Friday, 7. January 2011
Peinliches Lobbying von Openaxs-Präsident Franz Stampfli
von Fredy Künzler
Franz Stampfli (im Bild links), Präsident des Openaxs-Verband und - gemäss Openaxs-Website -
Mitte Dezember 2010 hat in Berlin das 5th International Next Generation Access Network Forum - FTTx stattgefunden - anders gesagt: eine Fibre-to-the-Home Konferenz. Wir wurden als Referenten eingeladen, und mein Kollege Emanuel Kleindienst hat sich der Herausforderung angenommen und in Berlin präsentiert. Seine Präsentation wurde mit folgendem zugegebenermassen nicht ganz neutralen Titel angekündigt (man möchte ja etwas Aufmerksamkeit, nicht wahr?):
Diese Ankündigung hat scheinbar den Openaxs-Präsidenten geweckt. Er fühlte sich drei Wochen vor (!) der Veranstaltung zu folgendem Email an die Konferenzveranstalterin mitsamt Kopie an Swisscom-CEO Carsten Schloter, BAKOM-Direktor Martin Dummermuth sowie ComCom-Chef Marc Furrer genötigt:
Dass dieses Vorgehen ziemlich peinlich ist, übersehen wir jetzt einfach mal geflissentlich. Mehr beunruhigt das sektiererische Verhalten des Openaxs-Präsidenten. Stampfli möchte jede Kritik und Diskussion über das von Openaxs hauptsächlich propagierte Layer-2 FTTH Modell (ewz zürinet, St. Galler Stadtwerke) im Keim ersticken. Mittlerweile ist weitherum bekannt, dass Layer-2 FTTH der Stadtwerke finanziell nicht aufgeht und eine massive Quersubvention durch den Gebührenzahler verlangt. iwb (Industrielle Werke Basel) haben sich deshalb auch für ein Layer-1 FTTH Businessmodell entschieden. Wie ich früher schon sagte: Layer-2 FTTH der Stadtwerke ist scheintot, bevor es erst richtig zum Leben erwacht ist.
Stampfli hätte offenbar - einem Sektenguru gleich - am liebsten nur Leute, die getreu seine Vision nachbeten und möchte Kritiker von Anfang an mundtot machen, selbst wenn sie im fernen Berlin referieren. Doch die politische Diskussion zu FTTx (FTTH, FTTB) ist noch lange nicht abgeschlossen, und so ist auch der Vortrag an der Berliner Konferenz zu verstehen - als Beitrag zur Debatte über das 'richtige' FTTH Businessmodell. Denn es ist keinesfalls so, dass die Idee von Openaxs und ihrem Präsidenten Franz Stampfli alleinseligmachend wäre. Was die drei Herren im cc über das Email denken, entzieht sich leider meiner Kenntnis.
Damit sich jedermann selber ein Bild machen kann, veröffentlichen wir hier die Slides des genannten Vortrags an der Berliner FTTH-Konferenz (Quellennachweis: Karikatur von Ruedi Widmer sowie zwei Slides von Dätwyler Cables mit freundlicher Genehmigung):
Franz Stampfli (im Bild links), Präsident des Openaxs-Verband und - gemäss Openaxs-Website -
[...] Berater und Verwaltungsrat diverser Unternehmen und Organisationen. Als langjähriger CEO von Alcatel-Lucent Schweiz AG ist Stampfli ein ausgewiesener Kenner der Telekombrancheschrieb ein peinliches Lobbying-Email. Doch schön der Reihe nach:
Mitte Dezember 2010 hat in Berlin das 5th International Next Generation Access Network Forum - FTTx stattgefunden - anders gesagt: eine Fibre-to-the-Home Konferenz. Wir wurden als Referenten eingeladen, und mein Kollege Emanuel Kleindienst hat sich der Herausforderung angenommen und in Berlin präsentiert. Seine Präsentation wurde mit folgendem zugegebenermassen nicht ganz neutralen Titel angekündigt (man möchte ja etwas Aufmerksamkeit, nicht wahr?):
Service provider view: Swiss FTTx landscape, planning and schedules, disastrous situation
* Who is who in the Swiss FTTx-Market, planning, schedules and many different business plans / cases
* Building fibre in cities and towns, no coordination, no standardised planning, to many services from to many providers for just one customer = CHAOS!
