Monday, 14. November 2011
Carsten Schloter will die Netzneutralität aufgeben
von Fredy Künzler
Beängstigend, was Swisscom-CEO Carsten Schloter am Samstag im Interview mit dem Tages-Anzeiger von sich gibt:
Was Swisscom-CEO Carsten Schloter hier sehr verklausuliert erklärt, ist nichts anderes als sein Plan, die Netzneutralität aufzugeben. Anders gesagt: wer als Content-Anbieter zahlt, bekommt privilegierten Access zum Swisscom Netz und deren Kunden. Wer nicht zahlt, wird ausgebremst (man nennt dies Throttling). Carsten Schloter und Swisscom vollziehen damit eine 180-Grad Kehrtwende - vor Jahresfrist behauptete man gegenüber Inside-IT noch das Gegenteil:
Anders gesagt - legen wir dem Herr Schloter ein Wort in den Mund: "Was kümmert uns unser Geschwätz von letztem Jahr, wenn es die sinkenden Festnetz-Umsätze auffängt und der Aktionärsrendite dienlich ist?" ... wenn wir also bald schon Werbung wie die nachstehende sehen, dann soll niemand sagen, wir hätten es nicht kommen sehen:
Beängstigend, was Swisscom-CEO Carsten Schloter am Samstag im Interview mit dem Tages-Anzeiger von sich gibt:
[...] Tages-Anzeiger: In den Niederlanden hat das Parlament entschieden, dass Mobilfunkanbieter keine Zusatzgebühren für die Nutzung von Diensten wie Whatsapp oder Skype verlangen dürfen. Was bedeutet das für die Schweiz?
Carsten Schloter: Für uns wäre es sowieso nie infrage gekommen, für solche Dienste zusätzliche Gebühren zu erheben oder sie gar zu sperren. Das ist nicht bei allen Anbietern so. Sunrise zum Beispiel behält sich in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen vor, Internettelefonie zu blockieren. Wir glauben, dass sich die Entwicklung nicht aufhalten lässt. Mich interessiert eine andere Diskussion viel mehr: Dürfen die Telecomanbieter gegenüber Internetkonzernen wie Skype, Google oder Apple ebenfalls abgestufte Angebote machen? Wenn also Apple will, dass die Kunden einen iTunes-Song in möglichst kurzer Zeit herunterladen können, dürfen wir dem Konzern einen Premium-Dienst verkaufen?
Und, dürfen Sie?
Faktisch wird das heute gemacht, ja. Die Anbieter von digitalen Inhalten zahlen dafür, dass ihre Kunden ein besseres Erlebnis haben. Wäre jeder iTunes-Song am Apple-Hauptsitz in Cupertino gespeichert, würde der Download ewig dauern. Apple bezahlt dafür, dass die Daten näher am Kunden gespeichert werden.
Die Swisscom bekommt Geld von Apple?
Noch nicht, aber hoffentlich bald. Heute sind die Daten ausserhalb des Swisscom-Netzes bei Grosskonzernen wie Akamai zwischengespeichert. Die Datenvolumen wachsen aber so schnell, dass das nicht mehr reicht. Der Speicher muss noch tiefer ins Netz, noch näher an den Kunden. Das ist die Chance für die Swisscom: Wir bauen Datenspeicher und bieten sie Apple und anderen Firmen nicht-diskriminierend an.
Wie konkret sind diese Pläne?
Sehr konkret.
Heisst das, die Swisscom verdient bald an jedem iTunes-Song mit?
Nicht an jedem Download, aber an jedem im Swisscom-Speicher abgelegten Musikstück. Wir werden Speicherkapazität in verschiedenen Güteklassen anbieten. Wer mehr bezahlt, dem garantieren wir das bessere Kundenerlebnis.
Wie viel lässt sich mit einer solchen Dienstleistung verdienen?
Das ist schwierig zu sagen. Ein Player wie Akamai macht über eine Milliarde Dollar Umsatz. Das Potenzial für die Swisscom liegt also vielleicht im zweistelligen Millionenbereich. Zumindest am Anfang. Später dann vielleicht sogar im dreistelligen Millionenbereich.
[...]
