TAL Kupferleitung) und ermöglicht es, Drittprovidern ein FTTH Service auf eigener Infrastruktur zu bauen (Layer-1 FTTH). Der Preis soll CHF 39.00 für eine Glasfaser und CHF 117.00 für zwei Fasern betragen (wie die Rechnung 2*CHF 39.00 = CHF 117.00 aufgehen soll, weiss man nur bei Swisscom...). Damit hat Swisscom die openaxs-Leute unter Zugszwang gesetzt, die oben zitierte Meldung scheint jedenfalls nicht 100% ausgegoren und überzeugend zu sein.
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Leserbrief im Landboten: Hellgrün (GLP) trägt ein hellbraunes Unterhemd





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