* Possible solutions, ways of coordination, open discussion with the forum
Emanuel Kleindienst
CEO
Init Seven AG, Switzerland
Diese Ankündigung hat scheinbar den Openaxs-Präsidenten geweckt. Er fühlte sich drei Wochen vor (!) der Veranstaltung zu folgendem Email an die Konferenzveranstalterin mitsamt Kopie an Swisscom-CEO Carsten Schloter, BAKOM-Direktor Martin Dummermuth sowie ComCom-Chef Marc Furrer genötigt:
From: Stampfli Franz [mailto:franz.stampfli@openaxs.ch]
Sent: Dienstag, 23. November 2010 10:32
To: [...]
Cc: Furrer Marc; carsten.schloter@swisscom.com; Dummermuth Martin
Subject: FTTX Forum 13.- 15. Dezember 2010, Berlin
[... Anrede ...]
Mit Interesse habe ich die Vorstellungen der Referenten und die entsprechenden Kurzversionen ihrer geplanten Referatsinhalte gelesen. Dabei ist mir der geplante Vortrag von Herrn Kleindienst, Init Seven AG, aufgefallen (s. Beilage).
Es ist mir ein grosses Anliegen, Sie darauf aufmerksam zu machen, dass die im Abriss dargestellte Situation in der Schweiz bezüglich FTTH nicht den Tatsachen entspricht. Die gewählte Ausdrucksform deutet auf eine polemische, nicht sachbezogene Darstellung von Herausforderungen dar, welche zur Zeit in der Schweiz auf allen Ebenen, Swisscom - Energieversorgungsunternehmen (EVU) - Kommunen - Dienstanbieter - Behörde/Politik, lösungsorientiert besprochen werden.
Ich würde es bedauern, wenn durch diesen Vortrag beim Publikum der Eindruck entstehen würde, dass in der Schweiz in Sachen FTTH roll out eine disaströse, koordinationslose und chaotische Situation herrscht. Wer unser Land und unsere Kultur kennt, weiss, dass dies nicht der Fall ist.
Ich hoffe, Sie finden für Ihr nächstes Forum Referenten, welche sich mehr der ausgewogenen Darstellung dieser komplexen Herausforderung, denn einer reisserischen Polemik verpflichtet fühlen.
Mit den besten Wünschen für eine interessante Tagung.
Franz Stampfli
cc:
Marc Furrer, Direktor, Eidgenössische Kommunikation Kommission
Martin Dummermuth, Direktor, Bundesamt für Kommunikation
Carsten Schloter, CEO, Swisscom AG
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fiber connections for everyone
Franz Stampfli
Präsident
openaxs Verband
Moserstrasse 52
3014 Bern
Mobile 079 xxx xx xx
franz.stampfli@openaxs.ch
www.openaxs.ch
Dass dieses Vorgehen ziemlich peinlich ist, übersehen wir jetzt einfach mal geflissentlich. Mehr beunruhigt das sektiererische Verhalten des Openaxs-Präsidenten. Stampfli möchte jede Kritik und Diskussion über das von Openaxs hauptsächlich propagierte Layer-2 FTTH Modell (ewz zürinet, St. Galler Stadtwerke) im Keim ersticken. Mittlerweile ist weitherum bekannt, dass Layer-2 FTTH der Stadtwerke finanziell nicht aufgeht und eine massive Quersubvention durch den Gebührenzahler verlangt. iwb (Industrielle Werke Basel) haben sich deshalb auch für ein Layer-1 FTTH Businessmodell entschieden. Wie ich früher schon sagte: Layer-2 FTTH der Stadtwerke ist scheintot, bevor es erst richtig zum Leben erwacht ist.
