Thursday, 25. September 2008
ComCom sagt 18.18 (Franken für den ULL Telefonanschluss, nicht Auskunft)
von Fredy Künzler
Gestern hatte die ComCom ein Machtwort gesprochen in Sachen ULL Pricing. Für die Zusammenfassung verweise ich auf den Artikel der Kollegen von inside-it: Telefonanschluss wird billiger - Swisscom sauer. Die sogenannte TAL (Teilnehmeranschlussleitung, also die entbündelte Kupferleitung) soll neu also noch CHF 18.18 pro Monat kosten. Ironie der Sache: unter dem Brand 1818 wirbt der härteste Konkurrent der Swisscom um Auskunftskunden ... deren Spots sind ja bereits legendär, und der Seventies-Soundtrack dürfte mittlerweile in Worblaufen Ohrenweh verursachen:
Doch die CHF 18.18 sind noch nicht alles. Ebenfalls - und das ist für ein ULL Businessmodell sogar wichtiger - wurde der Preis für Colocation in der Swisscom-Zentralen (sogenannte KOL) massiv gesenkt, insbesondere die prohibitiven Setup-Fees wurden korrigiert. Swisscom wollte bisher für die Installation eines Racks satte CHF 12706 (das Rack musste man dabei noch selber bringen!), die ComCom korrigierte diesen Tarif jetzt auf vernünftige CHF 2440, was einer Korrektur von über 80% entspricht. Der Hintergrund ist klar: Swisscom versuchte so wenig ULL-Anbieter wie möglich "zuzulassen", und mit dieser Preispolitik ist das bislang auch gelungen, haben doch nur Cyberlink, Sunrise und VTX im grösseren Stil entbündelt, dazu kommen noch Cablecom und COLT für den Business-Sektor sowie regionale Player mit einer Handvoll Standorten. Die Preis-Details finden sich übrigens in der Medienmitteilung der ComCom sowie deren Präsentation der Medienkonferenz und Hintergrundinfos.
Dass die Preise rückwirkend gelten sollen, ist in einem solchen Fall klar und normal, und deshalb dürften bei Cyberlink und Co. gestern die Schampuskorken geknallt haben. Für 50 gebaute ULL-Standorte gibts gut und gerne eine halbe Kiste von Swisscom zurück ... immerhin hat Swisscom zähneknirschend verlauten lassen, dass man - sofern alles rechtlich korrekt sei - auf den Weiterzug an die Rekursinstanz verzichten wolle.
Aufgrund der neuen Umstände in Sachen ULL wird der eine oder andere Anbieter den Taschenrechner und die ULL-Verträge nochmal aus der Schublade nehmen. Die Investitionen sind jetzt auf einem vernünftigen Mass, dass sich xDSL über ULL als kurzfristig verfügbare Technologie doch noch rechnen könnte. Technisch gesehen ist ja alles bereit, neben Init7 haben nämlich etliche andere ISPs im Frühjahr 2007 am ULL-Trial mitgemacht, aber nach Bekanntgabe der von Swisscom definierten Preise die tollen Last-Mile-Pläne ganz schnell schubladisiert. Die Korrektur der ComCom ist deshalb zu begrüssen, doch leider sind inzwischen wieder 18 Monate verstrichen, und der Applaus an ComCom Chefjurist Marc Furrer muss verhalten bleiben. Im Interview mit CashDaily vorgestern hinterlässt er denn auch eher einen zaudernden Eindruck.
Gestern hatte die ComCom ein Machtwort gesprochen in Sachen ULL Pricing. Für die Zusammenfassung verweise ich auf den Artikel der Kollegen von inside-it: Telefonanschluss wird billiger - Swisscom sauer. Die sogenannte TAL (Teilnehmeranschlussleitung, also die entbündelte Kupferleitung) soll neu also noch CHF 18.18 pro Monat kosten. Ironie der Sache: unter dem Brand 1818 wirbt der härteste Konkurrent der Swisscom um Auskunftskunden ... deren Spots sind ja bereits legendär, und der Seventies-Soundtrack dürfte mittlerweile in Worblaufen Ohrenweh verursachen:
Doch die CHF 18.18 sind noch nicht alles. Ebenfalls - und das ist für ein ULL Businessmodell sogar wichtiger - wurde der Preis für Colocation in der Swisscom-Zentralen (sogenannte KOL) massiv gesenkt, insbesondere die prohibitiven Setup-Fees wurden korrigiert. Swisscom wollte bisher für die Installation eines Racks satte CHF 12706 (das Rack musste man dabei noch selber bringen!), die ComCom korrigierte diesen Tarif jetzt auf vernünftige CHF 2440, was einer Korrektur von über 80% entspricht. Der Hintergrund ist klar: Swisscom versuchte so wenig ULL-Anbieter wie möglich "zuzulassen", und mit dieser Preispolitik ist das bislang auch gelungen, haben doch nur Cyberlink, Sunrise und VTX im grösseren Stil entbündelt, dazu kommen noch Cablecom und COLT für den Business-Sektor sowie regionale Player mit einer Handvoll Standorten. Die Preis-Details finden sich übrigens in der Medienmitteilung der ComCom sowie deren Präsentation der Medienkonferenz und Hintergrundinfos.
