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Die Suche nach "solnet" ergab 23 Treffer:
Thursday, 11. May 2006
Overbooking: what you see is (sometimes not) what you get ...
von Fredy Künzler - Anmerkung: bitte erst diesen Blog-Eintrag lesen.
Netzwoche meldet heute: "Cybernet erhöht Server-Homing-Bandbreite auf bis zu 100 MBit/s". Erster Gedanke: was ist das schon besonderes, das tun wir schon lange. Und weiter: Neu kosten bis zu 100 MBit/s 790 Franken. Ein unlimitierter Datenverkehr ist inbegriffen. Zweiter Gedanke: das kann man nicht, diese Rechnung geht nicht auf. Hat garantiert einen Haken. Dritter Gedanke: wieder mal typisches Marketing-Geschwätz von Cybernet.Wie tief sinken die noch? Letzter Satz in Gedanken wieder gelöscht. Gehört sich nicht.
Führen wir uns also die Pressemeldung von Cybernet zu Gemüte:
Wie Cybernet das Overbooking technisch macht, steht ebenfalls in der Pressemitteilung:
Bei Init7 steht ein Multimedia-Server im Datacenter, der im Peak 85MBps Traffic auf dem FastEthernet Port hat ... wir denken grad darüber nach, diesen zu Cybernet für lumpige 790 Stutz pro Monat auszulagern und uns das Volumen von anderen Kunden zahlen zu lassen.

netzwelle.ch hat übrigens ebenfalls über das neuerliche Cybernet-Marketing-Geschwätz berichtet. Eigentlich schon blamabel, dass sich ein professioneller und angesehener Provider mit solchen Kunden-Verarschungs-Services auf sich aufmerksam machen muss. Auch wenn aus Cybernet-Kreisen immer wieder zu hören ist, dass man profitabel sei, bleiben nach solchen Aktionen ein paar Fragezeichen.
Netzwoche meldet heute: "Cybernet erhöht Server-Homing-Bandbreite auf bis zu 100 MBit/s". Erster Gedanke: was ist das schon besonderes, das tun wir schon lange. Und weiter: Neu kosten bis zu 100 MBit/s 790 Franken. Ein unlimitierter Datenverkehr ist inbegriffen. Zweiter Gedanke: das kann man nicht, diese Rechnung geht nicht auf. Hat garantiert einen Haken. Dritter Gedanke: wieder mal typisches Marketing-Geschwätz von Cybernet.
Führen wir uns also die Pressemeldung von Cybernet zu Gemüte:
Neu sind [...] Bandbreitenkapazitäten [...] eine geteilte 100 Mbit/s Internetanbindung für CHF 790.-- erhältlich."Geteilte 100 MBit/s Internetabindung". Das passt nicht zusammen mit "Ein unlimitierter Datenverkehr ist inbegriffen." - einmal mehr die typische Frage des Overbookings. Das hatten wir hinreichend schon anhand von ADSL durchgekaut, und Solnet bekam deswegen von der Community ziemlich eins aufs Dach.
Wie Cybernet das Overbooking technisch macht, steht ebenfalls in der Pressemitteilung:
[...] Die kundeneigenen Server stehen in einer geschützten Zone hinter der von Cybernet zentral gemanagten redundanten Firewall, welche unerwünschte Zugriffe abwehrt. [...]Anders gesagt: "unerwünschte Zugriffe abwehren" kann durchaus eine Limitation von regulären Zugriffen bedeuten, die über dem errechneten Kostenlimit liegen. Man nennt dies auch "Traffic Shaping". Doch ein Normalkunde wird dies kaum zwischen den Zeilen lesen.
Bei Init7 steht ein Multimedia-Server im Datacenter, der im Peak 85MBps Traffic auf dem FastEthernet Port hat ... wir denken grad darüber nach, diesen zu Cybernet für lumpige 790 Stutz pro Monat auszulagern und uns das Volumen von anderen Kunden zahlen zu lassen.

