Tuesday, 8. June 2010
ewz zürinet rentiert nicht, sagt ewz-Direktor Ammann. ALO kommt. Und openaxs laviert.
von Fredy Künzler
Die NZZ interviewt ewz-Direktor Ammann zur Fehlkalkulation ewz Zürinet:
Swisscom ihrerseits hat das erwartete ALO (Access Line Optical) Produkt in den Städten Fribourg, Genève und Lausanne für die zweite Jahreshälfte angekündigt. ALO ist ein kommerzieller und kein regulierter Service und besteht aus einer oder zwei Glasfasern von der Swisscom-Zentrale zum Endkunden (technisch analog der TAL Kupferleitung) und ermöglicht es, Drittprovidern ein FTTH Service auf eigener Infrastruktur zu bauen (Layer-1 FTTH). Der Preis soll CHF 39.00 für eine Glasfaser und CHF 117.00 für zwei Fasern betragen (wie die Rechnung 2*CHF 39.00 = CHF 117.00 aufgehen soll, weiss man nur bei Swisscom...). Damit hat Swisscom die openaxs-Leute unter Zugszwang gesetzt, die oben zitierte Meldung scheint jedenfalls nicht 100% ausgegoren und überzeugend zu sein.
Die NZZ interviewt ewz-Direktor Ammann zur Fehlkalkulation ewz Zürinet:
NZZ: Das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (EWZ) will mit der Swisscom ein flächendeckendes Glasfasernetz für 430 Millionen Franken erstellen. Das wirft das ursprüngliche Geschäftsmodell eines EWZ-Glasfasernetzes über den Haufen.Derweil propagiert der Verband openaxs neu auch Layer-1 FTTH, wie ich vor ein paar Tagen bereits gefordert habe. In einer Mitteilung, die leider nicht online ist, schreibt openaxs:
Conrad Ammann: Ja. Wir gingen bei der ursprünglichen Vorlage davon aus, dass wir alleine und nach wirtschaftlichen Kriterien bauen, also nur Geschäftskunden und dicht besiedelte Wohngebiete anschliessen. Dafür waren 200 Millionen Franken vorgesehen. Geplant war, dass die Investitionen sich in rund zehn Jahren amortisieren und das Geschäft eigenwirtschaftlich ist. Neu werden wir mit der Swisscom in 8 Jahren die ganze Stadt erschliessen. Dies bedingt sehr hohe Investitionen, die sich nicht bereits über 10 Jahre hinweg rechnen.
NZZ: Wie sieht der Zeithorizont aus?
Ammann: Das Investitionsvorhaben hat Langzeitcharakter, wir rechnen mit 30 bis 40 Jahren. Für Zürich ist das Netz jedoch eine riesige Chance. Zürich erhält damit ein hochmodernes Kommunikationsnetz.
NZZ: Jetzt argumentieren sie volkswirtschaftlich. Betriebswirtschaftlich sieht es für das EWZ jedoch traurig aus. Das Glasfasernetz rentiert nun doch nicht. Dabei sagte die Stadt vor drei Jahren, das Projekt berge kaum Risiken.
Ammann: Damals wussten wir nicht, dass die Swisscom auch ein Netz bauen will. Innerhalb von zehn Jahren schwarze Zahlen zu schreiben bei derart hohen Investitionen, geht nicht. Auch die Swisscom hat das realisiert. Das Glasfasernetz ist zum klassischen Infrastrukturprojekt geworden.
Per 1. Januar 2011 lancieren die openaxs-Partner in mehreren Städten der Schweiz ein FTTH-Netzangebot auf Layer 1. Damit wird den Telekomanbietern auch der Zugang auf die Glasfaser-Infrastruktur der Elektrizitätsversorgungsunternehmen (EVU) ermöglicht.Man ist sich offenbar bei openaxs nicht mehr sicher, wie die Strategie wirklich aussehen soll. Noch gibt es Layer-2-FTTH Durchhalteparolen, aber wer weiss schon, was in ein paar Monaten das Mass der Dinge sein wird ...
Mit der Einführung des Angebots reagiert openaxs auf die Ankündigung der Swisscom, selber in den Layer 1 Markt einzutreten. Die Produkt- und Preis-Parameter werden sich im vergleichbaren Rahmen wie diejenigen der Swisscom bewegen. Genauere Angaben dazu werden im Herbst 2010 veröffentlicht.
Das Angebot wird vorerst in den Städten der aktuellen openaxs-Partner wie zum Beispiel Basel, Bellinzona, Bern, Freiburg, Genf, Luzern, St. Gallen verfügbar sein. Da der Verbund openaxs stetig wächst, wird auch die regionale Verfügbarkeit rasant zunehmen.
Kerngeschäft der EVU bleibt im Telekombereich weiterhin die Erbringung attraktiver Services auf der Transportebene (Layer 2). Hier bieten die openaxs-Partner diskriminierungsfreien Zugang zum Glasfaser-Netz und sorgen somit dafür, dass echter Wettbewerb unter den Service-Anbietern spielen kann.
Swisscom ihrerseits hat das erwartete ALO (Access Line Optical) Produkt in den Städten Fribourg, Genève und Lausanne für die zweite Jahreshälfte angekündigt. ALO ist ein kommerzieller und kein regulierter Service und besteht aus einer oder zwei Glasfasern von der Swisscom-Zentrale zum Endkunden (technisch analog der TAL Kupferleitung) und ermöglicht es, Drittprovidern ein FTTH Service auf eigener Infrastruktur zu bauen (Layer-1 FTTH). Der Preis soll CHF 39.00 für eine Glasfaser und CHF 117.00 für zwei Fasern betragen (wie die Rechnung 2*CHF 39.00 = CHF 117.00 aufgehen soll, weiss man nur bei Swisscom...). Damit hat Swisscom die openaxs-Leute unter Zugszwang gesetzt, die oben zitierte Meldung scheint jedenfalls nicht 100% ausgegoren und überzeugend zu sein.
Geschrieben von Fredy Künzler
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19:05
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