Was Swisscom-CEO Carsten Schloter hier sehr verklausuliert erklärt, ist nichts anderes als sein Plan, die Netzneutralität aufzugeben. Anders gesagt: wer als Content-Anbieter zahlt, bekommt privilegierten Access zum Swisscom Netz und deren Kunden. Wer nicht zahlt, wird ausgebremst (man nennt dies Throttling). Carsten Schloter und Swisscom vollziehen damit eine 180-Grad Kehrtwende - vor Jahresfrist behauptete man gegenüber Inside-IT noch das Gegenteil:
[...] Für Branchenprimus Swisscom ist der Zugang zum Breitbandnetz um so attraktiver, je mehr und bessere Inhalte erreicht werden können. "Wir haben daher kein Interesse daran, Internetinhalte zu blockieren oder deren Übertragung zu verlangsamen", sagt Swisscom-Mediensprecher Olaf Schulze auf Anfrage. [...]
Anders gesagt - legen wir dem Herr Schloter ein Wort in den Mund: "Was kümmert uns unser Geschwätz von letztem Jahr, wenn es die sinkenden Festnetz-Umsätze auffängt und der Aktionärsrendite dienlich ist?" ... wenn wir also bald schon Werbung wie die nachstehende sehen, dann soll niemand sagen, wir hätten es nicht kommen sehen:
Geschrieben von Fredy Künzler
in Politik
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15:32
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Thursday, 1. October 2009
Cablecom / UPC verpflichtet sich zum Verzicht auf Tempobremsen respektive zur Netzneutralität - nach Userprotesten in Holland
von Fredy Künzler
Dass mit der Netzneutralität nicht zu spassen ist, habe ich hier schon früher notiert. Scheinbar gibt es immer mal wieder unbelehrbare Provider, die trotz besseren Wissens die Netzneutralität zu ritzen versuchen. Doch Userproteste nützen durchaus, wie der Fall von UPC Holland - einer Cablecom-Schwesterfirma - beweist. Der Tages-Anzeiger berichtete in seiner gestrigen Ausgabe ausführlich über den Fall und holt dankenswerterweise bei Cablecom ein Statement ab, dass man im Cablecom-Netz der Schweiz niemals selektiv (unliebsamer) Datentraffic künstlich ausbremsen wolle:
Freilich auf einem anderen Blatt Papier geschrieben sind überlastete Peerings und Transitlinks in den Peak-Stunden - bei Privatkunden-Providern à la Cablecom üblicherweise zwischen 19 und 23 Uhr. Latenzmessungen à la nachstehender Grafik (es ist diesmal keine Cablecom-Traffic-Messung ...) sind leider an der Tagesordnung. Damit sparen sich manche Provider kostspielige Upgrades ihrer Transitlinks oder erzwingen eine für die Endkunden miserable Peeringpolicy. Anders gesagt: wo 50 oder 100mbps draufsteht, ist längst nicht überall 50 oder 100mbps drin.

Dass Cablecom früher schon wegen Overbooking gebasht wurde, sei nur am Rande noch erwähnt ...
Dass mit der Netzneutralität nicht zu spassen ist, habe ich hier schon früher notiert. Scheinbar gibt es immer mal wieder unbelehrbare Provider, die trotz besseren Wissens die Netzneutralität zu ritzen versuchen. Doch Userproteste nützen durchaus, wie der Fall von UPC Holland - einer Cablecom-Schwesterfirma - beweist. Der Tages-Anzeiger berichtete in seiner gestrigen Ausgabe ausführlich über den Fall und holt dankenswerterweise bei Cablecom ein Statement ab, dass man im Cablecom-Netz der Schweiz niemals selektiv (unliebsamer) Datentraffic künstlich ausbremsen wolle:
[...] Drei Wochen später ist das Thema [Tempobremsen] vom Tisch. Die offizielle, von der Europazentrale der Cablecom-Besitzer abgesegnete Stellungnahme zur Tempobremse lautet: «Drosselungen sind für die Cablecom kein Thema. Solche Massnahmen entsprechen nicht unserer Politik.»Womit das Statement hier für die Nachwelt dokumentiert wäre.
Freilich auf einem anderen Blatt Papier geschrieben sind überlastete Peerings und Transitlinks in den Peak-Stunden - bei Privatkunden-Providern à la Cablecom üblicherweise zwischen 19 und 23 Uhr. Latenzmessungen à la nachstehender Grafik (es ist diesmal keine Cablecom-Traffic-Messung ...) sind leider an der Tagesordnung. Damit sparen sich manche Provider kostspielige Upgrades ihrer Transitlinks oder erzwingen eine für die Endkunden miserable Peeringpolicy. Anders gesagt: wo 50 oder 100mbps draufsteht, ist längst nicht überall 50 oder 100mbps drin.