Dass die Preise rückwirkend gelten sollen, ist in einem solchen Fall klar und normal, und deshalb dürften bei Cyberlink und Co. gestern die Schampuskorken geknallt haben. Für 50 gebaute ULL-Standorte gibts gut und gerne eine halbe Kiste von Swisscom zurück ... immerhin hat Swisscom zähneknirschend verlauten lassen, dass man - sofern alles rechtlich korrekt sei - auf den Weiterzug an die Rekursinstanz verzichten wolle.
Aufgrund der neuen Umstände in Sachen ULL wird der eine oder andere Anbieter den Taschenrechner und die ULL-Verträge nochmal aus der Schublade nehmen. Die Investitionen sind jetzt auf einem vernünftigen Mass, dass sich xDSL über ULL als kurzfristig verfügbare Technologie doch noch rechnen könnte. Technisch gesehen ist ja alles bereit, neben Init7 haben nämlich etliche andere ISPs im Frühjahr 2007 am ULL-Trial mitgemacht, aber nach Bekanntgabe der von Swisscom definierten Preise die tollen Last-Mile-Pläne ganz schnell schubladisiert. Die Korrektur der ComCom ist deshalb zu begrüssen, doch leider sind inzwischen wieder 18 Monate verstrichen, und der Applaus an ComCom Chefjurist Marc Furrer muss verhalten bleiben. Im Interview mit CashDaily vorgestern hinterlässt er denn auch eher einen zaudernden Eindruck.
Geschrieben von Fredy Künzler
in Politik
um
07:58
| Kommentare (3)
| Trackbacks (0)
| Top Exits (0)
Tags für diesen Artikel: cablecom, cash daily, cashdaily, colocation, colt, comcom, cyberlink, dsl, entbündelung, furrern, init7, kol, last mile, letzte meile, marc furrer, sunrise, swisscom, tal, ull, vtx, xdsl
Tuesday, 18. March 2008
... und da waren es "nur" noch CHF 25.25
von Fredy Künzler
Gestern hat die Swisscom eine Medienmitteilung verschickt: Swisscom senkt den Entbündelungspreis. Aha, denkt der Fachkundige. Jetzt gibt sogar der Monopolist zu, dass CHF 31.00 für das nackte, entbündelte Kupferkabel überrissen ist. Angesichts der BAKOM'schen Drohung, im Sommer einen vernünftigen Preis festzulegen, macht Swisscom jetzt auf lammfromm und vorauseilenden Gehorsam:
Die Begründung für den plötzlichen Preissenkungs-Sinneswandel ist wie üblich hanebüchen:
Und natürlich, einmal mehr, muss die Kaufkraft als Rechtfertigung für die nach wie vor massiv überhöhten Preise herhalten:
Gestern hat die Swisscom eine Medienmitteilung verschickt: Swisscom senkt den Entbündelungspreis. Aha, denkt der Fachkundige. Jetzt gibt sogar der Monopolist zu, dass CHF 31.00 für das nackte, entbündelte Kupferkabel überrissen ist. Angesichts der BAKOM'schen Drohung, im Sommer einen vernünftigen Preis festzulegen, macht Swisscom jetzt auf lammfromm und vorauseilenden Gehorsam:
[...] hat Swisscom den Entbündelungspreis für eine Teilnehmeranschlussleitung neu beurteilt und rückwirkend per 1. Januar 2008 von monatlich CHF 31 auf CHF 23.50 (exkl. Mwst) gesenkt. [...]CHF 23.50 sind inklusive Mehrwertsteuer genau 25 Franken und 25 Rappen. Auch bekannt als Monopolrente.