netzwelle.ch hat übrigens ebenfalls über das neuerliche Cybernet-Marketing-Geschwätz berichtet. Eigentlich schon blamabel, dass sich ein professioneller und angesehener Provider mit solchen Kunden-Verarschungs-Services auf sich aufmerksam machen muss. Auch wenn aus Cybernet-Kreisen immer wieder zu hören ist, dass man profitabel sei, bleiben nach solchen Aktionen ein paar Fragezeichen.
Friday, 5. May 2006
Das Selbstverständnis der Blogger
von Fredy Künzler
Die Diskussionen über blogg.ch am gestrigen SwiNOG #12 Meeting und Emails von Lesern liessen mich etwas nachdenken über mein Selbstverständis als Blogger. Klar ist, dass blogg.ch zwar ein journalistischer Ansatz verfolgt, aber immer eine subjektive Betrachtungsweise hat. Als quasi kleinster gemeinsamer Nenner gibt es den Kodex "Fair Blogging", der auch für blogg.ch verbindlich ist.
Als CEO der Init Seven AG bin ich nämlich Marktteilnehmer, Mitbewerber anderer Provider und des öftern auch Lieferant von Kabelnetz- und Hostingprovidern, die immer mal wieder bei blogg.ch Thema sind. Und als Kunde von Swisscom Fixnet Wholesale (FWS) habe ich Zugang zu gewissen Interna, gleichzeitig attakiere ich hier gelegentlich das Monopoly des grössten Schweizer Telekomunternehmens. Insofern sind viele Beiträge von blogg.ch sehr politisch. Wie man hört, hat auch Argus der Presse ein Auge auf Blogs geworfen.
Die Frage ist, ob mein Geschreibsel hier eher als journalistische Arbeit, oder aber als Kommentar eines Marktteilnehmers, der, je nachdem, Konkurrenten auch mal "in die Pfanne" haut ... immerhin will mein Unternehmen (wie natürlich jedes andere auch) überleben und den MitarbeiterInnen einen anständigen Zahltag überweisen. Mein Antrieb für blogg.ch ist allerdings nicht, Konkurrenten schlecht zu machen, sondern wohl eher ein Hobby oder eine lang unterdrückte Leidenschaft - mit 28 wäre ich nämlich beinahe Journalist geworden.
Die Situation ist ein Spagat, das ist mir bewusst. Und deshalb veröffentliche ich hier auch stets eine Gegendarstellung, wenn ein Mitbewerber findet, der Sachverhalt sei falsch dargestellt. Oder ich bitte ein unter Beschuss geratener Telco / ISP auch mal um eine Stellungnahme (ich hoffe, FWS äussert sich bald zur Overbooking-Policy).
Gerne würde ich, liebe Leserin, lieber Leser, Ihre Meinung zum Selbstverständnis des über die Branche bloggenden CEO eines Marktteilnehmers erfahren. Benutzen Sie bitte das Kommentarfeld, oder schreiben Sie eine Email (kuenzler at init7 dot net). blogg.ch will nicht zuletzt die Diskussion fördern, und, wie mir scheint aufgrund der vielen Reaktionen der Communitiy, gelingt dies auch.
Wer weiss, ob an der heutigen Verleihung der Blogawards die eine oder andere Diskussion über diesen Spagat stattfindet ...
Die Diskussionen über blogg.ch am gestrigen SwiNOG #12 Meeting und Emails von Lesern liessen mich etwas nachdenken über mein Selbstverständis als Blogger. Klar ist, dass blogg.ch zwar ein journalistischer Ansatz verfolgt, aber immer eine subjektive Betrachtungsweise hat. Als quasi kleinster gemeinsamer Nenner gibt es den Kodex "Fair Blogging", der auch für blogg.ch verbindlich ist.
