Monday, 18. August 2008
Swisscom will beim FTTH Ausbau Gas geben - in Zürich, Basel, Genf (!) - und die Politik pennt
von Fredy Künzler
Die meisten Newsticker referenzieren heute auf den Artikel in der NZZ am Sonntag (leider nicht online), wonach Swisscom beim Glasfaserausbau Gas geben will. Dass Swisscom nicht weniger als 8 Millarden Franken investieren will, wurde bereits früher schon kolportiert. Starten tut Swisscom mit dem Ausbau, wen wunderts, in den Städten Zürich, Basel und Genf. Also dort wo schon andere Grossprojekte am laufen sind ... ewz verbuddelt bekanntermassen vom Stimmbürger authorisiert 200 Millionen ins sogenannte Zürinet, und natürlich will Swisscom die Agglomerationen nicht kampflos der Konkurrenz überlassen.
Letztere, also die Konkurrenz, sofern man denn überhaupt von ernstzunehmender Infrastruktur-Konkurrenz ausserhalb der Städte reden kann, ist nämlich öfters mal ziemlich schwerfällig organisiert. Ich sehe dies als Parlamentarier der Stadt Winterthur, zuständig u.a. für die Telecom-Aktivitäten der Stadtwerk Winterthur. Die simple Mitgliedschaft beim Zweckverband openaxs benötigte nämlich bereits einen Stadtratsbeschluss (Stadtrat = Exekutive), ein Ausbaukredit einen Gemeinderatsentscheid (Gemeinderat = Legislative) oder gar eine Volksabstimmung. Und das dauert bekanntlich.
Diese Situation wird von Swisscom knallhart ausgenutzt. Bevor man beim Regulator nämlich erst "Darkfibre" buchstabieren kann, versucht man in Worblaufen das Diktat in Sachen FTTH an sich zu reissen und streut ein wohl mehr oder weniger vertrauliches Dokument, das mir zugespielt worden ist:
Darin verbreitet Swisscom einmal mehr kleinere und grössere Halb- und Unwahrheiten:
zum Monopoly-Preis !". Soviel zu "Technologiebasiert".
Und so weiter. Die von mir seit Jahren (als "staatliche Netzgesellschaft") und von Sunrise als "Kabel-und-Schacht-AG" propagierte Infrastruktur-Organisation muss sofort kommen, bevor der Monopoly-Mist geführt ist und Swisscom vollendete Tatsachen schaffen kann. Dass einmal mehr Randregionen das Nachsehen haben werden, muss man ja nicht mehr extra erwähnen.
Die meisten Newsticker referenzieren heute auf den Artikel in der NZZ am Sonntag (leider nicht online), wonach Swisscom beim Glasfaserausbau Gas geben will. Dass Swisscom nicht weniger als 8 Millarden Franken investieren will, wurde bereits früher schon kolportiert. Starten tut Swisscom mit dem Ausbau, wen wunderts, in den Städten Zürich, Basel und Genf. Also dort wo schon andere Grossprojekte am laufen sind ... ewz verbuddelt bekanntermassen vom Stimmbürger authorisiert 200 Millionen ins sogenannte Zürinet, und natürlich will Swisscom die Agglomerationen nicht kampflos der Konkurrenz überlassen.
Letztere, also die Konkurrenz, sofern man denn überhaupt von ernstzunehmender Infrastruktur-Konkurrenz ausserhalb der Städte reden kann, ist nämlich öfters mal ziemlich schwerfällig organisiert. Ich sehe dies als Parlamentarier der Stadt Winterthur, zuständig u.a. für die Telecom-Aktivitäten der Stadtwerk Winterthur. Die simple Mitgliedschaft beim Zweckverband openaxs benötigte nämlich bereits einen Stadtratsbeschluss (Stadtrat = Exekutive), ein Ausbaukredit einen Gemeinderatsentscheid (Gemeinderat = Legislative) oder gar eine Volksabstimmung. Und das dauert bekanntlich.
Diese Situation wird von Swisscom knallhart ausgenutzt. Bevor man beim Regulator nämlich erst "Darkfibre" buchstabieren kann, versucht man in Worblaufen das Diktat in Sachen FTTH an sich zu reissen und streut ein wohl mehr oder weniger vertrauliches Dokument, das mir zugespielt worden ist:
Darin verbreitet Swisscom einmal mehr kleinere und grössere Halb- und Unwahrheiten:
Die Schweiz hat dank einem funktionierenden Infrastrukturwettbewerb eine im internationalen Vergleich hervorragende ICT-Infrastruktur.Soso. Der Infrastruktur-Wettbewerb funktioniert bestenfalls in den rentablen Gross-Agglomerationen und Städten. Siehe oben.