Die Begründung für den plötzlichen Preissenkungs-Sinneswandel ist wie üblich hanebüchen:
Swisscom hatte die Preise der verschiedenen regulierten Dienste im Frühjahr 2007 gemäss den gesetzlichen Vorgaben berechnet. Als Grundlage dienten die von der Eidgenössischen Kommunikationskommission (ComCom) und vom Bundesgericht genehmigten Eckwerte. Im Rahmen eines Interkonnektionsverfahrens hat die Kommunikationskommission (ComCom) nun aber im Dezember 2007 wichtige Eckwerte für die Berechnung der LRIC-Preise neu festgelegt, so insbesondere die Abschreibungsdauer und die Kapitalkosten der Infrastruktur. So wurde beispielsweise die Abschreibungsdauer für Kabelkanalisationen von 20 auf 40 Jahre verdoppelt. Die Veränderung der Eckwerte der Preisberechung führt zu deutlich tieferen Preisen bei der Entbündelung eines Teilnehmeranschlusses.Wie man mit den neuen Vorgaben auf exakt CHF 25.25 kommt, bleibt dabei das Geheimnis der Swisscom.
Und natürlich, einmal mehr, muss die Kaufkraft als Rechtfertigung für die nach wie vor massiv überhöhten Preise herhalten:
Mit CHF 23.50 liegt der Preis für den Teilnehmeranschluss unter Einbezug der Kaufkraft auf dem Niveau der umliegenden europäischen Länder.Dabei haben wir hier schon früher festgestellt, dass der europäische Durschnittspreis um die CHF 17.50 für die TAL, also das entbündelte Kupferkabel, beträgt. (Wäre der Benzinpreis auch "kaufkraftbereinigt", müssten wir so um die drei Stutz pro Liter Sprit zahlen).
Geschrieben von Fredy Künzler
in Politik
um
10:31
| Kommentare (7)
| Trackbacks (0)
| Top Exits (0)
Tags für diesen Artikel: bakom, entbündelung, kaufkraft, kaufkraftbereinigt, kupferkabel, swisscom, tal, ull, unbundling
Tuesday, 8. May 2007
VDSL ist der Tod von ULL. Wer in der Schweiz Telekommunikationspolitik macht.
von Fredy Künzler
Swisscom hat heute die neuen VDSL Angebote per 1. Juli angekündigt. In der offiziellen Medienmitteilung steht nichts über Preise, allerdings sind diese in einem Schreiben an die ADSL Provider kommuniziert worden. Der Wholesale-Preis für das neue 15000/1000 VDSL Profil überrascht mit CHF 37.75 sehr, es ist ein richtiger Kampfpreis. Er entspricht nämlich exakt dem jetzigen höheren ADSL Private Profil von 5000/500.
Anders gesagt: der künftige Endkundenpreis für VDSL Private lässt sich anhand der heutigen Preislisten der Provider sozusagen voraussagen. Bei Bluewin kostet ADSL 5000/500 derzeit CHF 69.00 pro Monat, wir (Init7) fakturieren CHF 63.00. Interessanterweise hat green.ch bereits heute einen Endkundenpreis für VDSL 15000/1000 kommuniziert (CHF 88.00), obwohl das bisherige ADSL 5000/500 bloss CHF 78.00 kostet. Ob allerdings mit VDSL die schlechte ADSL Marge nachhaltig verbessert werden kann, wage ich zu bezweifeln.
Swisscom Fixnet Wholesale (FWS) erschlägt mit dieser Kampfpreis-Strategie gleich drei Fliegen:
1. ist Cablecom jetzt massiv unter Druck. Deren 10000/1000 Profil kostet nämlich CHF 65.00 pro Monat.
2. ist ULL faktisch tot. Abgesehen von einigen lokalen Nischenplayern wird sich wohl kein einziger Provider mit einem schweizweiten Rollout Finger und Kapital verbrennen wollen. Damit hat Swisscom mit Bravour jegliche ULL Bemühungen dank Preispolitik von VDSL Private und ULL im Keime erstickt.
3. Damit ist auch klar, wer in der Schweiz die Telekommunikationspolitik diktiert: Swisscom. Das Parlament wird verarscht (Hallo liebe National- und Ständeräte: wo bleibt die Interpellation bezüglich Marktbeherrschung und Bitstream-Access?), BAKOM und ComCom scheinen Daumen zu drehen (ich erwartete doch einigermassen Opposition gegen die Abzocktarife von Swisscom) und auf die WEKO warten wir sowieso ewig (was ist eigentlich bezüglich dem Margin Sqeeze Fall von 2005? Ruht der immer noch in einer Berner Amtschublade?)
