Tuesday, 30. June 2009
IPv6 in der öffentlichen Verwaltung am Beispiel von Winterthur: "aktuell kein Handlungsbedarf"
von Fredy Künzler
Als Parlamentarier der Stadt Winterthur habe ich am 6. April 2009 eine schriftliche Anfrage an den Stadtrat zum Thema "IPv6 - die künftige Internet Adressierung" eingereicht. Ich wollte in Erfahrung bringen, wie sich die öffentliche Hand mit IPv6 befasst (immerhin hat die OECD eine Empfehlung dazu abgegeben) und stellte dazu vier Fragen:
Als Parlamentarier der Stadt Winterthur habe ich am 6. April 2009 eine schriftliche Anfrage an den Stadtrat zum Thema "IPv6 - die künftige Internet Adressierung" eingereicht. Ich wollte in Erfahrung bringen, wie sich die öffentliche Hand mit IPv6 befasst (immerhin hat die OECD eine Empfehlung dazu abgegeben) und stellte dazu vier Fragen:
1. Wie beurteilt der Stadtrat die künftige IPv4 Adressenknappheit? Wurden bereits Massnahmen dagegen getroffen?Seit dem 24. Juni liegt nun die Antwort des Stadtrates (Exekutive) vor. Die ersten zwei Seiten der Antwort sind im wesentlichen eine Einführung über die Internet-Adressierung im allgemeinen, die für Fachleute nicht viel neues enthält, aber in Anbetracht der Zielgruppe (Gemeinderätinnen und Gemeinderäte der Stadt Winterthur) vertretbar scheint. Leider wurde auf die eigentliche Fragestellung nur ausweichend eingegangen, man versteckt sich hinter dem BIT (Bundesamt für Informatik), welches für die Verteilung der privaten RFC1918 Adressen (10/8, 172.16/12 und 192.168/16) sowie auch neu der IPv6 Adressen aus dem Block 2001:4da0::/32 für Kantone und Gemeinden zuständig ist:
2. Gibt es bereits erste IPv6 Anwendungen in der städtischen Informatik?
3. Plant der Stadtrat eine IPv6 Taskforce? Gemäss Information aus Kreisen des BIT (Bundesamt für Informatik) besteht bereits ein IPv6 Adresskonzept für Bund und Kantone. Kann sich die Stadt diesem Projekt anschliessen?
4. Ist bei der Beschaffung von Hard- und Software sowie IT Dienstleistungen die IPv6 Kompatibilität ein Kriterium?
Das BIT hat der Stadt Winterthur aus dem privaten IPv4 -Adressbereich eine ganze B-Klasse zugeteilt. Damit verfügt die Stadtverwaltung über 65'536 Adressen für den verwaltungsinternen Gebrauch. Gegen Aussen kommt die NAT (Network Address Translation) zur Anwendung. [...] Dieses System hat sich sehr bewährt. Die Stadt Winterthur verfügt somit über genügend öffentliche und private IP-Adressen, weshalb sich für sie die erwähnte Verknappung von IPv4-Adressen relativiert.Vermutlich sieht es in fast allen Städten und Kantonen ähnlich aus wie in Winterthur, man sieht "aktuell kein Handlungsbedarf". Ob diese Strategie nachhaltig sein wird, werden wir wohl erst in ein paar Jahren sehen. Das Thema der sich verknappenden IPv4 Adressen ist zumindest in Winterthur deponiert, es soll in ein paar Jahren niemand jammern, falls hohe Kosten zur Umstellung anfallen sollten.
Die Informatikdienste (IDW) verfolgen die Projektfortschritte auf Bundes- und Kantonsebene genau, sind auch in den entsprechenden Gremien aktiv und werden sich rechtzeitig den IPv6-Projekten anschliessen. Aktuell ist kein Handlungsbedarf vorhanden, da das Projekt auf Bundesebene noch in den Kinderschuhen steckt.
Geschrieben von Fredy Künzler
in Politik
um
10:42
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Tags für diesen Artikel: bit, bundesamt für informatik, idw, informatik dienste winterthur, ipv6, winterthur
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