Dass Cablecom früher schon wegen Overbooking gebasht wurde, sei nur am Rande noch erwähnt ...
Geschrieben von Fredy Künzler
in Datenschutz
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Wednesday, 16. July 2008
Bittorrent (P2P) und Swisscom und der Blick über den Teich: Comcast vs. FCC
von Fredy Künzler
Interessantes Posting heute morgen auf der SwiNOG Mailingliste von einem Schreiber namens "Zorg 421":
Natürlich stellte sich sofort die Frage, ob "Zorg 421" ebenfalls eine Ritzung der Netzneutralität durch Swisscom entdeckt hat. Der Wahrheitsgehalt des Emails lässt sich natürlich nicht nachprüfen, umsomehr dass der Schreiber unerkannt bleiben will | muss, denn Filesharing ist ja nur halb legal (Details zu P2P habe ich hier früher schon thematisiert). Trotzdem habe ich die Medienstelle von Swisscom angefragt, wie man zur Netzneutralität stehe:
Interessantes Posting heute morgen auf der SwiNOG Mailingliste von einem Schreiber namens "Zorg 421":
I have a strange occurance of a bluewin ADSL connection on which, if you start a bittorent doing some p2p activity, the second node in bluewin network start to drop large (1000-1400B) frames at a rate of 30-35%! Amazed what the heck can trigger that! (the bittorent is shaped at 120kB down / 20 kB up, it's not congesting the link) [...]und als einzige Antwort darauf war bislang folgendes zu lesen:
Maybe you discovered the swiss version of this:Der referenzierte Artikel ist ziemlich alt, inzwischen ist nämlich zweifelsfrei erwiesen, dass Comcast, der grösste US-Cableprovider den P2P-Filesharing Traffic bremst. Dagegen ist auch die FCC, der amerikanische Regulator eingeschritten. Im Frühjar war man sich noch uneins bei der FCC, doch hat sich scheinbar mittlerweile die Einsicht durchgesetzt, dass P2P-Bremsen die Netzneutralität verletze. Der FCC-Chef will jedenfalls Comcast dazu verdonnern, jegliche Bittorrent-Bremsen zu entfernen. Das letzte Wort in dieser Sache ist allerdings noch nicht gesprochen.
http://arstechnica.com/news.ars/post/20071019-evidence-mounts-that-comcast-is-targeting-bittorrent-traffic.html
It is sure that P2P traffic cost a lot of bandwidth and some ISP are trying to reduce the cost or efficiency of P2P.
Natürlich stellte sich sofort die Frage, ob "Zorg 421" ebenfalls eine Ritzung der Netzneutralität durch Swisscom entdeckt hat. Der Wahrheitsgehalt des Emails lässt sich natürlich nicht nachprüfen, umsomehr dass der Schreiber unerkannt bleiben will | muss, denn Filesharing ist ja nur halb legal (Details zu P2P habe ich hier früher schon thematisiert). Trotzdem habe ich die Medienstelle von Swisscom angefragt, wie man zur Netzneutralität stehe:
Hallo Media@Swisscom,und bereits weniger als eine Stunde später befindet sich ein offizielles Statement von Swisscom in meiner Mailbox:
1. Throttelt Bluewin/Swisscom P2P Traffic wie Bittorrent, Kazaa etc.?
2. wenn ja, in welchem Umfang wird das gemacht?
3. Wie stellt sich Swisscom zum Thema Netzneutralität?
Beste Grüsse,
Fredy Künzler
http://www.blogg.ch/
Guten Tag Herr KünzlerSo. Wenn jemand also hieb- und stichfest das Gegenteil beweisen kann, darf mir gerne die gesammelten Indizien zwecks Veröffentlichung hier auf blogg.ch mailen ...
Swisscom beschränkt bewusst keine einzelnen Dienste wie P2P in ihren Netzen - weder im Festnetzbereich (Bluewin) noch im Mobilfunknetz. Selbstverständlich wurde in der Vergangenheit auch bei uns das Thema Netzneutralität diskutiert und klar die Position bezogen, keine Einschränkungen vorzunehmen.
Beste Grüsse
Olaf Schulze
Mediensprecher
Swisscom AG
Alte Tiefenaustrasse 6
CH-3048 Worblaufen
Geschrieben von Fredy Künzler
in Networks
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20:26
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Saturday, 8. December 2007
Wieviel Breitband braucht der Mensch?
von Fredy Künzler
Gute Frage. 25000/2500 meint Cablecom seit neuestem. Für 75 Stutz im Monat. Meine Nachbarn kriegen 10000/10000 für CHF 40. Allerdings ist dieses Angebot namens FTTH (Fibre-to-the-home) auf derzeit genau zwei Hausnummern limitiert. Leider.
