Monday, 14. May 2007
Widerstand gegen das Swisscom Machtspiel
von Fredy Künzler
Ramon von Cyberlink wehrt sich gegen das Swisscom Machtspiel. Ich hatte bereits notiert, dass ULL wegen der VDSL Preisgestaltung faktisch tot ist. Provider wie Cablecom, Colt, Cyberlink, TheNet und TIC (nicht aber Init7), die bis anhin stark auf MC2 / MC4 Kupferleitungen gesetzt hatten, werden mit den neuen Regeln, die Swisscom durchsetzen will, regelrecht aus dem Markt gedrängt. Ob die Regulationsbehörde in Biel dies schon gemerkt hat? Ich wage das zu bezweifeln ...
Ramon von Cyberlink wehrt sich gegen das Swisscom Machtspiel. Ich hatte bereits notiert, dass ULL wegen der VDSL Preisgestaltung faktisch tot ist. Provider wie Cablecom, Colt, Cyberlink, TheNet und TIC (nicht aber Init7), die bis anhin stark auf MC2 / MC4 Kupferleitungen gesetzt hatten, werden mit den neuen Regeln, die Swisscom durchsetzen will, regelrecht aus dem Markt gedrängt. Ob die Regulationsbehörde in Biel dies schon gemerkt hat? Ich wage das zu bezweifeln ...
Geschrieben von Fredy Künzler
in Politik
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10:26
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Tags für diesen Artikel: colocation, cyberlink, kupferkabel, letzte meile, local loop, mc2, mc4, swisscom, ull, unbundling
Sunday, 20. August 2006
ULL Unbundling the local loop à la Swisscom
von Fredy Künzler
Letzten Donnerstag lud Swisscom Fixnet Wholesale (FWS) zu einer ersten Informationsveranstaltung über ULL (Unbundling the local loop) nach Worblaufen. Augenfällig war, dass nach den farbenfrohen T-Shirts im Juni wieder Alltagsgrau bei Swisscom regiert, und auch der Monster-Töggelikasten war leider verschwunden. Immerhin reichte es nach der doch eher trockenen Plenumsveranstaltung zu einem Rugenbräu.
Generell, so stellte man fest, will Swisscom eigentlich gar nicht. Weder Unbundling, noch Marktöffnung, noch Konzessionen. Am liebsten hätte man in Worblaufen 100% Marktanteil bei Telefonie und Breitband. Doch (leider) wurde vom bösen Parlament nach endloser Verzögerung schliesslich doch noch die Revision des Fernmeldegesetz (FMG) genehmigt und damit die Swisscom zum Unbundling verdonnert. Immerhin hat man das Unvermeidliche bei FWS kommen sehen, und deshalb befasst sich schon seit einiger Zeit ein Projektteam mit der Umsetzung des neuen FMG und der zugehörigen Verordnung. Von letzterer existiert bislang gerade mal ein Entwurf, dessen Vernehmlassung eigentlich bis zum 18. August hätte abgeschlossen sein sollen. Doch die Frist wurde bis zum 15. September verlängert.
Die präsentierten Vorschläge von FWS zur Umsetzung des Unbundlings basierten denn auch grösstenteils auf Annahmen. Ironie der Sache: obwohl noch keine verbindliche Verordnung besteht, soll das neue FMG per 1. Januar 2007 in Kraft treten. Wie FWS und die FDAs (Fernmelde-Dienst-Anbieterinnen - so heissen die anderen Telcos in Swisscom Terminologie) die Sache in nur 4 Monaten hinbiegen, bleibt abzuwarten.
ULL umfasst 5 Punkte:
Am meisten interessiert hätten jedoch die Kosten des ULL. Doch niemand von FWS wollte sich diesbezüglich aus dem Fenster lehnen, und so bleibt weiterhin unklar, wieviel das Kupferkabel ab 1. Januar 2007 tatsächlich kosten wird. Kamen doch einmal Kosten in den Mittelpunkt des Interesses, war auch schon Streit programmiert. Beispielsweise steht im Verordnungsentwurf:
Ein anderer Streitpunkt dürfte die verfügbare Kapazität in den total 1518 Telefonzentralen werden. Gut die Hälfte wurde bisher untersucht, davon haben 15% gar keinen und 25% zu wenig Platz für Racks von alternativen Telcos.
Des weiteren versucht sich Swisscom bereits vor dem Tag 1 des ULL einen neuen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Für VDSL, das sehr kurze Distanzen des Kupferkabels verlangt, baut Swisscom hauptsächlich in städtischen Regionen neue Kupfer-Verteilschränke. Diese sollten gemäss Auskunft nicht unter das ULL Regime fallen, was zur Folge hätte, dass ausschliesslich Swisscom sehr breitbandige VDSL Anschlüsse (ab 10 MBps asymmetrisch) anbieten könnte. Die Alternative wäre ADSL2+, doch signalisiert FWS bereits jetzt, dass man über den sogenannten Spektrum-Management Vertrag diese neue Technologie verhindern möchte (Spektrum-Management = Zulassung von Diensten auf dem Kupferkabel). Der CEO von VTX, Francis Cobbi, brachte es mit seiner (von FWS unbeantworteten) Frage auf den Punkt:
Letzten Donnerstag lud Swisscom Fixnet Wholesale (FWS) zu einer ersten Informationsveranstaltung über ULL (Unbundling the local loop) nach Worblaufen. Augenfällig war, dass nach den farbenfrohen T-Shirts im Juni wieder Alltagsgrau bei Swisscom regiert, und auch der Monster-Töggelikasten war leider verschwunden. Immerhin reichte es nach der doch eher trockenen Plenumsveranstaltung zu einem Rugenbräu.