Als CEO der Init Seven AG bin ich nämlich Marktteilnehmer, Mitbewerber anderer Provider und des öftern auch Lieferant von Kabelnetz- und Hostingprovidern, die immer mal wieder bei blogg.ch Thema sind. Und als Kunde von Swisscom Fixnet Wholesale (FWS) habe ich Zugang zu gewissen Interna, gleichzeitig attakiere ich hier gelegentlich das Monopoly des grössten Schweizer Telekomunternehmens. Insofern sind viele Beiträge von blogg.ch sehr politisch. Wie man hört, hat auch Argus der Presse ein Auge auf Blogs geworfen.
Die Frage ist, ob mein Geschreibsel hier eher als journalistische Arbeit, oder aber als Kommentar eines Marktteilnehmers, der, je nachdem, Konkurrenten auch mal "in die Pfanne" haut ... immerhin will mein Unternehmen (wie natürlich jedes andere auch) überleben und den MitarbeiterInnen einen anständigen Zahltag überweisen. Mein Antrieb für blogg.ch ist allerdings nicht, Konkurrenten schlecht zu machen, sondern wohl eher ein Hobby oder eine lang unterdrückte Leidenschaft - mit 28 wäre ich nämlich beinahe Journalist geworden.
Die Situation ist ein Spagat, das ist mir bewusst. Und deshalb veröffentliche ich hier auch stets eine Gegendarstellung, wenn ein Mitbewerber findet, der Sachverhalt sei falsch dargestellt. Oder ich bitte ein unter Beschuss geratener Telco / ISP auch mal um eine Stellungnahme (ich hoffe, FWS äussert sich bald zur Overbooking-Policy).
Gerne würde ich, liebe Leserin, lieber Leser, Ihre Meinung zum Selbstverständnis des über die Branche bloggenden CEO eines Marktteilnehmers erfahren. Benutzen Sie bitte das Kommentarfeld, oder schreiben Sie eine Email (kuenzler at init7 dot net). blogg.ch will nicht zuletzt die Diskussion fördern, und, wie mir scheint aufgrund der vielen Reaktionen der Communitiy, gelingt dies auch.
Wer weiss, ob an der heutigen Verleihung der Blogawards die eine oder andere Diskussion über diesen Spagat stattfindet ...
Tuesday, 25. April 2006
Backhaul und Backbone: so funktioniert ADSL über BBCS
von Fredy Künzler
Einige Kommentare zur ADSL Kostenrechnung, dem Solnet-Bashing und und Solnets Stellungnahme zeigen mir, dass manche den Unterschied zwischen Backhaul und Backbone nicht kennen. Deshalb versuche ich dies anhand nachstehender Zeichnung zu klären (man vergebe mir meine mangelnde Fingerfertigkeit mit GIMP):

ADSL in der Schweiz ist ein Service von Swisscom Fixnet Wholesale (FWS) und nennt sich BBCS Broadband Connectivity Service. (Stand heute vor dem ULL Unbundling Local Loop). Jeder ADSL Provider (ISP im obigen Bild) bezieht diesen BBCS Service von FWS (es gibt auch Reseller eines Swisscom-Resellers, die bei Swisscom nicht aufgeführt sind).
Da FWS über ein Monopol verfügt, muss jeder ADSL Provider zu überhöhten Preisen einerseits die Anschlussgebühr von CHF 31.20 (beim 2000/100 Abonnement) als auch die sogenannte Backhaul-Connectivity einkaufen. Dazu kommt natürlich noch die Backbone respektive IP Transit oder Internet Connectivity.
DieseBackbone Backhaul Connectivity kostet beim Basic Service CHF 260.00 pro MBps und Monat, beim Premium Plus Service CHF 300.00 pro MBps und Monat (Stand Pricemanual vom 18.01.2006 exkl. Mwst.). Preise, die Monopolist FWS diktiert. Anfang 2006 waren die Kosten sogar noch höher: CHF 370.00 für den Basic Service. FWS hat also die Preise, wenn auch nur marginal, gesenkt. Und dies, obwohl die ADSL Provider seit Jahr und Tag an FWS (sind die eigentlich taub?) ranreden, BBCS Backhaul Preise seien reine Abzockertarife, und sie sind es auch nach der Preissenkung noch.