Digichris verlangt stattdessen ein "Mittelklass-Abo" à la 2000/200 für weniger als 30 Franken pro Monat. Recht hätte er, doch wird weder Swisscom (als Wholesaler bis auf weiteres verantwortlich für ADSL / VDSL Angebote) noch Cablecom im Lowend-Bereich an den Preisen schrauben wollen. Gäbe es nämlich plötzlich ein ADSL-Abo mit sagen wir 1500/150 für den halben Preis des 3500/300 von aktuellen CHF 49.00 pro Monat, würden vermutlich ziemlich viele Kunden downgraden wollen. Zum mailen, surfen, chatten und Zattoo gucken würde das nämlich längst reichen, sofern der Provider fair spielt. Doch weshalb sollte Swisscom oder Cablecom ohne Not ihre Umsätze massiv reduzieren wollen? Da schraubt man lieber die Bandbreiten hoch, selbst wenn kaum jemand noch mehr Speed will und zwingt die Kunden zum "friss oder stirb (offline)".
Gute Frage. 25000/2500 meint Cablecom seit neuestem. Für 75 Stutz im Monat. Meine Nachbarn kriegen 10000/10000 für CHF 40. Allerdings ist dieses Angebot namens FTTH (Fibre-to-the-home) auf derzeit genau zwei Hausnummern limitiert. Leider.
Digichris verlangt stattdessen ein "Mittelklass-Abo" à la 2000/200 für weniger als 30 Franken pro Monat. Recht hätte er, doch wird weder Swisscom (als Wholesaler bis auf weiteres verantwortlich für ADSL / VDSL Angebote) noch Cablecom im Lowend-Bereich an den Preisen schrauben wollen. Gäbe es nämlich plötzlich ein ADSL-Abo mit sagen wir 1500/150 für den halben Preis des 3500/300 von aktuellen CHF 49.00 pro Monat, würden vermutlich ziemlich viele Kunden downgraden wollen. Zum mailen, surfen, chatten und Zattoo gucken würde das nämlich längst reichen, sofern der Provider fair spielt. Doch weshalb sollte Swisscom oder Cablecom ohne Not ihre Umsätze massiv reduzieren wollen? Da schraubt man lieber die Bandbreiten hoch, selbst wenn kaum jemand noch mehr Speed will und zwingt die Kunden zum "friss oder stirb (offline)".
Geschrieben von Fredy Künzler
in Bits and Bytes
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03:15
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Tuesday, 6. November 2007
Swisscable will Youtube und Zattoo bremsen und ritzt damit die Net Neutrality
von Fredy Künzler
Der Verband Swisscable, also der Zusammenschluss der TV-Cable Provider, ritzt in der heutigen Medienmitteilung die Net Neutrality, indem über Bandbreitenbeschränkungen für Youtube und Zattoo nachgedacht wird und behauptet
1. Youtube und Zattoo lässt sich nicht eins zu eins vergleichen. Zattoo basiert auf P2P Technik, d.h. Zattoo Nutzer, die das selbe Programm sehen und beim selben Provider angeschlossen sind, tauschen Traffic lokal aus. Das spart teure Upstream Bandbreite. Im Fall von Youtube kommt der Traffic meistens von einer Serverfarm in den USA, entsprechend "teuer" ist der Traffic.
2. Zattoo peert offen und lokal. Wir versuchen, die Server so nahe zu den Usern zu bringen und den Traffic möglichst kostengünstig in die sogenannten Eyeball-Netze (also Cable- resp. ADSL Netze) einzuspeisen. Dies geschieht typischerweise bei Internet-Exchanges wie SwissIX - ist also ein Kabelprovider also dort (kostenlos, notabene) angeschlossen, entstehen ihm gar keine Mehrkosten an IP-Transit Bandbreite durch die höhere Nutzung. Zattoo hat immer wieder bewiesen, ein 'good citizen' zu sein.
3. Lokale Kabelprovider könnten oftmals viel günstiger IP Transit Bandbreite einkaufen und damit die Kostenstruktur optimieren. Das Doppelte oder auch mehr an Bandbreite zum selben Preis liegt allemal drin - vorausgesetzt, der Kabelprovider ist willens, den Provider zu wechseln. Anfragen sind gerne willkommen (sales at init7 dot net). Damit würde auch das "Youtube" Problem entschärft.
