Monday, 25. June 2007
Einhundert Alinghi-Fans (oder 10000?) und der schnellste Carrier
von Fredy Künzler
Als Mitarbeiter eines virtuellen Cable-TV Providers bin ich natürlich informiert über den derzeitigen Sport-Event #1 - den Americas Cup, und gelegentlich schaue ich ja sogar selber rein. Allerdings war ich bis letzten Donnerstag in Sachen Segeln auf dem Niveau eines Fussball-Zuschauers, der Corner und Offside nicht unterscheiden kann.
Doch jetzt ist alles anders: Swisscom Fixnet Wholesale (FWS) lud nämlich zum jährlichen Kunden-Event an respektive auf den Bodensee. 15 Skipper brachten den ca. 100 Teilnehmern die elementarsten Handgriffe auf dem Segelschiff bei, und wenn die Alinghi-Crew wieder mal kurbelt wie blöd, kann ich jetzt mit aufgesetzter Kennermiene gescheit mitreden (fast jedenfalls, ich müsste nur noch das verteilte Segel-Handbuch lesen).
Segeln hat enorm Spass gemacht. Wenn man mit 7 Knoten und einer Schräglage, dass man die Seriennummer auf demRumpf Kiel ablesen kann, durch den See pflügt, dann ist das ziemlich aufregend ... ich glaube nicht, dass dies mein letzter Segelturn war. Vielen Dank an Maya und das FWS Team für Organisation und Einladung! Ich glaube, Alinghi hat jetzt 100 Fans mehr ...
Gefachsimpelt wurde am Event natürlich ebenfalls - und meistens gab mein neuer Job und die damit verbundenen Herausforderungen zu reden. Über die Misere ULL und andere Themen aus dem Breitband-Access Spektrum gibt es wenig Aktualität, und auch die kurze Rede von FWS-Chef Haldimann enthielt kaum was Neues. Ausser vielleicht, dass die "Swisscom vor einer weiteren Strukturanpassung stehe", was im Klartext natürlich "Massenentlassung" bedeutet.
Apropos Herausforderungen: Vor einer knappen Woche ist Zattoo in Spanien an den Start gegangen, und es scheint mir, dass das Land im Süden Europas nur von TV-Addicts bewohnt wird. Bereits am zweiten Tag nach dem Launch war klar, dass meine Bandbreitenplanung aufgrund dem prognostizierten Wachstum Makulatur ist.

Die Vorbereitung für den Spanien-Launch erfolgte ja bereits vor ein paar Wochen. Allerdings stehen in Madrid zur Zeit bloss sogenannte Encoder-Server, die das TV-Signal (in diesem Fall DVB-T) in einen IP Stream umwandeln. Den Stream zu den Usern zu verteilen, obliegt den Repeater-Servern, und diese müssen an einem Ort stehen, wo viel Bandbreite zur Verfügung steht, also typischerweise in einem der Telehäuser mit grossem Internet Exchange. Der Standort der Repeater-Server hingegen ist für die Funktion nur untergeordnet von Bedeutung.
Und so kam es, dass ich letzte Woche eine Kiste voller Server unterwegs nach Frankfurt hatte, um den Zattoo-Start in Deutschland vorzubereiten. Seit heute müssen diese Server aushelfen, den zehntausenden TV-Addicts aus Spanien (sind alle tatsächlich Alinghi-Fans?!) ein Zattoo-Signal liefern. (Liebe Deutsche LeserInnen: auch ihr kriegt Zattoo. Bald. An der Technik scheitert es nicht mehr).
Warum das so kurzfristig geht? Weil der schnellste Carrier der Welt innert 3 (in Worten: drei) Arbeitstagen einen 10-Gig IP Transit Port für mich baut. Tataaaa ... Fanfare erklingt aus dem Lautsprecher:

Üblicherweise dauert das so 30 bis 45 Arbeitstage. Alex, Oliver, Sven, Carsten und nochmal Alex: ihr seid geili Sieche! Danke1000! Ein herzlichen Dank geht auch an Thomas von InterXion Frankfurt für den superschnellen Cablingservice.
Und so kam es, dass ich wieder einmal ein Wochenende in einem Datencenter verbracht habe
Apropos: wer sich für die Funktion des Zattoo Netzwerks und der Interaktion von Servern und Clients interessiert, kann sich die Präsentation von Zattoo CTO Sugih Jamin anlässlich des SwiNOG #14 Meetings anschauen.
Als Mitarbeiter eines virtuellen Cable-TV Providers bin ich natürlich informiert über den derzeitigen Sport-Event #1 - den Americas Cup, und gelegentlich schaue ich ja sogar selber rein. Allerdings war ich bis letzten Donnerstag in Sachen Segeln auf dem Niveau eines Fussball-Zuschauers, der Corner und Offside nicht unterscheiden kann.
Doch jetzt ist alles anders: Swisscom Fixnet Wholesale (FWS) lud nämlich zum jährlichen Kunden-Event an respektive auf den Bodensee. 15 Skipper brachten den ca. 100 Teilnehmern die elementarsten Handgriffe auf dem Segelschiff bei, und wenn die Alinghi-Crew wieder mal kurbelt wie blöd, kann ich jetzt mit aufgesetzter Kennermiene gescheit mitreden (fast jedenfalls, ich müsste nur noch das verteilte Segel-Handbuch lesen).
Segeln hat enorm Spass gemacht. Wenn man mit 7 Knoten und einer Schräglage, dass man die Seriennummer auf dem
Gefachsimpelt wurde am Event natürlich ebenfalls - und meistens gab mein neuer Job und die damit verbundenen Herausforderungen zu reden. Über die Misere ULL und andere Themen aus dem Breitband-Access Spektrum gibt es wenig Aktualität, und auch die kurze Rede von FWS-Chef Haldimann enthielt kaum was Neues. Ausser vielleicht, dass die "Swisscom vor einer weiteren Strukturanpassung stehe", was im Klartext natürlich "Massenentlassung" bedeutet.
Apropos Herausforderungen: Vor einer knappen Woche ist Zattoo in Spanien an den Start gegangen, und es scheint mir, dass das Land im Süden Europas nur von TV-Addicts bewohnt wird. Bereits am zweiten Tag nach dem Launch war klar, dass meine Bandbreitenplanung aufgrund dem prognostizierten Wachstum Makulatur ist.

Die Vorbereitung für den Spanien-Launch erfolgte ja bereits vor ein paar Wochen. Allerdings stehen in Madrid zur Zeit bloss sogenannte Encoder-Server, die das TV-Signal (in diesem Fall DVB-T) in einen IP Stream umwandeln. Den Stream zu den Usern zu verteilen, obliegt den Repeater-Servern, und diese müssen an einem Ort stehen, wo viel Bandbreite zur Verfügung steht, also typischerweise in einem der Telehäuser mit grossem Internet Exchange. Der Standort der Repeater-Server hingegen ist für die Funktion nur untergeordnet von Bedeutung.
Und so kam es, dass ich letzte Woche eine Kiste voller Server unterwegs nach Frankfurt hatte, um den Zattoo-Start in Deutschland vorzubereiten. Seit heute müssen diese Server aushelfen, den zehntausenden TV-Addicts aus Spanien (sind alle tatsächlich Alinghi-Fans?!) ein Zattoo-Signal liefern. (Liebe Deutsche LeserInnen: auch ihr kriegt Zattoo. Bald. An der Technik scheitert es nicht mehr).
Warum das so kurzfristig geht? Weil der schnellste Carrier der Welt innert 3 (in Worten: drei) Arbeitstagen einen 10-Gig IP Transit Port für mich baut. Tataaaa ... Fanfare erklingt aus dem Lautsprecher:

Üblicherweise dauert das so 30 bis 45 Arbeitstage. Alex, Oliver, Sven, Carsten und nochmal Alex: ihr seid geili Sieche! Danke1000! Ein herzlichen Dank geht auch an Thomas von InterXion Frankfurt für den superschnellen Cablingservice.
Und so kam es, dass ich wieder einmal ein Wochenende in einem Datencenter verbracht habe
Apropos: wer sich für die Funktion des Zattoo Netzwerks und der Interaktion von Servern und Clients interessiert, kann sich die Präsentation von Zattoo CTO Sugih Jamin anlässlich des SwiNOG #14 Meetings anschauen.
Geschrieben von Fredy Künzler
in Bits and Bytes
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03:07
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