Diese Infrastruktur wird in absehbarer Zeit mit steigender Nachfrage nach Bandbreite an ihre Leistungsgrenzen stossen. Entsprechend muss die Glasfaser bis in den Haushalt gebracht werden.Dem ist ausnahmsweise mal nichts bezufügen. Dass xDSL-basierte Internet-Infrastruktur technologisch EOL (end of live) sind, habe ich hier früher schon notiert. ULL kam in der Schweiz 5 bis 7 Jahre zu spät.
Der technologiebasierte Wettbewerb eignet sich für eine rasche Versorgung der Schweiz mit Glasfasernetzen viel besser als ein Monopol.Fragt sich bloss, was man damit aussagen will. Das ist purer Sand in die Augen der (ahnungslosen) Politiker. "Technologiebasiert" heisst wohl, dass jeder Anbieter seine eigenen Technologien einsetzen soll, allerdings auf einer Glasfaserinfrastruktur, die in den meisten Regionen - sofern überhaupt vorhanden - unter dem Monopol der Swisscom steht. Denn: Welcher Wholesale-Partner von Swisscom hat es geschafft, in den letzten 5 Jahren eine Darkfibre ohne Beleuchtung von Swisscom zu kaufen? "Gibts nicht, haben wir nicht. Kannst ein Carrier Optical Service bekommen,
Zur Minimierung der Gesamtinvestitionen beim Ausbau schlägt Swisscom vor: Einen transparenten und diskriminerungsfreien Zugang zu den Kabelkanalisationen (als Referenzmodell: der regulierte Zugang zu den Swisscom Kabelkanälen).Der regulierte Zugang, den Swisscom bis zur Einführung des revidierten FMG (Fernmeldegesetz) erbittert bekämpft hat, gilt jetzt plötzlich als Musterlösung (dass er natürlich bei weitem nicht so diskriminierungsfrei wie behauptet ist, sei nur am Rande erwähnt).
Und so weiter. Die von mir seit Jahren (als "staatliche Netzgesellschaft") und von Sunrise als "Kabel-und-Schacht-AG" propagierte Infrastruktur-Organisation muss sofort kommen, bevor der Monopoly-Mist geführt ist und Swisscom vollendete Tatsachen schaffen kann. Dass einmal mehr Randregionen das Nachsehen haben werden, muss man ja nicht mehr extra erwähnen.
Geschrieben von Fredy Künzler
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um
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Wednesday, 28. June 2006
EU-Medienkommissarin Vivane Reding fordert die Aufspaltung der Incumbents
von Fredy Künzler
Das Konzept von getrennter Netzgesellschaft und unabhängigen Dienst-Anbietern ist jetzt auch in der EU salonfähig: EU-Medienkommissarin Vivane Reding fordert in einer Ansprache die Aufspaltung der Incumbents und rügt vor allem die monopolistische Deutsche Telekom, wie der Spiegel und andere Newsdienste berichten. Bei den Kiwis funktioniert das Modell bekanntlich ebenfalls.
Das Konzept von getrennter Netzgesellschaft und unabhängigen Dienst-Anbietern ist jetzt auch in der EU salonfähig: EU-Medienkommissarin Vivane Reding fordert in einer Ansprache die Aufspaltung der Incumbents und rügt vor allem die monopolistische Deutsche Telekom, wie der Spiegel und andere Newsdienste berichten. Bei den Kiwis funktioniert das Modell bekanntlich ebenfalls.
Geschrieben von Fredy Künzler
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Bei den Kiwis funktionierts: die Aufspaltung der "Swisscom"
von Fredy Künzler
Beat (merci!) macht mich auf einen Artikel von The Register aufmerksam: Kiwi Telecom to split retail and wholesale operations ... was ich und andere für die Schweiz schon lange predigen, wird in Neuseeland bereits umgesetzt.
Beat (merci!) macht mich auf einen Artikel von The Register aufmerksam: Kiwi Telecom to split retail and wholesale operations ... was ich und andere für die Schweiz schon lange predigen, wird in Neuseeland bereits umgesetzt.
"The country expects world-class broadband services, and our decision to reorganise our business is one more step towards ensuring healthy competition exists to provide that," incoming Telecom chairman Wayne Boyd said.Würde 1:1 auch für die Schweiz gelten. Und der Split der Swisscom zur Netzgesellschaft und Retail-Firma wäre problemlos machbar. Wenn die Politik bloss wollen würde.