Im Vergleich dazu: Backbone respektive IP Transit kostet im freien Markt (Standort eines der Telehäuser, Volumen 100 Mbps) zwischen ca. CHF 25 und CHF 70 pro MBps und Monat. Anders gesagt: FWS verlangt für einen vergleichbaren Service Faktor 4 bis 10 mehr! Selbstverständlich stellt FWS die Vergleichbarkeit in Abrede, aber wir lassen uns ja nicht für dumm verkaufen.
Insofern sind wohlmeinende Vorschläge wie "Mirrorserver" und "Proxy-Server" beim ISP Makulatur, weil die Überbuchung nicht beim Backbone, sondern beim Backhaul passiert. Zumindest ist das so im ADSL Geschäft - bei Cableprovider dürfte die Situation je nachdem etwas anders aussehen.
Nimmt man jetzt die Kosten für den Backhaul von CHF 4.00 bis CHF 8.00 pro Kunde und rechnet sie um auf die Backhaulkosten von CHF 260.00, dann wird jedem ADSL User, der dem Dreisatz mächtig ist, sehen, dass sich 32 bis 65 User ein Megabit (1 Mbps) Bandbreite teilen müssen. Wenn also z.B. 8 dieser 65 User gleichzeitig Internetradio mit 128kBps hören, dann ist der Schlauch voll und der Radiostream ruckelt und reisst ab, sobald ein neunter User einen Download startet.
Dass diese Überbuchung für die Kunden nicht sehr lustig ist, dürfte damit jedem einleuchten, und es wird sich auch kaum jemand mehr wundern, dass die WEKO eine Untersuchung wegen Margin-Squeeze gegen FWS durchführt. Denn die Monopol-Preispolitik von FWS verhindert a) dass ADSL Kunden einen anständigen Service bekommen und b) dass die ISP ein kostendeckendes Geschäft betreiben können.
So geht das.
Einige Kommentare zur ADSL Kostenrechnung, dem Solnet-Bashing und und Solnets Stellungnahme zeigen mir, dass manche den Unterschied zwischen Backhaul und Backbone nicht kennen. Deshalb versuche ich dies anhand nachstehender Zeichnung zu klären (man vergebe mir meine mangelnde Fingerfertigkeit mit GIMP):

ADSL in der Schweiz ist ein Service von Swisscom Fixnet Wholesale (FWS) und nennt sich BBCS Broadband Connectivity Service. (Stand heute vor dem ULL Unbundling Local Loop). Jeder ADSL Provider (ISP im obigen Bild) bezieht diesen BBCS Service von FWS (es gibt auch Reseller eines Swisscom-Resellers, die bei Swisscom nicht aufgeführt sind).
Da FWS über ein Monopol verfügt, muss jeder ADSL Provider zu überhöhten Preisen einerseits die Anschlussgebühr von CHF 31.20 (beim 2000/100 Abonnement) als auch die sogenannte Backhaul-Connectivity einkaufen. Dazu kommt natürlich noch die Backbone respektive IP Transit oder Internet Connectivity.
Diese
Im Vergleich dazu: Backbone respektive IP Transit kostet im freien Markt (Standort eines der Telehäuser, Volumen 100 Mbps) zwischen ca. CHF 25 und CHF 70 pro MBps und Monat. Anders gesagt: FWS verlangt für einen vergleichbaren Service Faktor 4 bis 10 mehr! Selbstverständlich stellt FWS die Vergleichbarkeit in Abrede, aber wir lassen uns ja nicht für dumm verkaufen.
Insofern sind wohlmeinende Vorschläge wie "Mirrorserver" und "Proxy-Server" beim ISP Makulatur, weil die Überbuchung nicht beim Backbone, sondern beim Backhaul passiert. Zumindest ist das so im ADSL Geschäft - bei Cableprovider dürfte die Situation je nachdem etwas anders aussehen.