Stampfli hätte offenbar - einem Sektenguru gleich - am liebsten nur Leute, die getreu seine Vision nachbeten und möchte Kritiker von Anfang an mundtot machen, selbst wenn sie im fernen Berlin referieren. Doch die politische Diskussion zu FTTx (FTTH, FTTB) ist noch lange nicht abgeschlossen, und so ist auch der Vortrag an der Berliner Konferenz zu verstehen - als Beitrag zur Debatte über das 'richtige' FTTH Businessmodell. Denn es ist keinesfalls so, dass die Idee von Openaxs und ihrem Präsidenten Franz Stampfli alleinseligmachend wäre. Was die drei Herren im cc über das Email denken, entzieht sich leider meiner Kenntnis.
Damit sich jedermann selber ein Bild machen kann, veröffentlichen wir hier die Slides des genannten Vortrags an der Berliner FTTH-Konferenz (Quellennachweis: Karikatur von Ruedi Widmer sowie zwei Slides von Dätwyler Cables mit freundlicher Genehmigung):
Tuesday, 8. June 2010
ewz zürinet rentiert nicht, sagt ewz-Direktor Ammann. ALO kommt. Und openaxs laviert.
von Fredy Künzler
Die NZZ interviewt ewz-Direktor Ammann zur Fehlkalkulation ewz Zürinet:
Swisscom ihrerseits hat das erwartete ALO (Access Line Optical) Produkt in den Städten Fribourg, Genève und Lausanne für die zweite Jahreshälfte angekündigt. ALO ist ein kommerzieller und kein regulierter Service und besteht aus einer oder zwei Glasfasern von der Swisscom-Zentrale zum Endkunden (technisch analog der TAL Kupferleitung) und ermöglicht es, Drittprovidern ein FTTH Service auf eigener Infrastruktur zu bauen (Layer-1 FTTH). Der Preis soll CHF 39.00 für eine Glasfaser und CHF 117.00 für zwei Fasern betragen (wie die Rechnung 2*CHF 39.00 = CHF 117.00 aufgehen soll, weiss man nur bei Swisscom...). Damit hat Swisscom die openaxs-Leute unter Zugszwang gesetzt, die oben zitierte Meldung scheint jedenfalls nicht 100% ausgegoren und überzeugend zu sein.
Die NZZ interviewt ewz-Direktor Ammann zur Fehlkalkulation ewz Zürinet:
NZZ: Das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (EWZ) will mit der Swisscom ein flächendeckendes Glasfasernetz für 430 Millionen Franken erstellen. Das wirft das ursprüngliche Geschäftsmodell eines EWZ-Glasfasernetzes über den Haufen.Derweil propagiert der Verband openaxs neu auch Layer-1 FTTH, wie ich vor ein paar Tagen bereits gefordert habe. In einer Mitteilung, die leider nicht online ist, schreibt openaxs:
Conrad Ammann: Ja. Wir gingen bei der ursprünglichen Vorlage davon aus, dass wir alleine und nach wirtschaftlichen Kriterien bauen, also nur Geschäftskunden und dicht besiedelte Wohngebiete anschliessen. Dafür waren 200 Millionen Franken vorgesehen. Geplant war, dass die Investitionen sich in rund zehn Jahren amortisieren und das Geschäft eigenwirtschaftlich ist. Neu werden wir mit der Swisscom in 8 Jahren die ganze Stadt erschliessen. Dies bedingt sehr hohe Investitionen, die sich nicht bereits über 10 Jahre hinweg rechnen.
NZZ: Wie sieht der Zeithorizont aus?
Ammann: Das Investitionsvorhaben hat Langzeitcharakter, wir rechnen mit 30 bis 40 Jahren. Für Zürich ist das Netz jedoch eine riesige Chance. Zürich erhält damit ein hochmodernes Kommunikationsnetz.
NZZ: Jetzt argumentieren sie volkswirtschaftlich. Betriebswirtschaftlich sieht es für das EWZ jedoch traurig aus. Das Glasfasernetz rentiert nun doch nicht. Dabei sagte die Stadt vor drei Jahren, das Projekt berge kaum Risiken.
Ammann: Damals wussten wir nicht, dass die Swisscom auch ein Netz bauen will. Innerhalb von zehn Jahren schwarze Zahlen zu schreiben bei derart hohen Investitionen, geht nicht. Auch die Swisscom hat das realisiert. Das Glasfasernetz ist zum klassischen Infrastrukturprojekt geworden.
