Wednesday, 27. June 2007
Day of Silence - wie die Musikindustrie den Internetradios Steine in den Weg legt
von Fredy Künzler
Heute, respektive gestern (wegen der Zeitverschiebung ist in den USA noch der 26. Juni) ist Day of Silence:

(Screenshot von shoutcast.org)
Internetradios in den USA protestieren gegen die massive und rückwirkende Urheberrechtsgebühr. SomaFM, eine der coolsten Webradiostationen überhaupt, schreibt heute auf ihrer Website:
Man kann es auch anders ausdrücken: die Musikindustrie, in der Schweiz durch die IFPI vertreten, in den USA durch die RIAA, ist eine kulturfeindliche Institution. Deren Gebührenpolitik verhindert nämlich eine Vielfalt an Internetradios. Manch ein Musikfan würde gerne seine persönliche Station programmieren und den Zwanzig oder Fünfzig gleichzeitigen HörerInnen einen individuellen Musikgenuss ermöglichen.
Doch leider Nein: IFPI in der Schweiz fordert für diesen Spass pro Webradio CHF 3200.00 pro Jahr. Das ist für ein Hobby schlicht und ergreifend zuviel, weil dazu noch ähnlich hohe SUISA Gebühren dazukommen. Bandbreite, Server und Tonträger müssen auch noch bezahlt werden, nur um etwas kulturelle Vielfalt zu ermöglichen. Die technischen Hürden wären ja ziemlich einfach zu überwinden.
Wir sponsoren seit Jahren etliche Webradios mit Bandbreite, doch IFPI lenkt trotz harter und zäher Verhandlungen nicht ein (ich war dabei als Vereinsmitglied der ISI Interessengemeinschaft Schweizer Internetradios). So bewegen sich die meisten Webradios im Graubereich. Und wer weiss, wann es der IFPI wieder mal beliebt, Strafanzeigen einzureichen. (P.S. Anfragen für Bandbreitensponsoring sind zwecklos, unser Sponsoringbudget ist erschöpft).
Mehr Infos zum Protest in den USA auf savenetradio.org (via ReadWriteWeb).
Heute, respektive gestern (wegen der Zeitverschiebung ist in den USA noch der 26. Juni) ist Day of Silence:

(Screenshot von shoutcast.org)
Internetradios in den USA protestieren gegen die massive und rückwirkende Urheberrechtsgebühr. SomaFM, eine der coolsten Webradiostationen überhaupt, schreibt heute auf ihrer Website:
Today is the Day of Silence at SomaFM.Dass die geforderten Summen der Musikindustrie den meisten unabhängigen Webradios das Genick brechen dürfte, versteht sich von selbst.
The future of Internet radio is in immediate danger. Royalty rates for webcasters have been drastically increased by a recent ruling and are due to go into effect on July 15 (retroactive to Jan 1, 2006!). SomaFM will be liable for $600,000 in additional royalties for 2006, and over $500,000 for the first half of 2007. As of July 15th, we will owe $1.1 million dollars in additional royalties.
To protest these rates and encourage you to take action and contact your Congressional representatives, we are taking part in the Day of Silence, by silencing our programming for today.
All of us at SomaFM ask that you excuse the interruption of our normal broadcasts, and ask that you take action to help ensure this silence is not permanent. Please call your Congressional Representatives today. We make it easy, and it will only take a few minutes. If you've already called your representative, please call them again and ask them why they're not supporting independent internet radio. [...]
Man kann es auch anders ausdrücken: die Musikindustrie, in der Schweiz durch die IFPI vertreten, in den USA durch die RIAA, ist eine kulturfeindliche Institution. Deren Gebührenpolitik verhindert nämlich eine Vielfalt an Internetradios. Manch ein Musikfan würde gerne seine persönliche Station programmieren und den Zwanzig oder Fünfzig gleichzeitigen HörerInnen einen individuellen Musikgenuss ermöglichen.
Doch leider Nein: IFPI in der Schweiz fordert für diesen Spass pro Webradio CHF 3200.00 pro Jahr. Das ist für ein Hobby schlicht und ergreifend zuviel, weil dazu noch ähnlich hohe SUISA Gebühren dazukommen. Bandbreite, Server und Tonträger müssen auch noch bezahlt werden, nur um etwas kulturelle Vielfalt zu ermöglichen. Die technischen Hürden wären ja ziemlich einfach zu überwinden.
Wir sponsoren seit Jahren etliche Webradios mit Bandbreite, doch IFPI lenkt trotz harter und zäher Verhandlungen nicht ein (ich war dabei als Vereinsmitglied der ISI Interessengemeinschaft Schweizer Internetradios). So bewegen sich die meisten Webradios im Graubereich. Und wer weiss, wann es der IFPI wieder mal beliebt, Strafanzeigen einzureichen. (P.S. Anfragen für Bandbreitensponsoring sind zwecklos, unser Sponsoringbudget ist erschöpft).
Mehr Infos zum Protest in den USA auf savenetradio.org (via ReadWriteWeb).
Geschrieben von Fredy Künzler
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