Generell, so stellte man fest, will Swisscom eigentlich gar nicht. Weder Unbundling, noch Marktöffnung, noch Konzessionen. Am liebsten hätte man in Worblaufen 100% Marktanteil bei Telefonie und Breitband. Doch (leider) wurde vom bösen Parlament nach endloser Verzögerung schliesslich doch noch die Revision des Fernmeldegesetz (FMG) genehmigt und damit die Swisscom zum Unbundling verdonnert. Immerhin hat man das Unvermeidliche bei FWS kommen sehen, und deshalb befasst sich schon seit einiger Zeit ein Projektteam mit der Umsetzung des neuen FMG und der zugehörigen Verordnung. Von letzterer existiert bislang gerade mal ein Entwurf, dessen Vernehmlassung eigentlich bis zum 18. August hätte abgeschlossen sein sollen. Doch die Frist wurde bis zum 15. September verlängert.
Die präsentierten Vorschläge von FWS zur Umsetzung des Unbundlings basierten denn auch grösstenteils auf Annahmen. Ironie der Sache: obwohl noch keine verbindliche Verordnung besteht, soll das neue FMG per 1. Januar 2007 in Kraft treten. Wie FWS und die FDAs (Fernmelde-Dienst-Anbieterinnen - so heissen die anderen Telcos in Swisscom Terminologie) die Sache in nur 4 Monaten hinbiegen, bleibt abzuwarten.
ULL umfasst 5 Punkte:
- die Teilnehmeranschlussleitung (also das Kupferkabel von der Zentrale zum Endkunden)
- Kollokation (Rackspace in der Swisscom Zentrale)
- Kabelkanalisationen (Schächte und Rohre von Swisscom zur Mitbenutzung)
- Mietleitungen gemäss FMG (Kostenorientierte Swisscom-Mietleitungen in Gebieten mit Marktbeherrschung)
- Verrechnung Teilnehmeranschluss (Telefonabo-Verrechnung, also die CHF 25.25 pro Monat direkt durch Sunrise, Tele2 etc.)
Am meisten interessiert hätten jedoch die Kosten des ULL. Doch niemand von FWS wollte sich diesbezüglich aus dem Fenster lehnen, und so bleibt weiterhin unklar, wieviel das Kupferkabel ab 1. Januar 2007 tatsächlich kosten wird. Kamen doch einmal Kosten in den Mittelpunkt des Interesses, war auch schon Streit programmiert. Beispielsweise steht im Verordnungsentwurf:
Art. 54 KollokationFWS vertritt eine andere Meinung: weil in den meisten Zentralen erst umfangreiche und teure bauliche Anpassungen vorgenommen werden müssten, soll den alternativen Telcos nur begleiteter Zugang gewährt werden. Das Wachpersonal müsste selbstverständlich der alternative Telco bezahlen. Für mich ist der Fall klar: entweder unbegleitet 24/7 oder ein 24/7 Securitas innerhalb einer Stunde, und die Rechnung für den Wachmann übernimmt FWS.
1 Die marktbeherrschende Anbieterin muss anderen Anbieterinnen an allen für den Zugang erforderlichen Standorten physische Kollokation anbieten. Das Angebot muss offene Kollokation und den jederzeit unbegleiteten Zutritt umfassen. Der Zutritt muss den anderen Anbieterinnen über die selben Zutrittswege wie der marktbeherrschenden Anbieterin möglich sein.
Ein anderer Streitpunkt dürfte die verfügbare Kapazität in den total 1518 Telefonzentralen werden. Gut die Hälfte wurde bisher untersucht, davon haben 15% gar keinen und 25% zu wenig Platz für Racks von alternativen Telcos.
Des weiteren versucht sich Swisscom bereits vor dem Tag 1 des ULL einen neuen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Für VDSL, das sehr kurze Distanzen des Kupferkabels verlangt, baut Swisscom hauptsächlich in städtischen Regionen neue Kupfer-Verteilschränke. Diese sollten gemäss Auskunft nicht unter das ULL Regime fallen, was zur Folge hätte, dass ausschliesslich Swisscom sehr breitbandige VDSL Anschlüsse (ab 10 MBps asymmetrisch) anbieten könnte. Die Alternative wäre ADSL2+, doch signalisiert FWS bereits jetzt, dass man über den sogenannten Spektrum-Management Vertrag diese neue Technologie verhindern möchte (Spektrum-Management = Zulassung von Diensten auf dem Kupferkabel). Der CEO von VTX, Francis Cobbi, brachte es mit seiner (von FWS unbeantworteten) Frage auf den Punkt:
Kann es sich die Schweiz tatsächlich leisten, das einzige Land in Westeuropa zu sein, in welchem ADSL2+ nicht verfügbar ist?P.S. Beachten Sie die neue Umfrage zu ULL in der linken Spalte!
Geschrieben von Fredy Künzler
in Politik
um
18:09
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Leserbrief im Landboten: Hellgrün (GLP) trägt ein hellbraunes Unterhemd





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