Nimmt man jetzt die Kosten für den Backhaul von CHF 4.00 bis CHF 8.00 pro Kunde und rechnet sie um auf die Backhaulkosten von CHF 260.00, dann wird jedem ADSL User, der dem Dreisatz mächtig ist, sehen, dass sich 32 bis 65 User ein Megabit (1 Mbps) Bandbreite teilen müssen. Wenn also z.B. 8 dieser 65 User gleichzeitig Internetradio mit 128kBps hören, dann ist der Schlauch voll und der Radiostream ruckelt und reisst ab, sobald ein neunter User einen Download startet.
Dass diese Überbuchung für die Kunden nicht sehr lustig ist, dürfte damit jedem einleuchten, und es wird sich auch kaum jemand mehr wundern, dass die WEKO eine Untersuchung wegen Margin-Squeeze gegen FWS durchführt. Denn die Monopol-Preispolitik von FWS verhindert a) dass ADSL Kunden einen anständigen Service bekommen und b) dass die ISP ein kostendeckendes Geschäft betreiben können.
So geht das.
Geschrieben von Fredy Künzler
in Networks
um
19:45
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Stellungnahme von Solnet zu den Vorwürfen
von Fredy Künzler
blogg.ch hat Solnet um Stellungnahme zu den Vorwürfen gebeten:
blogg.ch hat Solnet um Stellungnahme zu den Vorwürfen gebeten:
1. ADSL-Kalkulation
Die ADSL-Kalkulation von Fredy Künzler ist korrekt. SolNet gibt das Abo zu einem tieferen Preis als Init7 ab, weil aufgrund der Anzahl Abos eine kleinere WEKO-Rückstellung berücksichtigt werden kann.
2. Bandbreitenerhöhung
SolNet hält sich an die Vorgaben von Swisscom und erhöht die Bandbreite entsprechend der Preisreduktion des Backhaul-Traffics. Der grösste Teil der Benutzer wird das Verhalten auch nicht gross ändern und die gleichen Aufgaben einfach schneller erledigen. Die von Swisscom ermittelte Traffic-Zunahme wird für diesen Typ von Benutzer wohl aufgehen. Swisscom wollte auch nach Anfrage nicht offen legen, wie die Zunahme ermittelt wurde.
3. Overbooking
Vielleicht ist es den Endkunden wenig bewusst, aber effektiv wird der Overbooking Faktor durch Swisscom bestimmt. Swissom preist die neuen Speeds jeweils als Kostenneutral an und gewährt dem ISP nur eine kleine Reduktion auf dem Backhaul-Traffic. Aus diesem Preisnachlass wird dann der neue Faktor berechnet.
4. Intensivnutzer
Während man bei manuellem Gebrauch des Internets von einer leichten Erhöhung der Bandbreite ausgehen darf, wird sie bei Intensivnutzern um den Faktor der Bandbreitenerhöhung zunehmen. Bereits vor der aktuellen Bandbreitenerhöhung haben bei SolNet 1% der Benuter 25% des Traffics verursacht. Dieser Anteil dürfte ohne Massnahmen stark zunehmen, im Worst Case Szenario auf über 50%.
5. Massnahmen
Bei der letzten Bandbreitenerhöhung durch Swisscom hat SolNet den Preis der Abos um durchschnittlich 4.- erhöhen müssen. Dies obwohl Swisscom die damalige Verdoppelung der Bandbreiten als "Mehr Leistung zum gleichen Preis" angepriesen hatte. Eine sehr unpopuläre Massnahme, die andere ADSL-Provider noch vor sich haben. Nun wiederholt sich das Spiel von Swisscom und SolNet möchte nicht schon wieder, dass 99% der Kunden den Traffic von 1% Intensivnutzern mitfinanzieren. Eine Preiserhöhung steht daher nicht zur Diskussion.