Per 1. Januar 2011 lancieren die openaxs-Partner in mehreren Städten der Schweiz ein FTTH-Netzangebot auf Layer 1. Damit wird den Telekomanbietern auch der Zugang auf die Glasfaser-Infrastruktur der Elektrizitätsversorgungsunternehmen (EVU) ermöglicht.Man ist sich offenbar bei openaxs nicht mehr sicher, wie die Strategie wirklich aussehen soll. Noch gibt es Layer-2-FTTH Durchhalteparolen, aber wer weiss schon, was in ein paar Monaten das Mass der Dinge sein wird ...
Mit der Einführung des Angebots reagiert openaxs auf die Ankündigung der Swisscom, selber in den Layer 1 Markt einzutreten. Die Produkt- und Preis-Parameter werden sich im vergleichbaren Rahmen wie diejenigen der Swisscom bewegen. Genauere Angaben dazu werden im Herbst 2010 veröffentlicht.
Das Angebot wird vorerst in den Städten der aktuellen openaxs-Partner wie zum Beispiel Basel, Bellinzona, Bern, Freiburg, Genf, Luzern, St. Gallen verfügbar sein. Da der Verbund openaxs stetig wächst, wird auch die regionale Verfügbarkeit rasant zunehmen.
Kerngeschäft der EVU bleibt im Telekombereich weiterhin die Erbringung attraktiver Services auf der Transportebene (Layer 2). Hier bieten die openaxs-Partner diskriminierungsfreien Zugang zum Glasfaser-Netz und sorgen somit dafür, dass echter Wettbewerb unter den Service-Anbietern spielen kann.
Swisscom ihrerseits hat das erwartete ALO (Access Line Optical) Produkt in den Städten Fribourg, Genève und Lausanne für die zweite Jahreshälfte angekündigt. ALO ist ein kommerzieller und kein regulierter Service und besteht aus einer oder zwei Glasfasern von der Swisscom-Zentrale zum Endkunden (technisch analog der TAL Kupferleitung) und ermöglicht es, Drittprovidern ein FTTH Service auf eigener Infrastruktur zu bauen (Layer-1 FTTH). Der Preis soll CHF 39.00 für eine Glasfaser und CHF 117.00 für zwei Fasern betragen (wie die Rechnung 2*CHF 39.00 = CHF 117.00 aufgehen soll, weiss man nur bei Swisscom...). Damit hat Swisscom die openaxs-Leute unter Zugszwang gesetzt, die oben zitierte Meldung scheint jedenfalls nicht 100% ausgegoren und überzeugend zu sein.
Tuesday, 1. June 2010
Tages-Anzeiger: "Schweizer Elektrizitätswerke planen eine landesweite Datenautobahn"
von Fredy Künzler
Interessanter Artikel im Tages-Anzeiger von gestern: Schweizer Elektrizitätswerke planen eine landesweite Datenautobahn". 11 regionale und lokale Energieversorger haben sich im Verband OpenAXS zusammengeschlossen, um ein "Gegengewicht" zu Swisscom zu bilden:
Ein paar Beispiele: St. Gallen nimmt neben Zürich eine Vorreiter-Rolle ein, hat die Volksabstimmung zum Ausbau des Glasfasernetzes bereits hinter sich, und man setzt auf Layer-2 FTTH mit aktivenund notabene teuren - wen wunderts - Alcatel Komponenten. [Update / Korrektur: ewz Zürinet basiert auf Alcatel-Hardware, sgsw St.Gallen verwendet Ericsson-Komponenten.] In Bern braucht es keine Volksabstimmung, die ewb kann selbständig fuhrwerken. Winterthur liegt zurück, die vom zuständigen Stadtrat angekündigte Abstimmung im 2010 ist mittlerweile gestorben, es liegt noch nicht einmal eine Weisung zu handen des Stadtparlaments vor. In Basel favorisiert man ein Layer-1 FTTH und will den Serviceprovidern den Betrieb der des notwendigen Equipments überlassen, indem man bloss unbeleuchtete Glasfasern bis zum Endkunden anbietet. Zürichs ewz hingegen setzt wiederum auf Layer-2 FTTH und hat bereits ca. 8000 Haushalte erschlossen, die sogenannte "Take-Rate", also die Zahl der aktiven Anschlüsse ist jedoch verschwindend gering und dümpelt bei 5%, die sich zudem auf nicht weniger als 12 Serviceprovider verteilen. Und zu allem OpenAXS-Elend ist ewz nicht mal Mitglied im Verband.