Wednesday, 14. June 2006
Politischer Widerstand gegen die 200 Mio. Telecom-Pläne der ewz
von Fredy Künzler
Inside-IT berichtet heute, dass die SVP und CVP politischen Widerstand gegen die 200 Mio. teuren Telecom-Pläne der ewz ankündigen:
Diese Weisung ist nämlich durchaus plausibel und verfolgt meiner Meinung nach die richtigen Ziele: Ein ausschliessliches Wholesale-Angebot basierend auf einem staatlich kontrollierten Infrastruktur, nicht aber sogenannt höherwertige Services wie Inhalte, Internet, Telefonie, Multimedia für Enduser - also eigentlich genau dies, was ich mit meinem Aufspaltungsmodell der heutigen Swisscom zur sogenannten Netzgesellschaft auch fordere. Differenziert denkende Politiker erachten inzwischen diesen Weg ebenfalls als sinnvoll. Allerdings fehlen in der stadträtlichen Weisung die erwähnten Planrechnungen, und die von ewz erhoffte Wirtschaftlichkeit bliebe damit noch nachzuprüfen.
Die SP-Fraktion applaudiert für meinen Geschmack denn auch etwas zu stark zum stadträtlichen Konzept - keine Fraktion kann für sich nämlich in Anspruch nehmen, Konsequenzen und Tragweite des 200 Mio-Investments schon voll abschätzen zu können. Das sag ich als Sozialdemokrat und Internetprovider - der auf einer solchen Netzinfrastruktur sicher profitable Dienste anbieten könnte. Denn Service Public darf nicht beliebig kosten.
Inside-IT berichtet heute, dass die SVP und CVP politischen Widerstand gegen die 200 Mio. teuren Telecom-Pläne der ewz ankündigen:
Seine Partei (die SVP) werde den (Aus-)Bau des städtischen Breitbandnetzes "mit aller Härte bekämpfen", so Tuena. Die Bevölkerung mit einem Glasfasernetz zu versorgen gehöre nicht in die Kernkompetenzen des EWZ.War von der SVP nicht anders zu erwarten, da ist man in der Regel grundsätzlich dagegen. Ich wage allerdings zu bezweifeln, dass Tuena die zehnseitige Weisung des Stadtrats von Zürich bereits im Detail studiert hat.
Diese Weisung ist nämlich durchaus plausibel und verfolgt meiner Meinung nach die richtigen Ziele: Ein ausschliessliches Wholesale-Angebot basierend auf einem staatlich kontrollierten Infrastruktur, nicht aber sogenannt höherwertige Services wie Inhalte, Internet, Telefonie, Multimedia für Enduser - also eigentlich genau dies, was ich mit meinem Aufspaltungsmodell der heutigen Swisscom zur sogenannten Netzgesellschaft auch fordere. Differenziert denkende Politiker erachten inzwischen diesen Weg ebenfalls als sinnvoll. Allerdings fehlen in der stadträtlichen Weisung die erwähnten Planrechnungen, und die von ewz erhoffte Wirtschaftlichkeit bliebe damit noch nachzuprüfen.
Die SP-Fraktion applaudiert für meinen Geschmack denn auch etwas zu stark zum stadträtlichen Konzept - keine Fraktion kann für sich nämlich in Anspruch nehmen, Konsequenzen und Tragweite des 200 Mio-Investments schon voll abschätzen zu können. Das sag ich als Sozialdemokrat und Internetprovider - der auf einer solchen Netzinfrastruktur sicher profitable Dienste anbieten könnte. Denn Service Public darf nicht beliebig kosten.
Geschrieben von Fredy Künzler
in Politik
um
19:52
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Tags für diesen Artikel: darkfibre, fibre-to-the-home, fixnet wholesale, gemeinderat, glasfaser, leistungsauftrag, netzgesellschaft, stadrat, zürich
Wednesday, 7. June 2006
Bundesrat & Swisscom: zurück auf Feld 1
von Fredy Künzler
Gut. Der Ständerat hat "njet" gesagt und den Bundesrat wieder auf Feld 1 geschickt in Sachen Swisscom-Privatisierung. Eile mit Weile ist manchmal notwendig. Jetzt müssen nämlich ein paar Scheuklappen-Politiker in Bern zur Kenntnis nehmen, dass es noch andere Wege gibt als "Alles oder Nichts".
Gut. Der Ständerat hat "njet" gesagt und den Bundesrat wieder auf Feld 1 geschickt in Sachen Swisscom-Privatisierung. Eile mit Weile ist manchmal notwendig. Jetzt müssen nämlich ein paar Scheuklappen-Politiker in Bern zur Kenntnis nehmen, dass es noch andere Wege gibt als "Alles oder Nichts".
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Leserbrief im Landboten: Hellgrün (GLP) trägt ein hellbraunes Unterhemd





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