Die Änderung von Vertragsbedingungen zur Ergänzung mit einer Fair Use Klausel ist auch nicht ganz harmlos. Das ist auch unpopulär, teuer und schreckt 100% der Kunden auf - wieder wegen 1% der Benutzer. [Anmerkung von blogg.ch: siehe auch die AGB Änderung von Cablecom]
Eine Kündigung wegen intensiver Nutzung ist ebenfalls nicht gerade beliebt und dürfte in der Szene nicht überall mit Applaus bedacht werden. Aber wir denken darüber nach.
Solange Swisscom die Preise für Backhaul-Traffic auf diesem hohem Niveau hält, bleiben noch technische Massnahmen. SolNet versucht mit verschiedenen Ansätzen den Verkehr gerechter über die Kunden zu verteilen. Für den Intensivnutzer kommt das einer zeitweisen Reduktion der verfügbaren Bandbreite gleich. Im Prinzip gilt: Es hat, solange es hat. Im Endeffekt steht den Intensivnutzern immer noch viel mehr Traffic zur Verfügung als den anderen Kunden.
6. Möglichkeit für betroffene Kunden
Unsere Mitarbeiter wurden angewiesen, eine Vertragsauflösung für betroffene Kunden auf deren Wunschtermin zu ermöglichen. SolNet zahlt zum Voraus geleistete Zahlungen pro Rata zurück.
Geschrieben von Fredy Künzler
in Business
um
14:16
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Sunday, 23. April 2006
Hasstiraden gegen Solnet in Foren wegen Overbooking
von Fredy Künzler
Solnet scheint derzeit die Rolle des Sündenbocks unter den Providern zu haben: In den Foren von Superspeed, Kassensturz und VIS Forum der Informatik Studierenden ist ein richtiges Solnet-Bashing ausgebrochen. Symlink hat ebenfalls darüber berichtet.
Solnet wolle angeblich seine grössten Sauger vergraulen und zur Kündigung drängen, wird moniert. Doch für blogg.ch Leser ist dies nicht mal neu: Bereits am 27. März 2006 schrieb ich:
Durchschnittlich verbrauchen Breitbanduser 4 bis 5 GByte Traffic pro Monat (siehe Kommentare). Powersauger machen gut und gerne das 20 bis 100fache, üblicherweise mit Filesharing-Tools. P2P Traffic ist für den ganz grossen Teil der verbrauchten Bandbreite verantwortlich, und höhere nominale Bandbreiten erhöhen den P2P überdurchschnittlich. Mit anderen Worten: manuelle Internet-Nutzung wie Email und Web erhöht sich nur marginal durch einen schnelleren Anschluss.
Wenn sich nun Provider wie Solnet gegen die grössten Sauger wehrt (und dies auch zugunsten der normalen Nutzern), dann ist dies zwar unschön für die betroffenen Kunden, aber verständlich, sieht man sich die ADSL Kostenrechnung mal etwas genauer an. Das Solnet-Bashing der verärgenten Kunden ist zwar verständlich, sind aber Schläge für den Sack, die den Esel meinen. Und der Esel ist in diesem Fall Swisscom Fixnet Wholesale FWS, die anlässlich des Providerevents im Januar hoch und heilig versprach, die Mehrkosten der ADSL Bandbreitenerhöhung nicht auf die Provider zu überwälzen. Doch offenbar geschieht jetzt genau dies, obwohl FWS bestens über den Sachverhalt informiert ist.
Deshalb, liebe ADSL Kunden: Statt auf Ihrem Provider [Solnet | ADSL Provider XY] in einem Forum herumzuhacken, beschweren Sie sich lieber bei Swisscom Fixnet Wholesale und fordern Sie faire Backhaul-Preise, damit eine anständige Overbooking-Ratio erst möglich wird. Die Email-Adresse vorname.nachname (at) swisscom.com müsste funktionieren.
Nachtrag von 21:05 Uhr: Scheinbar gehen Kunden von Solnet sogar soweit, Solnet Mitarbeiter in Blog-Kommentaren zu bedrohen.