Ausserdem ist man sich im OpenAXS Verband überhaupt nicht einig, wie die Produkte respektive die Port-Bandbreiten koordiniert werden sollen. St.Gallen hat ein 30mbps/30mbps Profil implementiert, während in Zürich man künstlich "kastrierte" asymmetrische Profile wie 10mbps/2mbps vorherrschen und die interessanten symmetrischen Profile für Heimanwender gar nicht zahlbar sind. Dies nur unter der Prämisse, die existierenden hochpreisigen Business-Anschlüsse nicht zu kanibalisieren, die Kehrseite ist jedoch, dass sich kaum jemand für FTTH interessiert, denn die Differenzierung zu herkömmliche ADSL-, VDSL- oder Cable-Anschlüssen ist marginal.
Ein weiterer Aspekt sind die unterschiedlichen Vorstellungen der Preisgestaltung für unbeleuchtete Glasfasern. Preise von (vernünftigen) 90 Rappen pro Meter und Jahr für ein Darkfibre-Paar bis zu (wucherpreisigen) 15 Franken für die selbe Leistung sind an der Tagesordnung - je nachdem in welcher Stadt man als Kunde eine Glasfaser einkaufen möchte.
Wie viel einfacher hat es da Swisscom: auch wenn das einstige PTT-Denken noch nicht ganz überwunden ist, hat man doch klare Vorstellungen über Produkte, Services und Optionen. Es gibt ein national einheitliches Produkt, eine straffe Umsetzung und vorhandene Provisionierungs-Systeme. Das ist um ein vielfaches zielführender als der Flickenteppich der Werke.
Aus meiner Sicht gibt es nur zwei Ansätze für die Energieversorger: entweder a) ein reines Layer-1 FTTH ab den Ortszentralen, wo Swisscom und alle anderen Serviceprovider ihr eigenes Equipment betreiben, und die Fibre zum Haushalt in einem System à la TAL-Kupferleitung zur Verfügung gestellt wird; oder b) ein richtiges Layer-3 FTTH, wo der Energieversorger als lokaler Internet Service Provider am Markt auftritt. Für b) spricht insbesondere, dass der lokale Stromversorger bereits eine Beziehung mit dem Endkunden hat, und gegen eine weitere Zeile "Internet Access" auf der Stromrechnung spricht eigentlich nichts. Dieses Modell funktioniert in Deutschland und Österreich übrigens bestens.
Das von den meisten OpenAXS-Mitgliedern favorisierte Layer-2 FTTH mit aktiven Komponenten ist bereits scheintot, bevor es überhaupt richtig zum Leben erwachte. Zumindest im Hinblick auf die wahrlich nicht berauschenden Take-Rates bei ewz Zürinet müsste man zu diesem Schluss kommen. Fakt ist: Layer-2 FTTH macht Fibre-to-the-home bloss teuer und unflexibel und damit nicht konkurrenzfähig zu VDSL, ADSL 2+ und mit DOCSIS 3.0 Cable-Internet.