Vielleicht war das Statement von Swisscable aber auch bloss ein Versuchsballon, um zu sehen, ob jemand mit Empörung reagiert - immerhin geht es bei diesem Disput um das hochpolitische Thema Net Neutrality!
Der Verband Swisscable, also der Zusammenschluss der TV-Cable Provider, ritzt in der heutigen Medienmitteilung die Net Neutrality, indem über Bandbreitenbeschränkungen für Youtube und Zattoo nachgedacht wird und behauptet
"Anbieter wie Youtube und Zattoo profitieren einseitig"Der CEO von Zattoo, Beat Knecht (mein Chef) hat dazu gegenüber Heute Stellung genommen:
Und was ist mit Internetfernsehen? Wird es als Konkurrenz oder Ergänzung zum Kabel-TV angeschaut? "Internetfernsehen sehen wir als Ergänzung zum Kabel-TV-Angebot", stellt Leutenegger klar. Allerdings müsse man auch berücksichtigen, dass Internetfernsehen die Netzinfrastruktur massiv belaste. "Anbieter wie Youtube und Zattoo profitieren einseitig von der hervorragenden Netzinfrastruktur der Kabel-TV-Unternehmen." Dies führe zunehmend zu Kapazitätsengpässen auf den Netzen. Aus diesem Grund wird Swisscable in den nächsten Monaten analysieren, ob und was für konkrete Massnahmen möglich sind.
«Unsere neusten Marktforschungen zeigen, dass viele Breitband-Kunden gerade wegen Zattoo auf ein schnelleres und teureres Abo upgraden», sagt Knecht. Deshalb sollten die Kabelnetzbetreiber eigentlich dankbar sein. «Wir sind ein Mehrwertdienst», sagt Knecht. «Wegen uns nehmen die Breitbandfirmen etwa 2,5 Millionen Franken pro Jahr mehr ein.» Laut Knecht haben die meisten Zattoo-User eine schnellere Leitung als der Durchschnitt. «Es wäre absurd, solche Kunden nochmals zu besteuern.» Schliesslich hätten diese den schnellen und teuren Anschluss ja wegen Zattoo & Co.Zu unserer offziellen Stellungnahme möchte ich folgende technische Ergänzungen anmerken:
1. Youtube und Zattoo lässt sich nicht eins zu eins vergleichen. Zattoo basiert auf P2P Technik, d.h. Zattoo Nutzer, die das selbe Programm sehen und beim selben Provider angeschlossen sind, tauschen Traffic lokal aus. Das spart teure Upstream Bandbreite. Im Fall von Youtube kommt der Traffic meistens von einer Serverfarm in den USA, entsprechend "teuer" ist der Traffic.
2. Zattoo peert offen und lokal. Wir versuchen, die Server so nahe zu den Usern zu bringen und den Traffic möglichst kostengünstig in die sogenannten Eyeball-Netze (also Cable- resp. ADSL Netze) einzuspeisen. Dies geschieht typischerweise bei Internet-Exchanges wie SwissIX - ist also ein Kabelprovider also dort (kostenlos, notabene) angeschlossen, entstehen ihm gar keine Mehrkosten an IP-Transit Bandbreite durch die höhere Nutzung. Zattoo hat immer wieder bewiesen, ein 'good citizen' zu sein.
3. Lokale Kabelprovider könnten oftmals viel günstiger IP Transit Bandbreite einkaufen und damit die Kostenstruktur optimieren. Das Doppelte oder auch mehr an Bandbreite zum selben Preis liegt allemal drin - vorausgesetzt, der Kabelprovider ist willens, den Provider zu wechseln. Anfragen sind gerne willkommen (sales at init7 dot net). Damit würde auch das "Youtube" Problem entschärft.
Vielleicht war das Statement von Swisscable aber auch bloss ein Versuchsballon, um zu sehen, ob jemand mit Empörung reagiert - immerhin geht es bei diesem Disput um das hochpolitische Thema Net Neutrality!
Geschrieben von Fredy Künzler
in Politik
um
23:34
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Tags für diesen Artikel: init7, ip transit, net neutrality, netzneutralität, p2p, peering, provider, swisscable, swissix, youtube, zattoo
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Leserbrief im Landboten: Hellgrün (GLP) trägt ein hellbraunes Unterhemd





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