Solnet scheint derzeit die Rolle des Sündenbocks unter den Providern zu haben: In den Foren von Superspeed, Kassensturz und VIS Forum der Informatik Studierenden ist ein richtiges Solnet-Bashing ausgebrochen. Symlink hat ebenfalls darüber berichtet.
Solnet wolle angeblich seine grössten Sauger vergraulen und zur Kündigung drängen, wird moniert. Doch für blogg.ch Leser ist dies nicht mal neu: Bereits am 27. März 2006 schrieb ich:
Schön wärs: aus gut informierter Quelle weiss blogg.ch, dass auch mindestens ein ADSL Provider (nicht Init7) darüber nachdenkt, seine grössten Sauger zu kündigen.blogg.ch wurde am 19. April von einem Pseudonym "R. Meier" per Email auf die verschiedenen Foren-Beiträge hingewiesen. Leider wollte sich dieser "R. Meier" nicht zu erkennen geben - jedenfalls kam sein Email von einem ADSL Anschluss von Netstream. Der Verdacht, dass gegen einen Mitbewerber via blogg.ch Stimmung gemacht werden soll, liegt auf der Hand, denn "R. Meier" hat auf meine Nachfrage, ob er denn Mitarbeiter von Netstream sei, keine Antwort mehr gegeben. Jedenfalls schrieb ein "Meier R." im Kassensturz-Forum:
Insbesondere ist festzuhalten, dass das nun aufgedeckte Vorgehen von Solnet als hinterhältig und perfide zu bezeichnen ist. Solnet macht auf "ahnungslos" und tut das Ganze als "technische Probleme" ab, was nicht zutrifft. [...]Lassen wir den Futterneid unter Providern mal beiseite, und schauen wir die Fakten an. Overbooking ist ein substanzielles Problem, auch Cablecom hat es. Durch die massive nominale Bandbreitenerhöhung der ADSL Anschlüsse hat sich es viel mehr zu Ungunsten der Provider verschlechtert. Warum?
Durchschnittlich verbrauchen Breitbanduser 4 bis 5 GByte Traffic pro Monat (siehe Kommentare). Powersauger machen gut und gerne das 20 bis 100fache, üblicherweise mit Filesharing-Tools. P2P Traffic ist für den ganz grossen Teil der verbrauchten Bandbreite verantwortlich, und höhere nominale Bandbreiten erhöhen den P2P überdurchschnittlich. Mit anderen Worten: manuelle Internet-Nutzung wie Email und Web erhöht sich nur marginal durch einen schnelleren Anschluss.
Wenn sich nun Provider wie Solnet gegen die grössten Sauger wehrt (und dies auch zugunsten der normalen Nutzern), dann ist dies zwar unschön für die betroffenen Kunden, aber verständlich, sieht man sich die ADSL Kostenrechnung mal etwas genauer an. Das Solnet-Bashing der verärgenten Kunden ist zwar verständlich, sind aber Schläge für den Sack, die den Esel meinen. Und der Esel ist in diesem Fall Swisscom Fixnet Wholesale FWS, die anlässlich des Providerevents im Januar hoch und heilig versprach, die Mehrkosten der ADSL Bandbreitenerhöhung nicht auf die Provider zu überwälzen. Doch offenbar geschieht jetzt genau dies, obwohl FWS bestens über den Sachverhalt informiert ist.
Deshalb, liebe ADSL Kunden: Statt auf Ihrem Provider [Solnet | ADSL Provider XY] in einem Forum herumzuhacken, beschweren Sie sich lieber bei Swisscom Fixnet Wholesale und fordern Sie faire Backhaul-Preise, damit eine anständige Overbooking-Ratio erst möglich wird. Die Email-Adresse vorname.nachname (at) swisscom.com müsste funktionieren.
Nachtrag von 21:05 Uhr: Scheinbar gehen Kunden von Solnet sogar soweit, Solnet Mitarbeiter in Blog-Kommentaren zu bedrohen.
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Leserbrief im Landboten zur Bruderhaus-Verkehrsproblematik





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