Interessanter Artikel im Tages-Anzeiger von gestern: Schweizer Elektrizitätswerke planen eine landesweite Datenautobahn". 11 regionale und lokale Energieversorger haben sich im Verband OpenAXS zusammengeschlossen, um ein "Gegengewicht" zu Swisscom zu bilden:
Die Elektrizitätswerke wollen verhindern, dass die Swisscom sich zur Alleinherrscherin auf dem Glasfasernetz aufschwingen kann. Deshalb haben sie mit Franz Stampfli einen erfahrenen Telekommunikationsspezialisten an die Spitze des Verbandes Openaxs gewählt. [...]Stampfli, ex-Alcatel-Chef in der Schweiz, soll dem seit längerer Zeit vor sich hin dümpelnden OpenAXS Verband neuen Schwung verleihen. Doch dieses Unterfangen kommt vermutlich der Quadratur des Kreises ziemlich nahe. Stampfli:
«Dabei wurde mir klar, dass das Glasfasernetz gesamtschweizerisch verbunden sein muss. Nur so kann es kostengünstig betrieben werden. Ein Flickenteppich genügt nicht»Doch genau so ein Flickenteppich sind die einzelnen Städitschen Glasfasernetze, die sich ja im Allgemeinen im Besitz der politischen Gemeinden befinden. Nur schon dieser Umstand macht die Agilität der Energieversorger zunichte, und dieser träge Haufen dann noch mit dem Apparat OpenAXS koordinieren zu wollen, ist ein Ding der Unmöglichkeit.
Ein paar Beispiele: St. Gallen nimmt neben Zürich eine Vorreiter-Rolle ein, hat die Volksabstimmung zum Ausbau des Glasfasernetzes bereits hinter sich, und man setzt auf Layer-2 FTTH mit aktiven
Ausserdem ist man sich im OpenAXS Verband überhaupt nicht einig, wie die Produkte respektive die Port-Bandbreiten koordiniert werden sollen. St.Gallen hat ein 30mbps/30mbps Profil implementiert, während in Zürich man künstlich "kastrierte" asymmetrische Profile wie 10mbps/2mbps vorherrschen und die interessanten symmetrischen Profile für Heimanwender gar nicht zahlbar sind. Dies nur unter der Prämisse, die existierenden hochpreisigen Business-Anschlüsse nicht zu kanibalisieren, die Kehrseite ist jedoch, dass sich kaum jemand für FTTH interessiert, denn die Differenzierung zu herkömmliche ADSL-, VDSL- oder Cable-Anschlüssen ist marginal.
Ein weiterer Aspekt sind die unterschiedlichen Vorstellungen der Preisgestaltung für unbeleuchtete Glasfasern. Preise von (vernünftigen) 90 Rappen pro Meter und Jahr für ein Darkfibre-Paar bis zu (wucherpreisigen) 15 Franken für die selbe Leistung sind an der Tagesordnung - je nachdem in welcher Stadt man als Kunde eine Glasfaser einkaufen möchte.
Wie viel einfacher hat es da Swisscom: auch wenn das einstige PTT-Denken noch nicht ganz überwunden ist, hat man doch klare Vorstellungen über Produkte, Services und Optionen. Es gibt ein national einheitliches Produkt, eine straffe Umsetzung und vorhandene Provisionierungs-Systeme. Das ist um ein vielfaches zielführender als der Flickenteppich der Werke.
Aus meiner Sicht gibt es nur zwei Ansätze für die Energieversorger: entweder a) ein reines Layer-1 FTTH ab den Ortszentralen, wo Swisscom und alle anderen Serviceprovider ihr eigenes Equipment betreiben, und die Fibre zum Haushalt in einem System à la TAL-Kupferleitung zur Verfügung gestellt wird; oder b) ein richtiges Layer-3 FTTH, wo der Energieversorger als lokaler Internet Service Provider am Markt auftritt. Für b) spricht insbesondere, dass der lokale Stromversorger bereits eine Beziehung mit dem Endkunden hat, und gegen eine weitere Zeile "Internet Access" auf der Stromrechnung spricht eigentlich nichts. Dieses Modell funktioniert in Deutschland und Österreich übrigens bestens.
Das von den meisten OpenAXS-Mitgliedern favorisierte Layer-2 FTTH mit aktiven Komponenten ist bereits scheintot, bevor es überhaupt richtig zum Leben erwachte. Zumindest im Hinblick auf die wahrlich nicht berauschenden Take-Rates bei ewz Zürinet müsste man zu diesem Schluss kommen. Fakt ist: Layer-2 FTTH macht Fibre-to-the-home bloss teuer und unflexibel und damit nicht konkurrenzfähig zu VDSL, ADSL 2+ und mit DOCSIS 3.0 Cable-Internet.
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Leserbrief im Landboten: Hellgrün (GLP) trägt ein hellbraunes Unterhemd





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