Um wirklich etwas zu bewegen, müsste man Swisscom hier, heute und jetzt mit Klagen eindecken. Aber bis die einen allfälligen Erfolg zeigen werden, ist der Mist sowieso geführt und die Schweiz mit solchen Kästen überstellt.
Bravo Swisscom. Du hast das Diktat wieder an dich gerissen. Gerne würde ich erfahren, was Genosse Moritz über euren cleveren Move denkt.
Swisscom hat heute die neuen VDSL Angebote per 1. Juli angekündigt. In der offiziellen Medienmitteilung steht nichts über Preise, allerdings sind diese in einem Schreiben an die ADSL Provider kommuniziert worden. Der Wholesale-Preis für das neue 15000/1000 VDSL Profil überrascht mit CHF 37.75 sehr, es ist ein richtiger Kampfpreis. Er entspricht nämlich exakt dem jetzigen höheren ADSL Private Profil von 5000/500.
Anders gesagt: der künftige Endkundenpreis für VDSL Private lässt sich anhand der heutigen Preislisten der Provider sozusagen voraussagen. Bei Bluewin kostet ADSL 5000/500 derzeit CHF 69.00 pro Monat, wir (Init7) fakturieren CHF 63.00. Interessanterweise hat green.ch bereits heute einen Endkundenpreis für VDSL 15000/1000 kommuniziert (CHF 88.00), obwohl das bisherige ADSL 5000/500 bloss CHF 78.00 kostet. Ob allerdings mit VDSL die schlechte ADSL Marge nachhaltig verbessert werden kann, wage ich zu bezweifeln.
Swisscom Fixnet Wholesale (FWS) erschlägt mit dieser Kampfpreis-Strategie gleich drei Fliegen:
1. ist Cablecom jetzt massiv unter Druck. Deren 10000/1000 Profil kostet nämlich CHF 65.00 pro Monat.
2. ist ULL faktisch tot. Abgesehen von einigen lokalen Nischenplayern wird sich wohl kein einziger Provider mit einem schweizweiten Rollout Finger und Kapital verbrennen wollen. Damit hat Swisscom mit Bravour jegliche ULL Bemühungen dank Preispolitik von VDSL Private und ULL im Keime erstickt.
3. Damit ist auch klar, wer in der Schweiz die Telekommunikationspolitik diktiert: Swisscom. Das Parlament wird verarscht (Hallo liebe National- und Ständeräte: wo bleibt die Interpellation bezüglich Marktbeherrschung und Bitstream-Access?), BAKOM und ComCom scheinen Daumen zu drehen (ich erwartete doch einigermassen Opposition gegen die Abzocktarife von Swisscom) und auf die WEKO warten wir sowieso ewig (was ist eigentlich bezüglich dem Margin Sqeeze Fall von 2005? Ruht der immer noch in einer Berner Amtschublade?)
Um wirklich etwas zu bewegen, müsste man Swisscom hier, heute und jetzt mit Klagen eindecken. Aber bis die einen allfälligen Erfolg zeigen werden, ist der Mist sowieso geführt und die Schweiz mit solchen Kästen überstellt.
Bravo Swisscom. Du hast das Diktat wieder an dich gerissen. Gerne würde ich erfahren, was Genosse Moritz über euren cleveren Move denkt.
Geschrieben von Fredy Künzler
in Politik
um
18:16
| Kommentare (14)
| Trackback (1)
| Top Exits (0)
Tags für diesen Artikel: adsl, bakom, bundesrat, comcom, fixnet wholesale, fws, nationalrat, parlament, ständerat, swisscom, swisscom fixnet wholesale, tal, teilnehmeranschlussleitung, ull, vdsl, weko
Monday, 2. April 2007
ULL: jetzt ist die Katze aus dem Sack - was Swisscom fordert
von Fredy Künzler
Unter dieser ULL-URL kann jedermann jetzt die Produktebeschreibungen und Preislisten für die sogenannten Fernmeldegesetz-Produkte herunterladen.
Kommentieren möchte ich vorerst nicht - das überlass ich gerne der geschätzten Leserschaft - respektive, ich habe ja bereits früher kommentiert:
ULL: Teilnehmeranschlussleitung TAL soll CHF 31.00 kosten, sagt Swisscom
Und jetzt: was soll es kosten, das Kupferkabel?
Unter dieser ULL-URL kann jedermann jetzt die Produktebeschreibungen und Preislisten für die sogenannten Fernmeldegesetz-Produkte herunterladen.
Kommentieren möchte ich vorerst nicht - das überlass ich gerne der geschätzten Leserschaft - respektive, ich habe ja bereits früher kommentiert:
ULL: Teilnehmeranschlussleitung TAL soll CHF 31.00 kosten, sagt Swisscom
Und jetzt: was soll es kosten, das Kupferkabel?
Geschrieben von Fredy Künzler
in Politik
um
10:20
| Kommentare (2)
| Trackbacks (0)
| Top Exits (0)
Tags für diesen Artikel: fws, kupferkabel, letzte meile, liberalisierung, obstruktion, obstruktionspolitik, swisscom, swisscom fixnet wholesale, tal, ull
Tuesday, 20. March 2007
ULL: Teilnehmeranschlussleitung TAL soll CHF 31.00 kosten, sagt Swisscom
von Fredy Künzler
Swisscom hat in ihrer heutigen Medienmitteilung endlich den Preis einer sogenannten Teilnehmeranschlussleitung TAL (das nackte Kupferkabel) bekannt gegeben: CHF 31.00 will die Unternehmung haben. Und selbstverständlich findet Swisscom auch eine Ausrede für diesen Abzock-Preis:
Nicht erfüllt, Schloter & Co. Lehrer BAKOM muss den ungezogenen Schüler Swisscom einmal mehr zum Nachsitzen verdonnern.
Swisscom hat in ihrer heutigen Medienmitteilung endlich den Preis einer sogenannten Teilnehmeranschlussleitung TAL (das nackte Kupferkabel) bekannt gegeben: CHF 31.00 will die Unternehmung haben. Und selbstverständlich findet Swisscom auch eine Ausrede für diesen Abzock-Preis:
Für die Ermittlung des Preises von monatlich CHF 31 hat Swisscom die vom Regulator vorgegebene LRIC-Methode umgesetzt. Bei dieser Methode wird von einer effizienten Anbieterin ausgegangen, die heute ein solches Netz bauen würde. Diese Kosten ergeben dann den berechneten Preis. Die LRIC-Methode ist durch das Gesetz, beziehungsweise die bundesrätliche Verordnung über Fernmeldedienste, vorgeschrieben.Unsereins kann nur den Kopf schütteln. In Europa zahlt man für die TAL bloss die Hälfte, durchschnittlich (!). Als gäbe es in Europa keine Normen und keinen Asphalt ... mit diesem Preis wird der ULL Wettbewerb von vornherein verhindert, und dass, obwohl Schloter und Dietiker vor knapp einem Jahr vor versammelter Telco-Community sagten, Swisscom wolle keine Obstruktion mehr betreiben, wie zu Alders Zeiten.
Die LRIC-Methode basiert auf den Wiederbeschaffungskosten des Hausanschlussnetzes. Damit soll weiterhin ein Infrastruktur-basierter Wettbewerb in der Schweiz ermöglicht werden. Diese Methode führt in der Schweiz zu einem Preis, der höher liegt als der europäische Durchschnittswert von rund CHF 17.50. Der wichtigste Grund dafür sind die höheren Baukosten in der Schweiz (Lohnkosten, SIA-Baunormen und die Bodenbeschaffenheit, da viele Leitungen unter Asphalt liegen). Die Baukosten haben einen Anteil von rund 80% der Kosten des Anschlussnetzes.
Nicht erfüllt, Schloter & Co. Lehrer BAKOM muss den ungezogenen Schüler Swisscom einmal mehr zum Nachsitzen verdonnern.
Geschrieben von Fredy Künzler
in Business
um
10:15
| Kommentare (31)
| Trackbacks (3)
| Top Exits (0)
Tags für diesen Artikel: bakom, carsten schloter, kupferkabel, letzte meile, liberalisierung, obstruktion, obstruktionspolitik, swisscom fixnet wholesale, tal, ueli dietiker, ull
(Seite 1 von 2, insgesamt 6 Einträge)
» nächste Seite

Leserbrief im Landboten: Hellgrün (GLP) trägt ein hellbraunes Unterhemd





Neueste Kommentare